Rot-Weiss Essen ist wieder am Ball: Schützenfest zum Bottroper Jubiläum

Rot-Weiss Essen ist wieder am Ball: Schützenfest zum Bottroper Jubiläum

 
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KH 25 Juli 2020

Vor fast genau 13 Monaten am 23. Juni 2019 war die Fußballwelt noch so wie sei sein sollte: Herrliches Wetter (über 30 Grad), rund 1.500 gutgelaunte Zuschauer im Bottroper Jahnstadion, die einen kurzweiliger Kick bei lecker Bier und Bratwurst zwischen dem VfB Bottrop und Rot-Weiss Essen (mit 13 RWE-Toren) sahen. Es war der Startschuss für eine etwas anders gedachte RWE-Saison. Zwar begann diese mit einem spektakulären Auftakt (am 26. Juli 2019) gegen die U23 des BVB und zahlreichen furiosen Siegen vor Fan-Kulissen im fünfstelligen Bereich an der Essener Hafenstraße, aber auch vermeidbaren Punktverlusten (VfB Homberg, TUS Haltern), die nach dem Abbruch der Saison aufgrund der Corona Pandemie, die Teilnahme an der Relegation zur dritten Liga verhinderten.

Der Relegationsplatz und auch der Aufstieg ging (nach dem Rückzug des SV Rödinghausen) an die Küchen- und Elektrohochburg Verl, während man in Essen sich die Wunden der Saison leckte. Der Staff wurde aufgrund von Corona in Kurzarbeit geschickt, aber die Marketingabteilung des Klubs arbeitete auf Hochtouren, um die Fans zur Unterstützung zu bitten. Und diese ließen sich nicht lange bitten und kauften „virtuelle“ Tickets für nicht mehr stattfindende Spiele, Bratwürste die sie nie essen werden und auch reichlich Bier, welches nie in ihre Kehlen rinnen wird. Dazu ging das eine oder andere Jubiläumstrikot über die echte Ladentheke und 95 Prozent der Fans forderten keine Rückerstattung der Dauerkartenkosten für die ausgefallenen Spiele. Ein starkes Zeichen der Unterstützung bei der natürlich die Hoffnung mitschwingt irgendwann doch einmal wieder live Fußball zu sehen.



Zwar rollt der Ball wieder bei Rot-Weiss Essen, aber (fast) ohne eigene Fans. Heute beim Testspielauftakt (wie letztes Jahr) in Bottrop waren zwar gut 300 Zuschauer zugegen, aber diese wurden vom ausrichtenden Verein VfB Bottrop eingeladen. Immerhin haben es gut zehn Essener Fans ins Stadion geschafft und machten sich entsprechend verbal bemerkbar, aber der Großteil musste mit einem kostenpflichtigen Internetstream vorlieb nehmen. Die Bottroper hätten sich natürlich anlässlich ihres 120jährigen Vereinsjubiläums eine ähnliche Atmosphäre wie vergangenes Jahr gewünscht, aber auch hier machte Corona allen Beteiligten einen Strich durch die Rechnung.



Immerhin durfte gespielt werden und diesmal sogar 30 Minuten länger (viermal 30 Minuten). Während der VfB Bottrop, der immer noch in der Bezirksliga spielt, schon länger im Training und im Testspielmodus ist, war es für Rot-Weiss Essen das erste Spiel nach über vier Monaten. Am 8. März wurde der Spielbetrieb eingestellt. Das Training begann vor zehn Tagen. Die neue Regionalligasaison startet zwar erst Anfang September, aber im August steht noch das Halbfinale des Niederrheinpokals beim TVD Velbert an. Während im vergangenen Jahr alles auf Anfang gestellt wurde und neben vielen neuen Spielern auch ein neues Trainergespann geholt wurde, gab es heute im Bottroper Jahnstadion nur wenige neue Gesichter zu begutachten.

Die mitunter wichtigste Personalie der neue Trainer: Auf Christian Titz der Mitte Juni nach einer Saison entlassen wurde (wir berichteten) folgt Christian Neidhart, den die RWE-Verantwortlichen vom Drittligisten SV Meppen loseisen konnten. Schon irgendwie ein sehr guter Coup, denn der Trainer war im Emsland mehr als beliebt und führte die Meppener in die dritte Liga. Nichts anderes erwarten die Verantwortlichen und die Fans auch von ihm in Essen.



Und der neue Mann an der Seitenlinie ließ es heute mit zwei verschiedenen Teams krachen. Klar der VfB Bottrop ist sportlich kein Maßstab für die Anforderungen die in Liga 4 auf RWE warten, aber die Nachbarstädter waren nicht zimperlich trotz des frühen Rückstands und kamen selbst zu zwei Chancen. Am Ende stand es heute 11:0 für Rot-Weiss Essen (4:0 nach 60 Minuten; 9:0 nach 90 Minuten). Es trafen jeweils ein Bottroper in eigene Tor, dann jeweils einmal Maximilian Pronichev, Ayodele Adetula und Jan-Lucas Dorow (Elfmeter) und jeweils zwei Mal Marcel Platzek, Noel Futkeu sowie Neuzugang Simon Engelmann.



Auf letzteren (neben seinen Sturmkollegen Platzek und Pronichev) ruhen die Hoffnungen dem etwas weniger effektivem Sturm der vergangenen Saison neues Leben einzuhauchen. Die Referenzen von Engelmann sprechen für sich: In 229 Spielen in der Regionalliga West erzielte er 113 Tore. Ein großer (vielleicht auch nur kleiner) Wehrmutstropfen: Der Abwehrspieler David Sauerland verletzte sich und musste das Feld verlassen. Für ihn debütierte Felix Schlüsselburg im RWE-Trikot.



Gut der Ball rollt wieder, aber ohne Fans und wenigstens minimale Zuschauerreaktionen ist das nur der halbe Fußballspaß. Immerhin am kommenden Mittwoch beim Test-Derby bei ETB Schwarz-Weiß Essen dürften auch ein paar mehr eigene Fans unter den insgesamt 300 Zuschauern im Stadion am Uhlenkrug sein. Wann es wieder mit einer „vollen Westtribüne“ weiter gehen darf ist ungewiss, bestimmt aber nicht zum Saisonauftakt. Dabei sind doch gerade die Zuschauereinnahmen für einen Klub wie Rot-Weiss Essen so notwendig.

Wir bleiben dran und natürlich nicht nur bei RWE.

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