„Welcome back Hafenstraßen-Party“ gecrasht: RWE verliert vor Fans gegen Straelen

„Welcome back Hafenstraßen-Party“ gecrasht: RWE verliert vor Fans gegen Straelen

 
5.0 (2)
KH 21 August 2021

Das ist „typisch Essen“, schreibt einer im RWE-Fanforum und er hat recht. Bei Rot-Weiss Essen ist nix aber auch rein gar nix kalkulierbar. Da kannst Du die Vorsaison mit 90 Punkten rocken und in der Liga zu Hause ungeschlagen knapp am Spitzenplatz vorbeischrammen, um dann im ersten Heimspiel der neuen Saison 7.000 Fans (abzüglich der 60 Gästefans), die eine lange Zeit nicht mehr an der Hafenstraße waren mal so richtig den Abend zu versauen. Ein Elfmeter und gefühlt drei Schüsse aufs Tor reichten gestern dem SV Straelen von der niederländischen Grenze um den selbst ernannten hohen Favoriten vorzuführen. 1:4 lautete das Endergebnis, was in der Summe sicherlich zu hoch, aber keineswegs unverdient war auch wenn Straelen am Ende mehr auf dem Boden war, als das sie den Ball spielten.

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Aber das ist die Regionalliga West. Da lässt sich selten ein Gegner überrennen. Diese Lehren zeigte doch eigentlich schon die Vorsaison von RWE, als man unnötige Punkte gegen Wiedenbrück oder Ahlen liegen ließ. Was bringen gefühlte 80 Prozent Ballbesitz und 9:1 Ecken, wenn dabei wenig rausspringt. Es ist doch kein Geheimnis, das in dieser Dorfkirmesliga die vermeintlich kleinen Klubs tief stehen und vor allem gegen die Favoriten bis zur Erschöpfung alles raushauen. Das war immer schon so und wird auch immer so sein. Klubs wie Rot-Weiss Essen sind gezwungen das Spiel zu machen, während die „Underdogs“ (nein nicht der aus Oberhausen) den Bus im Strafraum parken und die Zeit von der Uhr nehmen. Eigentlich war ja Essen gewarnt, gewann doch gerade Straelen in der Vorsaison im Halbfinale des Niederrheinpokals gegen RWE.



Wiedergutmachung war angesagt und es war angerichtet. Knapp 7.000 durften ins Stadion und endlich kam wieder die Wucht von den Rängen. Lautstark wurde die Mannschaft nach dem Aufwärmen abgefeiert und zu Spielbeginn unterstützt. Endlich wieder Hafenstraßen-Flair auch mit reichlich Tapete zum Lesen von Ultras und anderen Fans. Von „nach 538 Tagen endlich wieder im Wohnzimmer“ bis zu „nichts ist größer als RWE, schon gar nicht sportwetten.de“ in Anspielung an die im Gegensatz zum Vereinsnamen viel größere Schrift des Sponsors auf dem Rücken der eigentlich top gestalteten Trikots. Endlich wieder diese besondere etwas andere Stimmung.





Statt dem nervigen Gebrülle der Gästespieler und Gästetrainer, knallte es stimmungsvoll von den Tribünen. Bei Gästespieler Kevin Wolze (Ex-MSV) knallte dann noch was anderes und zwar etwas durch: Nachdem er nach einer Behandlungspause an der Seitenlinie entlang lief, provozierte er die Essener Zuschauern auf der Haupttribüne mit einer beleidigenden „Leck-Geste“. Unsportlich! Sein Glück das er kurz danach ausgewechselt wurde und die aufgebrachten Fans sich schnell wieder beruhigten. Man kann fast sagen es war der einzige Aufreger im Spiel bis dahin. Denn es lief gar nichts bei Rot-Weiss Essen. Nach dem Auftaktdreier in Bonn dachte wohl jeder an einen Spaziergang gegen Straelen im Heimspiel. Aber für den Spaziergang muss man auch etwas tun.





Der SV Straelen wartete ab und Essen versuchte durch das Abwehrbollwerk zu brechen. Zwecklos in der ersten und auch in der zweiten Hälfte. Der einzige Unterschied. Durch katastrophale Abwehrschnitzer und eine ideenlose Offensive gelang es Straelen kurz nach der Pause mit 2:0 (zweimal Cagatay Kader) in Führung zu gehen. Entsetzen auf den Rängen. Aber Hoffnung keimte auf als Sandro Plechaty in der 60. Spielminute den Anschlusstreffer erzielte. Es wurde noch einmal richtig laut an der Hafenstraße und die Gäste fingen etwas an zu schwimmen. Aber das Spiel von RWE wirkte holprig, kaum ein Pass saß und es kam noch schlimmer für die RWE Fans. Straelen konnte per nach einem Konter und Foul per Elfmeter auf 1:3 erhöhen. Dazu hagelte es noch einige gelbe Karten für Essen, während die Gäste von der niederländischen Grenze scheinbar alle Freiheiten hatten, vor allem in Sachen Zeitspiel. Die Krönung: Auch der vierte Schuss aufs Tor des SV Straelen saß. Timo Mehlich erzielte den 1:4 Endstand direkt vor den mitgereisten Fans.





Fazit: Heimsieg-Serie in der Liga nach 1,5 Jahren gerissen. Schlecht gespielt vor allem in der zweiten Halbzeit und verdient verloren. Wer aufsteigen will muss auch gegen solche Gegner Ideen haben, denn die halbe Liga besteht nur aus Gegnern die nicht mitspielen wollen und auf Konter lauern. Traumstart für Straelen, Fehlstart für RWE. Aber hej: Es war erst der zweite Spieltag: Weiter geht es für Essen am kommenden Mittwoch in Wuppertal und dann kommt Fortuna Köln. Der Druck wird nicht weniger. Die Mannschaft hat aber die Qualität großes zu erreichen.

> zu den Rot-Weiss Essen Fotos

> zu den SV Straelen Fotos

 

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Inhalt über Klub(s):
Spielergebnis:
1:4
Zuschauerzahl:
7.000
Gästefans
60

Ligen

Inhalt über Liga
Regionalliga
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Das war müll. Kann doch wohl nicht sein. 6 Wochen Vorbereitung und man hat nicht mal trainiert wie man gegen tiefstehende Gegner ein Spiel wuppt.

G
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beschissen, aber immerweiter

G
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