Ein klasse Fußballfest! FC Polonia Berlin schnupperte gegen Tasmania an der Sensation

Ein klasse Fußballfest! FC Polonia Berlin schnupperte gegen Tasmania an der Sensation

 
5.0 (3)
MB 14 September 2020

Zuerst zeigte man sich enttäuscht, dass der FC Polonia Berlin sein großes Landespokalspiel gegen den SV Tasmania Berlin nicht im heimischen „Polonia Park“ an der Ollenhauerstraße austragen durfte, da dort zeitgleich der beheimatete BFC Alemannia 1890 sein Heimspiel gegen den SV Sparta Lichtenberg (1:10) hatte. Die dortigen Stufen und der auf der Gegengerade befindliche Hang lassen die Sportanlage halt sich abheben von manch einem Berliner 0815-Kunstrasenplatz. Letztendlich bot die Ausweichspielstätte in der Aroser Allee am gestrigen Nachmittag sogar einige Vorteile, so dass sich sämtliche Gäste pudelwohl fühlten. Für das aufgebaute Catering - es gab selbstverständlich polnisches Piwo und die klassische Kiełbasa Śląska vom Grill - bot sich weitaus mehr Platz, so dass die nötigen Abstände bequem eingehalten werden konnten, und die Weitsprunggrube lockte am späteren Nachmittag die Kinder zum Spielen ein. 

Was im Kreisliga-Alltag sonst nicht der Fall ist, wurde für das Pokalspiel gegen den Oberligisten SV Tasmania Berlin eingeführt. Besucher mussten fünf Euro Eintritt zahlen, zudem wurde sich in ausgelegte Listen eingetragen. Das gezahlte Geld war das gestrige Pokalspiel sicherlich in jedem Fall wert. Bei herrlichem Sommerwetter konnte entspannt geschmaust und getrunken werden, und auf dem Platz gab es eine überaus spannende Partie zu sehen. Auf alle Fälle weitaus spannender, als die meisten im Vorfeld vermutet hatten. Zwischen der Kreisliga A und der NOFV-Oberliga liegen immerhin drei Klassen (Bezirksliga, Landesliga, Berlin-Liga), und in der Nordstaffel der NOFV-Oberliga sind die Tasmanen derzeit auf Rang eins zu finden - und das mit sauberer Weste in Form von 12 Punkten und 11:0 Toren.

Dass der SV Tasmania Berlin nicht mit komplett erster Kapelle antreten würde, war jedoch klar. Verglich man die Startaufstellung von TAS beim 2:0-Auswärtssieg bei der Sp.Vgg. Blau-Weiß 90 Berlin mit der gestrigen, so waren drei Spieler zu finden, die jeweils zu Beginn aufliefen: Mannschaftskapitän Maurice Froelian, Martin Gorrie und Emre Demir. Bei beiden Partien jeweils eingewechselt wurden Panajiotis Haritos und Thomas Brechler. Da man jedoch davon ausgehen darf, dass jeder Tasmania-Spieler im Kader eine Oberligatauglichkeit aufweist, war es für den FC Polonia Berlin so oder so eine verdammt harte Nuss, die zu knacken war. Zumal das erste Ligaspiel gegen den BSC Kickers 1900 II mit 0:1 verloren wurde. Während in jenem Spiel die Abwehr bereits einen guten Eindruck gemacht hatte, fehlte es vorn an Durchschlagskraft.

Polonia-Trainer Slawomir Krzysztof Czajkowski hatte seine Mannschaft allerdings 1a eingestellt. Angetrieben von den Fans, die zum zweiten Mal nach dem Pokalspiel gegen TeBe auch eine Trommel zum Einsatz brachten, ging es von der ersten Minute an hochkonzentriert zur Sache. Die Polonia-Spieler legten körperlich alles in die Waagschale und bewiesen Übersicht. Wer hätte gedacht, dass das Team von Abdou Rahman Njie ein echtes hartes Nüsschen zu knacken hatte? Die Zeit lief, und jede weitere Minute, bei der hinten noch die Null stand, wurde von den Heimfans gefeiert. 15 Minuten, 20 Minuten. Noch immer stand es 0:0. Einen guten Tag hatte auch Polonia-Torwart Pawel Grzebyk, der vor allem in der ersten Halbzeit die eine oder andere Tasmania-Möglichkeit vereitelte.

Nach 35 Minuten fiel dann doch der erste Treffer der Gäste. Seyit Bicakci traf ins Schwarze, und nicht wenige Zuschauer vermuteten nun, dass der erwartete Lauf des Spiels erfolgen würde. Denkste! In der Nachspielzeit der ersten Halbzeit konnte Tomasz Michal Hilicki das runde Leder im Tasmania-Gehäuse unterbringen. Der Ausgleich zum 1:1 durfte nun bejubelt werden. Der erste Saisontreffer in einem Pflichtspiel für Polonia, der erste Gegentreffer in einem Pflichtspiel für Tasmania! So kann’s kommen!

Mit Schwung ging es in die zweite Halbzeit, und während es auf dem Kunstrasen gut zur Sache ging, ertönten hinter Hecken und Bäumen plötzlich immer wieder Olympia-Rufe. Anhänger des Polnischen Olympia Clubs (Freizeitliga) schauten draußen am Sportplatz vorbei und versuchten mit ihren Rufen die anwesenden Polonia-Fans aus der Reserve zu locken, doch diese richteten den Blick weiterhin auf das spannende Spielgeschehen. Ei der Daus! Polonia konnte nicht nur gut mithalten, sondern hatte sogar die 2:1-Führung auf dem Fuß! Der Ball traf das Aluminium - die mögliche Sensation war zum Greifen nahe. 

In der Schlussphase der Partie forderten die hohe Temperatur und der hohe körperliche Einsatz beim Kreisligisten Tribut. Die Konzentration ließ ein wenig nach, und Faruk Numan Sentürk konnte den Favoriten mit 2:1 in Führung bringen. „Ra, Ra, Tasmania!“, ertönte es nun. Die Partie war jedoch noch nicht abgeschrieben. Immer wieder hallte das „W Berlinie tylko Polonia!“ über den Platz. Am Ende machte der eingewechselte Daniel Kaiser, er stand auch beim Auswärtsspiel bei Blau-Weiß 90 auf dem Platz, noch zwei sehenswerte Buden. Mit einer klasse Kopfballabwehr vor der Linie konnte am Ende jedoch noch das 1:5 verhindert werden.

Letztendlich blieb es beim 1:4. Ein Ergebnis, auf das Polonia Berlin mächtig stolz sein kann, zumal erst in der Schlussviertelstunde der Klassenunterschied deutlich wurde. Rasch umgesetzt wurde nach Abpfiff noch ein Gruppenfoto, danach ließ man gemeinsam den Nachmittag bei Piwo, Limonade und Grillgut ausklingen. Nach dem Pokalspiel gegen Tennis Borussia Berlin vor zwei Jahren und dem Ligaspiel gegen S.D. Croatia Berlin II war die gestrige Partie gegen Tasmania das dritte Spiel seit dem Aufstieg von der Freizeitliga in den Spielbetrieb des BFV, bei dem sich vor größerer Kulisse der Öffentlichkeit präsentiert werden konnte. Ist eines Tages auch die Corona-Krise überwunden, so wird es sicherlich auch mal wieder ein Fußballfest im heimischen „Polonia-Park“ mit DJ, hochprozentigem heißen Sud und leckerem Bigos geben…

Fotos: Dominik & Marco Bertram

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Spielergebnis:
1:4
Zuschauerzahl:
150

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