Ohne Drama geht´s nicht anner Hafenstraße: RWE vs. Fortuna Köln

Ohne Drama geht´s nicht anner Hafenstraße: RWE vs. Fortuna Köln

 
5.0 (2)
KH 29 August 2021

Es sollte heute das Spitzenspiel zwischen zwei Teams mit Ambitionen auf den Thron der Regionalliga West Saison 2021/2022 werden, aber wirklich nur ein Team wurde diesem Anspruch, trotz vieler vergebener Chancen, gerecht: Rot-Weiss Essen. Man muss es so sagen wie es war: Fortuna Köln zeigte keinen für ein Regionalliga-Spitzenteam würdigen Fußball und versuchte sich leider nur durch das Spiel zu „klüngeln“ in der Hoffnung wenigstens einen Punkt von der Hafenstraße mitzunehmen. Statt Chancenoffensive gab es nur „Angsthasenfußball“ auf Höhe der Grasnarbe inklusive kleinen Fouls, so dass der Vereinsname eigentlich in „Fortuna Fallsucht“ oder „Fortuna Zeitspiel“ nach dem heutigen Nachmittag umbenannt gehört. Natürlich rein subjektiv betrachtet.

Ja leider gehört Zeitspiel und das Lamentieren zum Fußballgeschäft inzwischen dazu, aber meistens doch zum Ende des Spiels und nicht während der kompletten 90 Minuten und schon gar nicht für einen Klub mit Ambitionen. Ja man liest es heraus, der Autor ist ganz schön genervt, aber sorry Fortuna Köln das war wirklich erschreckend anzusehen und peinlich zugleich, wie die Spieler aus der Kölner Südstadt förmlich den Ball über das Spielfeld schleppten und keine Gelegenheit zur Spielverzögerung ungenutzt ließen, während Rot-Weiss Essen Angriff um Angriff fuhr.



Vielleicht hätte das Spiel einen nicht so „nervigen“ und dramatischen Verlauf genommen, hätte Essen seine Doppelchance in der zweiten Spielminute direkt genutzt und die Kölner ins Hintertreffen gebracht: Nach einer Vorlage vom Hafenstraßenkapitän Dennis Grote traf erst Sandro Plechaty den Pfosten bevor Simon Engelmann den Abpraller ebenfalls ans Aluminium setzte. Zwei Knaller zum Start und die Fans im ausverkauften Stadion Essen (zu gelassene 7.500 Zuschauer) waren aus dem Häuschen. Es folgte Angriff um Angriff von RWE immer der lethargischen Spielweise der Fortuna und den vor allem am Anfang merkwürdigen Schiedsrichterentscheidungen zu entkommen. Die zu dem Zeitpunkt längst überfällige Führung wollte einfach nicht fallen.



Wie schon beim letzten Ligaspiel in Wuppertal braucht Essen immer noch zu viele Chancen um das Spiel in seine Richtung zu lenken. Anders als in Wuppertal, wurde RWE direkt vor der Pause dafür bitter bestraft. Aufgewacht aus dem Schlafmodus köpft nach einer Flanke der Kölner Sascha Marquet völlig überraschend den Ball in die rechte Ecke des Tores. Zack! Die zermürbende Taktik schien aufgegangen. Lass den Gegner nerven und an seinen eigenen Chancen verzweifeln, um dann im richtigen Moment zuzuschlagen. Die Essener Fans frustiert, großer Jubel bei den nicht einmal (gezählten) 100 mitgereisten Fortuna Fans. Hatten sich nicht eigentlich 300 angekündigt?

„Wenn du es vorne nicht machst, dann […]“ - Pause. Nochmal 45 Minuten um alles gerade zu biegen, die Qualität hat Essen. Während Fortuna Köln sich nun noch tiefer zurückzog rollte die rot-weisse Chancenlawine unaufhörlich voran. Das „Anrennen“ wurde dann in der 59. Spielminute belohnt. Ein Freistoß von Kefkir nutzte Daniel Heber zum Ausgleich. Essen war nun scharf auf noch mehr, aber verzweifelte teilweise an der Kölner Abwehr und am eigenen Unvermögen. Alleine der Regionalliga-Goalgetter der letzten Jahre Simon Engelmann vergab Chancen im Minutentakt. Irgendwie scheint beim „Regler“ der letzten Saison aktuell der Wurm drin. Wird aber noch dafür hat er die Qualität. In der 75. Spielminute wurde er ausgewechselt und holte sich reichlich Applaus von den Rängen. Der eingewechselte Zlatko Janjic konnte aber auch nicht direkt das Tor erzwingen, ebenso nicht wie die anderen Spieler. Es dauerte.



Die Zeit rannte RWE davon und die Kölner nutzten jede Gelegenheit diese mit allen Mitteln„von der Uhr zu nehmen“. Beispielsweise blieb ein Spieler außerhalb des Feldes liegen, um sich dann aufs Spielfeld zurückzurollen. Das so etwas von den Unparteiischen nicht rigoroser bestraft wird. Apropos rollen: Es wurde dramatisch, als in der 89. Spielminute der nächste RWE-Angriff auf die Kölner Abwehr zurollte. Diesmal tankte sich der wiedergenesene Kevin Holzweiler durch den Strafraum und wurde gelegt. Auch die hohe Schauspielkunst und auch „lamentieren“ half nichts, denn auch wenn der Schiedsrichter in der ersten Hälfte nicht immer das richtige Händchen hatte, lag er hier richtig und gab Elfmeter für Essen.



Neuzugang Luca Dürholtz, nicht immer das perfekte Spiel auf dem Fuß, nahm sich die Kugel und knallte sie zur hochverdienten 2:1 Führung in die Maschen. Das Stadion explodierte vor Freude und auch die Essener Ersatzbank hielt es nicht mehr auf den Sitzen. Alle bejubelten den Torschützen der kurz danach ausgewechselt wurde. Nun hieß es für RWE noch das Spiel nach Hause zu bringen, aber siehe da: Auf einmal konnten die Kölner Spieler laufen wie junge Götter. Jeglicher Schlafwagenfußball war verschwunden. Das eigene zuvor geschauspielerte Zeitspiel könnte nun eventuell zum Vorteil sein. Aber die Essener Abwehr war und ist eine Bank, angepeitscht von den 7.500 Fans. So rettete Jose-Enrique Rios Alonso in der Nachspielzeit noch vor Jannik Löhden. Dazu gab es noch eine hitzige Rudelbildung nach einer Konfrontation zwischen Holzweiler und Lanius, die der Schiedsrichter (mit Feingefühl) nur mit jeweils einer gelben Karte bestrafte.

Dann war Schluss. Essen holte den ersten Heimsieg hochverdient gegen Fortuna Köln, die nicht das Spiel gezeigt haben was viele erwartet hatten, im Gegenteil. Für RWE geht die Liga erst am 10. September gegen den VfB Homberg weiter.

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Spielergebnis:
2:1
Zuschauerzahl:
7.500
Gästefans
100

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Ohja war das nervig

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