Rot-Weiss Essen: Unnötiger Punktverlust, trotz Aufholjagd gegen Düsseldorf

Rot-Weiss Essen: Unnötiger Punktverlust, trotz Aufholjagd gegen Düsseldorf

 
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KH 28 Oktober 2021

Der Oktober zeigte sich am gestrigen Abend von seiner schönsten Seite. Jedenfalls für diejenigen mit einem Faible für spektakuläre Sonnenuntergänge. Romantisch Rot färbte sich der Himmel über dem Paul-Janes Stadion kurz vor Anpfiff des Spiels der U23 von Fortuna Düsseldorf gegen Rot-Weiss Essen und bot ein schönes Motiv für die Pressefotografen im Innenraum oder "Instagram Influencer" auf den Tribünen. Vielleicht war auch der eine oder andere Essener Spieler von dem Naturschauspiel so beeindruckt, dass er seine eigentliche Bestimmung – das Kicken – vergaß.

Anders sind die ersten 20 Spielminuten kaum zu erklären. Vor rund 1.500 Zuschauern, darunter knapp 1.000 aus Essen überrollte die U23 der Fortuna RWE förmlich. Noch am vergangenen Samstag kassierten die Landeshauptstädter eine schnelle 5:2 Auswärtspleite beim SV Lippstadt 08 (in 20 Minuten vier Tore) und nun drehten sie den Spieß um und setzten drei effektive Konter gegen den haushohen Favoriten. Tim Köther machte in der siebten Minute mit dem 1:0 den Anfang. Lex-Tyger Lobinger legte mit einem schnellen Doppelpack sehr zur Freude der Fortuna Fans in der zwölften und 18. Spielminute nach. Der in dieser Saison zum Profi beförderte Lobinger (zwei Einsätze in Liga 2) war es auch in der vergangenen Saison im Februar der mit seinem Tor die damalige RWE-Niederlage auf den Weg brachte.



Ja klar, eine U23 Mannschaft ist immer ein Stück Wundertüte. Mal schwach, mal besonders stark durch Verstärkung von oben, mal mit Zuschauern mal ohne. Aber auf alles müssen sich Trainer und Spieler einstellen. Die Regionalliga West ist keine Liga durch die man mal eben durchmarschiert. Das sollte inzwischen auch beim letzten Spieler (aber auch Fan) angekommen sein. Auch ist es keine Liga wo man immer ein gutes Geläuf erwarten kann. Gut gepflegte Rasenplätze sind Mangelware. So ist beispielsweise auch der im Paul Janes Stadion nix für die filigrane Spielerfraktion. Dessen Löcher und Huckel nehmen es locker mit dem im Stadion Rote Erde in Dortmund auf. Alles Gegebenheiten auf die man sich einstellen muss und die nicht als Ausrede herhalten dürfen.



Ein wenig überfordert wirkte Essen in den Anfangsminuten. Drei wirklich schlecht verteidigte Konter (Daniel Heber fehlt schmerzhaft) führten zu drei Toren. Bis RWE ins Spiel kam dauerte es fast eine halbe Stunde, aber ab dann wurde ordentlich Dampf gemacht. Erst scheiterte Felix Herzenbruch per Kopf am Düsseldorfer Keeper, dann machte es Simon Engelmann in der 37. Spielminute besser und erzielte den 3:1 Anschlusstreffer. Unterstützt von den eigenen Fans (auch die aktive Fanszene war vor Ort) setzte Essen einen wütenden Angriff nach den anderen. Die besten Möglichkeiten hatten Isaiah Young und Cedric Harenbrock. Hätte man noch zehn Minuten weitergespielt, hätte es sicherlich mehr als einmal im Kasten der Düsseldorfer geklingelt, so blieb die zweite Halbzeit.



Und so viel sei verraten, diese glückte: Nach einem unverständlichen ruhigeren Beginn der zweiten Halbzeit und Spielern im Tor statt dem Ball, kam mit den Einwechselungen von Erold Krasniqi und Zlatko Janjic ordentlich Zug ins Spiel. Nach einer schönen Vorarbeit durch Sandro Plechaty der in der ersten Halbzeit mit Kefkir nur glücklos ackerte, konnte Janjic in der 72. Spielminute zum 3:2 einnetzen. Nur zwei Minuten später die pure Ekstase bei den mitgereisten Fans. Mit einem Traumtor bestätigte Erold Krasniqi seine Topform und erzielte den Ausgleich. Noch blieb eine Viertelstunde um das Spiel zu drehen, aber auch Essens Abwehr wackelte das eine und andere Mal. Dann die finale Chance des Spiels als Zlatko Janjic mit einer guten Möglichkeit in der 85. Spielminute das Tor ... nicht traf.



Noch ein Sieg, das wäre es gewesen, aber für das ganze Drama vielleicht auch eine Schippe zu viel. Es blieb trotzdem eine starke Aufholjagd zum 3:3 Endstand. RWE kann irgendwie nur spannend. Am kommenden Samstag erwartet Rot-Weiss Essen als Tabellenführer der Regionalliga West Alemannia Aachen. Auch hier heißt es: Den Gegner nicht unterschätzen und volle Konzentration, vielleicht mal mit einer anderen Besetzung. Einem Isaiah Young oder Oğuzhan Kefkir würde eine Pause zum Zweikampf- sowie Flanken- und Standardstraining mal sehr gut tun (nur die Meinung des Autors).

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Spielergebnis:
3:3
Zuschauerzahl:
1.500
Gästefans
1000
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