SV Burgaltendorf gegen Rot-Weiss Essen: Eiskalt und locker ins Pokal-Halbfinale

SV Burgaltendorf gegen Rot-Weiss Essen: Eiskalt und locker ins Pokal-Halbfinale

 
5.0 (4)
KH 06 Dezember 2019

Fußballspiele können langweilig sein, aber manchmal besonders und gespickt mit Momenten, die für die Ewigkeit bleiben. Für den Klub SV Essen-Burgaltendorf 1913 e.V. und seinen Mitgliedern und Freunden gab es gestern Abend im Stadion Essen diesen einen besonderen Moment im größten Spiel seit Jahren wenn nicht sogar der Vereinsgeschichte: Niederheinpokal Viertelfinale gegen den zwei Ligen höher spielenden größten Fußballklub der Stadt und dann geht man tatsächlich mit 1:0 in Führung. Pure Freude und überschwengliche Emotionen beim Landesligisten, obwohl sicher nicht wenige unter Spielern und Anhängern es sonst mit den Rot-Weissen (als Fans) halten. Alleine dafür hat sich der abendliche Ausflug quer durch das Essener Stadtgebiet gelohnt.

Seit Wochen gab es im idyllischen Essener Stadtteil Burgaltendorf (die Gemeinde Altendorf wurde 1970 als 48. Stadtteil in die Stadt Essen eingemeindet und in Burgaltendorf umbenannt, da es schon ein Stadtteil mit dem Namen gab) kein anderes Thema, als das Pokalhighlight gegen Rot-Weiss Essen. Mit der Auslosung stand aber auch fest, dass das Spiel aus Kapazitäts- und Sicherheits- sowie Verkehrsgründen keineswegs im „Dorf“ auf dem Sportplatz an der Windmühle stattfinden konnte.



Damit fand das vierte Pokalspiel (nach Partien gegen den KFC Uerdingen, Genc Osmann, SpVg Schonnebeck) der laufenden Saison für RWE im heimischen Stadion an der Hafenstraße statt, während die eigentliche Heimmannschaft somit auswärts spielen musste. Für die Spieler des Landesligisten und auch den Klub ein Highlight, so dass recht schnell drei Sonderbusse gechartert wurden und so insgesamt mehrere hundert „Schlachtenbummler“ des SV Essen-Burgaltendorf mit eigens kreierten Pokalschals dem Spiel und bemalte Laken ("Spielt so wie wir saufen") stimmungsvoll beiwohnen konnten.



Der aktiven Essener Fanszene gefiel diese nun schon dritte Verlegung des Austragungsortes bei einem Pokalspiel überhaupt nicht, auch wenn sie um die Gegebenheiten in Burgaltendorf wusste. In einem offenen Brief kündigte das Fan-Bündnis „Westtribüne“ im Vorfeld an, diesmal wie es sich für einen Gast gehört auch in den Gästestehblock zu wechseln (Zitat: "Die Kritik richtet sich allem voran gegen die realitätsfernen Sicherheitsauflagen, durch die es für kleinere Vereine oftmals zum finanziellen Fiasko oder gar unmöglich wird, auf der heimischen Anlage gegen einen Verein wie RWE zu spielen. Der beinahe obligatorische Heimrechttausch nimmt zudem oftmals auch den eigentlichen Reiz des Pokals. Weitere Ungereimtheiten, wie die stets kurzfristige Auswahl des Finalspielorts zugunsten einer der beiden Finalteilnehmer, treiben es auf die Spitze." Im Ganzen auf der Webseite des Fanbündnisess nachzulesen: westtribuene-essen.de). Ein Spruchband mit dem Wortlaut „Eine neue Perspektive täte auch Verbänden und Staatsmacht gut“ unterstrich die Forderung. 





