Rot-Weiss Essen: Rechnung beglichen, Punkte auf den BVB aufgeholt

Rot-Weiss Essen: Rechnung beglichen, Punkte auf den BVB aufgeholt

 
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KH 24 April 2021

„Rot-Weiss Essen entzaubert: VfB Homberg gewinnt überraschend bei RWE“, so der Titel unseres Artikels vom 14. Dezember 2019. Tags zuvor gastierte der Klub aus Duisburg an der Essener Hafenstraße und entführte vor über 8.000 Zuschauern tatsächlich drei Punkte mit einem 2:0 Sieg über den Favoriten aus dem Stadion und feierte zu allem Überfluß den Sieg dann auch noch mit Schmähgesängen auf den Gegner in der Kabine. 16 Monate ist der Spuk her. Inzwischen ist viel passiert. Die Vorsaison wurde abgebrochen und viele Zuschauer hat die Hafenstraße in der laufenden Spielzeit nur einmal gesehen. Aber genauso wie im letzten so spielt Essen auch in diesem Jahr wieder um den Aufstieg in die dritte Liga und das sogar noch besser.

Wie schon nach dem nasskalten Abend im Dezember 2019 so bleibt auch heute im April 2021 Rot-Weiss Essen seinem von den Fans gegebenen Motto treu: „Niemals aufgeben“. Auch wenn die finanziell besser gebettete U23 von Borussia Dortmund noch mit neun Punkten in Front liegt, die Saison ist erst Anfang Juni zu Ende. Noch sind viele Spiele zu gehen, Essen hat sogar eines mehr in der Hinterhand. Hoffen muss RWE trotzdem auf einen Ausrutscher des BVB und dazu gleichzeitig die eigenen Hausaufgaben machen. Wie beispielsweise heute im Spiel gegen den VfB Homberg.



Die gelb-schwarzen vom Duisburger Rheindeich sind aufgrund der kürzlich entschiedenen Abstiegsregelung in der Regionalliga (nur ein Verein muss runter) fast frei vor Ängsten um den Gang in die Oberliga Niederrhein und spielten entsprechend befreit auf. Für RWE hieß es nicht nur Wiedergutmachung von 2019, sondern auch drei Punkte einzutüten und vielleicht ein paar mehr Tore zu schießen als der BVB II im parallel stattfindenden Duell mit der U23 von Schalke 04. Die Essener Fans hatten keine Zweifel, dass die Dortmunder die Jungs von der Knappenschmiede mit einem ähnlich hohen Ergebnis von ihrem Trainingsgelände schießen würden, wie es RWE vor ein paar Wochen aus dem Stadion Essen tat (5:0).



Direkt vom Anpfiff weg versuchte der VfB Homberg den Essenern „auf die Socken zu gehen.“ Resultat: Die sicher schnellste gelbe Karte in dieser Saison für Necirwan Khalil Mohammad von den Gästen nach wenigen Sekunden. Das Spiel wurde intensiv geführt und forderte auf Essener Seite früh Tribut. Der nach einer Corona Erkrankung wieder von Beginn an spielende Alexander Hahn musste schon in der 12. Spielminute durch Felix Herzenbruch ausgewechselt werden. Ein Mini-Schock für das Team von Christian Neidhart, das aber nur drei Minuten später noch in Unterzahl die 1:0 Führung durch Oguzhan Kefkir erzielte. In der Folge ließ Essen das Spiel etwas zu schludrig laufen, so dass in der 29. Spielminute fast der Ausgleich gefallen wäre. Aber den Kopfball von Rankl konnte Daniel Davari parieren.



Die Chance wirkte wie ein Wachmacher für RWE, denn nach einer sehr schönen Ecke von Kevin Grund nickte Dennis Grote den Ball zum 2:0 in die Maschen. Die wenigen Chancen eiskalt genutzt, so wie es der Trainer forderte und so ging es in die zweite Hälfte. Diese hatte ihren aufregendsten Höhepunkt in der 51. Spielminute: Isaiah Young lief mit dem Ball fast frei in Richtung Tor, umkurvte den Torhüter und wurde im Strafraum gelegt. Der Schiedsrichter entschied zuerst auf kein Foul, sondern auf Schwalbe und zückte die gelbe Karte für den Essener Spieler. Lautstarker Protest kam von der Essener Bank und auch von der Tribüne von den Medienvertretern bis hin zu den Greenkeepern. Immerhin: Der Schiedsrichter hielt Rücksprache mit dem Linienrichter und revidierte seine Entscheidung und gab den Elfmeter. Zu diesem trat dieses Mal nicht Simon Engelmann (der bei den letzten glücklos war) an, sondern Dennis Grote der sicher zum 3:0 vor der West (vor der eine Banner der Ultras hang, in dem der Fanprojektbeauftragte in den Ruhestand verabschiedet wurde) verwandelte.





Das Spiel war damit fast gelaufen und RWE spielte es locker herunter. Ein zweiter Elfmeter wurde den Essenern in der 66. Spielminute verwehrt, dafür erhöhte der starke Marco Kehl-Gomez in der 76. Spielminute auf 4:0 bevor nach einer Unachtsamkeit Pascale Talarski zwei Minuten später zum 4:1 Endstand traf. Bei diesem Spielstand durfte auch der A-Jugendliche Timur Mehmet Kesim für Essen noch debütieren, aber ohne nennenswerte Aktionen. Nach dem Schlusspfiff schauten noch fast alle auf ihr Smartphone. In Dortmund beim kleinen Derby stand es inzwischen 3:2 für die Heimmannschaft. Dann brandete ein kleiner Jubelschrei von der Tribüne auf. Die ungeliebten kleinen Königsblauen hatten noch einen Elfmeter zugesprochen bekommen und konnten nach dem 3:0 Rückstand noch ausgleichen. Dass Essener Fans über einen Punktgewinn der „Blauen“ einmal jubeln, diese Szene hat Seltenheitswert.



Damit konnte Rot-Weiss Essen zwei Punkte und drei Tore auf den BVB gut machen. Sieben Punkte beträgt der Rückstand, der in der kommenden Woche mit einem Sieg im Nachholspiel gegen den SV Lippstadt auf vier Punkte schmelzen kann. 75 Punkte nach 34 Spielen hat Essen geholt. 17 Heimspiele davon 15 gewonnen und zwei Unentschieden. Eine großartige Leistung und normalerweise wäre man mit dieser Punktzahl in vielen Spielzeiten schon aufgestiegen oder in der Relegation gelandet. Dieses Jahr ist alles anders. Nicht nur das keine Zuschauer dabei sein können, auch ist eine Mannschaft noch besser. Trotzdem: Niemals aufgeben!

> zu den Rot-Weiss Essen Fotos

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