Rot-Weiss Essen: Punkt für RWE aufm Acker gegen Schalker Profis und Schiri

Rot-Weiss Essen: Punkt für RWE aufm Acker gegen Schalker Profis und Schiri

 
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KH 24 November 2019
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Eigentlich war ein vorweihnachtlicher Familientag geplant und kein Viertligafußball im beschaulichen kalten Wanne Eickel. Aber nach etwas Drängeln gab die Familie nach und es öffnete sich ein Zeitfenster, das für einen Besuch im Wanner Sportpark in der Mondpalast-Arena reichte. Das Stadion, das vor zehn Jahren (vorher Stadion im Sportpark Wanne-Süd) umbenannt wurde, hat den gewissen Charme der Geschichte und bringt das gewisse Etwas für die Fußball-Romantiker.



Ende der 1970er Jahre hat das Stadion sogar schon Zweitligafußball gesehen. Zum Nachbarschaftsduell gegen Westfalia Herne kamen 1979 über 8.000 Zuschauer ins weite Rund. Die Zeit ist stehen geblieben im und am Stadion, das noch vom DSC Wanne Eickel in der Westfalenliga und vom Nachwuchsteam des FC Schalke 04 in der Regionalliga genutzt wird, weil die Gelsenkirchener (noch) kein eigenes Regionalliga taugliches Stadion haben. Große Zuschauermassen wie in den 1970er Jahren sind eher selten. Zu Spielen des DSC kommen in der Regel so um die 200 Zuschauer, was für diese Liga natürlich völlig in Ordnung ist. Aber das Interesse für die Bubis aus Gelsenkirchen ist auch nicht höher. Zu Spielen des Regionalligateams von Schalke 04 verloren sich in dieser Saison im Schnitt (vor dem Spiel gestern) gerade einmal 372 Schaulustige. Schon etwas peinlich und mit der größte Nerv den die U23 Teams mitbringen: Das Desinteresse der Fans an den eigenen Nachwuchsteams.



In den ersten acht Heimspielen der U23 aus Gelsenkirchen kamen insgesamt 2.975 Zuschauer in den Wanner Sportpark. Gestern beim Nachholspiel gegen Rot-Weiss Essen waren es insgesamt 3.300 Fans, von denen natürlich 95 Prozent es mit den Gästen aus Essen hielten. Die Heimfans interessierte das Spiel kaum und viele gingen auch weit vor Abpfiff, um wahrscheinlich in irgendeiner Sportsbar das Spiel der ersten Mannschaft in Bremen zu sehen, dabei war das Spiel nicht uninteressant, brachte es doch reichlich nervende Momente zum Haare raufen mit.

Das Spiel sollte eigentlich schon im September stattfinden, innerhalb einer „englischen Woche“, aber den Spielplanern des Verbandes ist anscheinend entgangen, dass es Abend dunkel wird und das Stadion kein Flutlicht hat. Kann man schon mal übersehen. Die Regionalliga ist ja auch eher ein Experimentierball für den Verband so scheint es manchmal. Da kann jeder machen was er will und vor allem pfeifen wie er will. Man fragt sich schon, wenn der gestrige Platz in Wanne Eickel bespielbar war, wie muss erst der in Verl ausgesehen haben der angeblich „unbespielbar“ war. Man fragt sich auch wo der Verband diese Schiedsrichter immer ausgräbt, die in der Kreisliga besser aufgehoben wären. Das Unparteiischen-Team gestern (Jonas Windeln, Patrick Dupont, Rene Heinen) in Wanne Eickel gehört eigentlich strafversetzt auf die Schiri-Schulbank für die Fülle der Fehlentscheidungen. Es war zum Haare raufen und sogar ich konnte mich einige Male nicht mehr halten und ließ es (leider) etwas verbal aus dem Zuschauerraum heraus entgleisen. Ich war aber nicht alleine mit meiner Meinung.



