Dramatische Kunst am Abend - Kiekrz besiegt Stella Luboń

Dramatische Kunst am Abend - Kiekrz besiegt Stella Luboń

 
5.0 (2)
M 18 Juni 2021

Tag 1 nach der Auftaktniederlage der DFB-Elf gegen die Franzosen. Und ich muss sagen, dass ich mir das Spiel sogar bis zum Schlusspfiff angesehen habe! "DFB und Fans" ist ja ein Reizthema für sich. Die Deutschen haben gut gekämpft. Darauf konnte man mal wirklich stolz sein, trotz der unverdienten Niederlage. Gestern war das Spiel das Highlight, heute ist es der Platz. Der Wielkopolskie-Verband schenkte mir an diesem Mittwoch das Nachholspiel zwischen Arka Kiekrz und Stella II Luboń. 

Um es hervorzuheben: Es war B-Klasa (9. Liga) vom Feinsten. Die unterste polnische Liga ist ein Kunstwerk mit vielen markanten Details. So ist der Sportplatz in Kiekrz ein Ort vieler netter Einzigartigkeiten. Die Planer legten ihn malerisch zwischen Kirchberg und dem gleichnamigen See an. Zu beiden kurzen Seiten gibt es ein mehr oder weniger dichtes Grün, aus welchem mich vor dem Anstoß gar Meister Reineke, der Fuchs, angrinste. Wenn wir schon beim Fuchs sind, dann passten die Bauwagen ala Sendung Löwenzahn wie die Faust aufs Auge. Die Umkleidekabine befindet sich allerdings im Hotel gegenüber. 

Kiekrz gegen Stella II Luboń - das war anfangs schlicht Sommerfußball. Wenn es mal lauter wurde, dann war es die Schiedsrichterin, die ihre Männers in die Schranken wies. Begleitet wurde das weniger schnelle Treiben passend von langsamer Kirchenmusik, die vom Kirchberg her erklang. So viel Detailverliebtheit, also wirklich, das ist ja wie bei beim Tschechen- Roman Babička von Boźena Nemcová - wenig Handlung, seelenruhige Idylle, aber ein Reichtum an Details. Ähnlich wie Frankreich gestern machte Arka unverdient das 1-0. Bis zur Pause blieb es so. 

Es blieb Zeit, sich am See-Panorama zu erfreuen, während im Hintergrund weiterhin der Gottesdienst lief. Hälfte 2. Erste Aktion und 1-1. Danach ein Lattenknaller von Arka. Zwischendurch frage ich Stella, warum sie so heißen, wie sie heißen. "Wir werden nächstes Jahr 100. Das weiß niemand mehr." Was übrigens kaum einer weiß: Der schöne Arka-Sportplatz liegt eigentlich auf Posener Grund und Boden. Auf dem Platz geht es inzwischen volle Pulle heiß her - das Tempo war trotz einer Außentemperatur von 26° C irre hoch. 

Pferdelungen? Mittlerweile verdient knallt Arka das 2-1 rein. Auf der anderen Seite landet eine Bogenlampe per Kopf unhaltbar hinter dem Torwart. Genial! Kurz danach steht es sogar 2:3. Was für ein Finale, was für ein Abend! Dieser klingt dann mit einem kalten Flasche Kwas Chlebowe aus. Kann es idyllischer sein?

Fotos: Michael

Spielergebnis:
2:3
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