Aufholjagd verschoben: Energie Cottbus kommt bei TeBe nicht über ein 2:2 hinaus

Aufholjagd verschoben: Energie Cottbus kommt bei TeBe nicht über ein 2:2 hinaus

 
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R 08 Oktober 2021

Im nun mehr fünften Regionalligajahr von Energie Cottbus sind die regelmäßigen Auswärtsspiele in der Hauptstadt zur Routine geworden. Die Partie gegen Tennis Borussia versprach dennoch einiges an Brisanz. Turus-Autor Yannic Lacombe war im Mommsenstadion mit dabei.

Mittwochabend, Flutlicht, zwei ehemalige Bundesligisten, ein fantastischer Oldschool-Ground und weit über tausend Zuschauer – der Rahmen für einen entspannten Fußballabend abseits von abenteuerlichen Transfersummen, exorbitanten Spielergehältern, überteuerten Ticketpreisen und Champions League-Streams von DAZN und Amazon Prime hätte wohl besser nicht sein können. 13 Jahre nach dem letzten Aufeinandertreffen beider Vereine gastierte der FC Energie Cottbus wieder im Mommsenstadion bei Tennis Borussia. 

 

Waren die Lausitzer 2008 noch als Bundesligist in der ersten Runde des DFB-Pokals zum damaligen Oberligisten aus Westberlin gereist, gestalteten sich die Vorrausetzungen diesmal gänzlich anders: Zwei Mannschaften auf Augenhöhe standen sich gegenüber, beide in dieser Saison bereits gebeutelt von Corona-Fällen, Quarantäne und Spielabsagen. Auch die Partie am Mittwochabend hätte eigentlich bereits im August stattfinden sollen. 

Doch aufgeschoben ist bekanntlich nicht aufgehoben, und so fanden sich bei Anpfiff rund 600 Fans aus Cottbus im Gästeblock ein. Für ein Spiel unter der Woche sicherlich eine mehr als ordentliche Zahl. ‚Endlich mal nicht Jahnsportpark, Stadion Lichterfelde oder Poststadion‘, dürfte sich der ein oder andere gedacht haben, waren die Auswärtsspiele bei den zahlreichen anderen Berliner Regionalligisten für die Cottbuser Szene in den letzten Jahren fast schon zur Routine geworden. TeBe und das Mommsenstadion boten hier eine willkommene Abwechslung. Dass die Fanszenen – vorsichtig formuliert - teils unterschiedliche Ansätze vertreten, dürfte für zusätzliche Motivation auf beiden Seiten gesorgt haben. 

 

Schon nach fünf Minuten sah es so aus, als hätte sich die rund eineinhalbstündige Zugfahrt aus der Lausitz gelohnt: Der FC Energie ging nach einem Patzer von TeBe-Torwart Jens Fikisi mit 1:0 in Führung. Der gut aufgelegte Gästeblock wusste dies entsprechend zu feiern, und der motivierte Vorsänger auf dem Zaun stimmte einen Klassiker nach dem anderen an. Dummerweise war die Cottbuser Abwehr in der ersten Halbzeit weniger in Form und lud TeBe ein ums andere Mal zum Tore schießen ein, was dazu führte, dass das Spiel nach zwanzig Minuten gedreht war. Nur der Pfosten verhinderte in dieser Phase eine noch höhere Führung der Lila-Weißen, und so ging es beim Stand von 2:1 für die Heimmannschaft in die Pause. 

 

Zu Beginn der zweiten 45 Minuten wurden in der Gästekurve einige Bengalos entzündet, was unter Flutlicht ein schönes Bild abgab und den hervorragenden Support des rot-weißen Anhangs an diesem Abend abrundete. Auf dem Rasen war die Cottbuser Mannschaft weiterhin bemüht, doch zwingende Torchancen wurden bis auf einen Freistoß, den Kapitän Axel Borgmann ans Aluminium setzte, nicht erspielt. Und so dauerte es bis zur 89. Minute, als der FC Energie durch einen sehenswerten Distanzschuss doch noch den Ausgleich erzielte und sich erleichterter Jubel im Gästeblock des Mommsenstadions breit machte. Wer allerdings das Ziel verfolgt, schnellstmöglich in den bezahlten Fußball zurückzukehren, und auf eine Aufholjagd in den Nachholspielen spekuliert hat, dürfte mit einem Punkt bei Tennis Borussia nicht zufrieden sein.

 

Nach Abpfiff ging es für die Auswärtsfahrer mit Eskorte zurück zum S-Bahnhof Messe Süd, der von der Polizei noch einige Minuten abgesperrt blieb, um ein Aufeinandertreffen mit den Heimfans zu vermeiden. Aus Sicht der Exekutive vermutlich die richtige Entscheidung, sah es doch so aus, als hätte es sowohl auf rot-weißer, als auch auf lila-weißer Seite Interessenten an einer Dritten Halbzeit gegeben…

Fotos: Yannic Lacombe

Bericht: Yannic Lacombe

> zur turus-Fotostrecke: FC Energie Cottbus

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Spielergebnis:
2:2
Zuschauerzahl:
1.495
Gästefans
600

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Regionalliga
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