Somit öffnete der Verein den Gästebereich für die rot-weissen Fans, die damit das erste Mal seit ewigen Zeiten wieder auf der „echten“ Westseite ihres Stadions standen. Die heutige „Westtribüne“ steht zwar an der alten Stelle der „West“, aber im Prinzip ist es die Ostseite des Stadions. Während es in Runde zwei und drei etwas mau von der Stimmung im Stadion Essen war, kam gestern unter den 2.748 Zuschauern richtig gute Stimmung und Laune auf. Insbesondere in den ersten Minuten bei den Anhängern aus Burgaltendorf. „Berlin, Berlin wir fahren nach Berlin“ hallte es von der Haupttribüne nach dem Führungstreffer durch einen 35-Meter Schuss von Kreshnik Vladi über den RWE-Torhüter Marcel Lenz. Dem vorausgegangen war ein Fehlpass von Florian Bichler.



In früheren Spielzeiten hätte es durchaus sein können das der Rekord-Pokalsieger Rot-Weiss Essen das Spiel noch vergeigt oder zumindest knapp ausgestaltet hätte. Den Fans sind da noch Spiele wie aufem Acker (gegen Hönnepel-Niedermörther) oder gegen ESC Rellinghausen in unrühmlicher Erinnerung. Nicht aber diese Saison. Da wird dann seriös und unaufgeregt weitergespielt und auch die „kleinen“ Pokalgegner trotz beeindruckender Gegenwehr am Ende torreich weggefläzt.



Nach dem Sieg über den Drittligisten KFC Uerdingen in Runde 1 (2:1), flogen in den Folgerunden den Gegnern die Bälle nur so um die Ohren und ins Netz. Nach einem 5:0 Sieg über Genc Osman (Landesliga), folgte ein satter 9:0 Sieg gegen den Oberligisten SpVg Schonnebeck 1910 e.V. und  gestern nach dem frühen Gegentor wieder neun eigene Tore: Dahmani (14., 55. und 71.), Selishta (19. und 89.), Harenbrock (20.), Adetula (27.) und Wirtz (62. und 70.). In dieser Saison können RWE nur Insolvenzen anderer Vereine (damit verlorene Punkte) oder Schiedsrichter, die das Regelwerk nicht kennen oder falsch auslegen stoppen. Wobei letztere gestern dann auch mit ihren Fehlentscheidungen nicht viel gegen den sichtbaren Klassenunterschied machen konnte.

Lieber Verband, erkläre Deinen Schiedsrichtern bitte doch noch einmal die Abseitsregel, insbesondere die passive Abseitsregel. Danke! Beispiel: Also wenn ein Spieler sich ohne Foul selber den Ball erobert und in den Strafraum dribbelt, dann ist das kein Abseits ...



Für Rot-Weiss Essen standen gestern zwei Langzeitverletzte wieder im Kader und machten ihre Sache mehr als gut: Cedric Harenbrock  und Philipp Zeiger. Harenbock stand seit April 2018 erstmals wieder für RWE auf dem Grün, Zeiger seit dem Sommer. Eine gute Verstärkung für das Team. Rot-Weiss Essen blickt nun auf das Halbfinale im kommenden Jahr: Entweder geht es gegen den 1. FC Kleve oder den Siegern aus den Partien 1. FC Bocholt gegen Rot Weiß Oberhausen und SSVg Velbert gegen TVD Velbert. Vorrangig läuft aber noch die Liga.



Zum Auftakt der Rückrunde gastiert der (für den Autor wahre und inoffizielle Herbstmeister; es fehlen 6 Punkte aus dem verlegten Spiel gegen Haltern und vom Wattenscheid Rückzugs) am 8. Dezember bei der zweiten Mannschaft von Borussia Dortmund.

> zu den Rot-Weiss Essen Fotos

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Inhalt über Klub(s):
Spielergebnis:
1:9
Zuschauerzahl:
2.748
Gästefans
2300

Ligen

Inhalt über Liga
Landespokal
Stadionname:
Stadion Essen
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Locker-leicht geschrieben, wie der Pokalsieg

Der Verfasser weiß, wovon und worüber er schreibt. Lese die Artikel immer sehr gerne.
Danke dafür!

H
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Schöner Artikel.

G
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