Mund abputzen und immer weiter: Essen verliert unglücklich in Düsseldorf

Mund abputzen und immer weiter: Essen verliert unglücklich in Düsseldorf

 
5.0 (2)
KH 27 Februar 2021

Aller guten Dinge sind drei, aber der Triple-Coup in dieser Saison gegen Fortuna Düsseldorf gelang Rot-Weiss Essen gestern Abend nicht. Nachdem RWE in der Hinrunde der Regionalliga-West erst die U23 von Fortuna Düsseldorf (2. Oktober 2020) und einen Tag vor Heiligabend sogar die erste Reihe der Landeshauptstädter im DFB Pokal vom Platz fegte, hätte es allen Essener Fans auch gut gefallen auch das dritte Spiel gegen den „alten“ Rivalen für sich zu entscheiden. Am Ende gewann aber Düsseldorf mit reichlich „Fortuna“ und machte damit seinen Namen alle Ehre.

Mit ordentlich Selbstvertrauen reiste RWE in die Landeshauptstadt: Seit 13 Monaten in allen Pflichtspielen ungeschlagen und auch im DFB Pokal weiter erfolgreich. Anfang Februar gab es den weltweit gefeierten Sieg gegen den Bundesliga-Spitzenklub Bayer 04 Leverkusen, aber seitdem fand aber auch kein Spiel mehr statt. Schlechte Platzverhältnisse, der Wintereinbruch und Corona machten in den letzten Wochen RWE einen Strich durch den eh schon eng getakteten Spielplan. An echte Spielpraxis unter Wettkampfbedingungen war nicht zu denken.

Das letzte Spiel in der Regionalliga ist genau einen Monat her (gegen den Bonner SC) und mit Amara Condé und Oguzhan Kefkir (beide mit Covid19-Infektion in Quarantäne) sowie Sandro Plechaty (verletzt mit Knorpelschaden im Knie) fielen zum gestrigen Spiel gleich drei Hauptakteure aus. Aber das ist eigentlich Jammern auf hohem Niveau, denn im Gegensatz zu früher ist die Essener Bank eigentlich „Top“ besetzt, wenn man sich den Möglichkeiten dieser dann auch rechtzeitig bedient und nicht erst wenn das Spiel fast gelaufen ist.



Das Hinspiel gewann RWE souverän mit 2:0. Bei dem Spiel an der Hafenstraße im Oktober waren das letzte Mal Zuschauer im Stadion. 5.000 Fans durften bei dem Sieg dabei sein. Ein besonderes Erlebnis für alle. Leider blieb es bei diesem einmaligen Ereignis. Essener Spiele gibt für viele es seitdem nur im Stream auf Computer oder Fernseher. Ein paar Fans versuchen es aber immer wieder die Spiele live vor Ort zu sehen. Gestern waren es vielleicht 10-20 (davon eine Handvoll für Essen), die durch einen Zaun von außen das Spiel im altehrwürdigen Paul Janes Stadion beobachteten. Was sie zu Beginn sahen stimmte die RWE Fans froh.


 
Nach einer kurzen Drangphase der Düsseldorfer übernahm RWE das Zepter und kam zu zahlreichen Großchancen. Bereits in der 13. Spielminute hätte es im Fortuna-Kasten klingeln müssen. Nach einer Flanke von Isaiah Young kam Marco Kehl-Gomez zehn Meter vor dem Tor frei zum Abschluss. Aber er knallte den Ball über das Tor. Fünf Minuten später flankte Jonas Behounek auf Simon Engelmann, seinen Kopfball entschärfte der Düsseldorfer Keeper nur knapp. Essen drückte und drückte, das Tor machte aber Fortuna. Einen gut gespielten Konter nutzte Vincent Schaub zur Führung. Die Antwort der Essener: eine Angriffslawine, die aber nicht zum Erfolg führte. Kein Glück und dazu noch ein Schiedsrichtergespann was nicht immer auf Ball- und Spielhöhe war. So erzielte Isaiah Young in der 40. Spielminute sein vermeintlich erstes Tor für RWE, aber der Linienrichter hob zum Unverständnis vieler die Fahne.



„Lass den Jungen doch sein Tor“, rief der Autor des Berichts und der Linienrichter rief zurück „ja war ein schönes Tor, aber leider Abseits“. Tja, der Linienrichter hat die Macht der Fahne, der Autor nur Kamera und Tastatur. Essen drängte weiter auf den Ausgleich und auch Jan-Lucas Dorow versagte frei vor dem Tor. Die Stadionuhr im Paul Janes Stadion tickte Richtung Halbzeitpause 44 Minuten 58 Sekunden, 44 Minuten 58 Sekunden, 45 Minuten 0 Sekunden. Abpfiff. Hä? In der Hauptdrangphase pfiff der Schiedsrichter Selim Erk ab ohne auch nur eine Sekunde länger zu spielen. Eigene Uhr vergessen? Pünktlich zu Hause sein? Auch das Spielende endete so wie die Halbzeit ohne eine Sekunde nachzuspielen und das obwohl es mehrere minutenlange Unterbrechungen gab.



Keine Wechsel in der Halbzeit bei Essen, dabei wären insbesondere Dorow, Harenbrock und Behounek in der Wechsel-Verlosung gewesen. Wenige gute Momente standen zahlreichen Fehlern gegenüber. Aber der Essener Trainer Neidhart wechselte erst spät (Marcel Platzek, Felix Backszat sowie Steven Lewerenz), als das Spiel eigentlich schon gelaufen war. Zwar bestimmte Essen das Duell, aber Düsseldorf machte die Tore. In der 59. Spielminute fiel das 2:0 (Lex-Tyger Lobinger), was natürlich nicht hätte fallen dürfen, weil diesem ein Foul an Dennis Grote vorausgegangen war. Aber jammern hilft nicht. Das ist Regionalliga und einige Schiedsrichter haben dann auch halt nicht immer das richtige Auge und professionelle Gefühl für Situationen, und einen Videobeweis gibt es auch nicht. Anstatt liegen zu bleiben und zu lamentieren muss weitergespielt und sich den Widrigkeiten entgegen gestellt werden.



Das Spiel wäre sicherlich nochmal anders verlaufen, hätte der Schiri sieben Minuten vor dem 2:0 auf Elfmeter für Essen entschieden, denn Isaiah Young wurde eindeutig im Strafraum gelegt, das zweite Mal kurz hintereinander. Aber der Pfiff blieb aus, das 2:0 fiel und später auch noch das 3:0 per Kunstschuss. Es gibt so Tage da geht nichts. Gestern war so einer. RWE hätte wahrscheinlich noch Stunden spielen können und keinen Treffer erzielt. Chancen gab es genug, aber entweder wurde es aus eigenem Unvermögen versemmelt oder es war immer ein Körperteil des Gegners dazwischen.

Fazit: Die Chancenverwertung und die individuellen Fehler haben das Spiel entschieden, aber auch natürlich die Effektivität der Düsseldorfer. Dies gilt es abzustellen. Am Mittwoch kommt Holstein Kiel an die Hafenstraße zum DFB-Pokal Viertelfinale, aber viel wichtiger ist Sonntag der 7. März wenn es im Heimspiel gegen den Verfolger aus der Kölner Südstadt geht. Zum Schluß noch was fürs Phrasenschwein: Die Saison ist lang, abgerechnet wird zum Schluss.

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Spielergebnis:
3:0

Ligen

Inhalt über Liga
Regionalliga
Stadionname:
  • Paul Janes Stadion
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