Interessiert die Verbandsfunktionäre nicht, obwohl die Liga ja nach eigenen Aussagen die „Championsleague der Amateure“ sein soll. Ein Spruch für die Kloschüssel, genau wie die Begründung zum wettbewerbsverzerrenden Einsatz von Profis aus den ersten Mannschaften in den Reserveteams die herumgeistert. Demnach sollten die Zuschauer froh sein mal hochklassige Fußballer zu sehen. Da kriegt man am idyllischen Sonntagmorgen gehörig Brechreiz, zumal damit ja gestern das für den Verband perfekte U23 Team auf dem Platz stand:

Keine Fans, ein Acker von Spielfeld und dazu noch ein Lizenzspieler aus der Ersten dabei. Eine Wettbewerbsverzerrung sondergleichen. Denn: Die eingesetzten Profis spielen ja nur sporadisch, um sich fit zu halten wenn sie in der ersten Reihe nicht gebraucht werden. Vergleicht man im Fall Schalke die Spielaufstellungen zwischen dem Spiel der Vorwoche gegen den RWE-Aufstiegsmitkonkurrenten Rödinghausen und dem gestrigen Spiel fällt sofort ein Name bzw. ein (derzeit) zehn Millionen Euro Unterschied auf: Nabil Bentaleb. Der algerische Nationalspieler wird derzeit nicht für die erste Mannschaft geplant und soll „sporadisch“ bei der Regionalligamannschaft mitspielen. Gestern zum ersten Mal.



Von der Premiere League und Bundesliga in die Regionalliga. Klar auch kein Träumchen für den Spieler, der heute seinen 25 Jahre Geburtstag feiert, aber auch kein Traum für die sportlichen Gegner. Entsprechend gab es gestern viel Häme von den Rängen für den Spieler bei fast jedem Ballkontakt, was natürlich nicht explizit dem Spieler galt, sondern der allgemeinen Situation der Wettbewerbsverzerrung mit dem Einsatz von höherklassigen Spielern. Zwar konnte Nabil Bentaleb das Spiel nicht entscheiden, aber er spielte mit, im Gegensatz zur Vorwoche wo die Schalker gegen Rödinghausen verloren. Immerhin spielten nicht noch die Lizenzspieler Skrzybski und Reese mit, die auch schon in dieser Saison mal bei der U23 in Sachen Punktgewinn aushalfen.



So musste Essen sich nach fünf Siegen in Folge gegen die Schalker gestern mit einem 0:0 begnügen. Immerhin noch ungeschlagen. Dabei war RWE trotz der widrigen Umstände über das ganze Spiel klar besser, schaffte es aber dann trotzdem nicht diesen zu trotzen. Die wenigen Chancen wurden nicht genutzt, von den Schalkern rüde weggetreten oder vom Schiedsrichtergespann zurückgepfiffen. Unter „fairen“ Bedingungen (subjektiv betrachtet) hätte der Schalker Torwart nach einem Foul nicht mehr weiterspielen dürfen, Essen zwei Elfmeter zugesprochen werden müssen und mehrere vermeintliche Abseitsstellungen vor allem in der Schlussphase des Spiels niemals abgepfiffen werden dürfen. Pech hatte RWE schon beim Aufwärmen, als sich Torhüter Golz verletzte, aber am Ende durch Lenz würdig vertreten wurde. Unglücklich waren hingegen die Versuche den Dreier zu erzwingen. Vor allem der eingewechselte Hamdi Dahmani agierte einmal mehr enttäuschend. Schade dass ein Ennzo Wirtz und ein Jonas Erwig-Drüppel sich nicht mehr beweisen dürfen und nur von der Tribüne das Spiel beobachten müssen. Der Trainer wird es wissen warum.

Das Essener Spiel war gut, am Ende fehlte das Quentchen Glück um die Profis, den Acker und das Schiedsrichtergespann zu besiegen. Nächste Woche gleicher Ort andere Mannschaft und hoffentlich bessere Schiris: Es geht gegen den Aufsteiger TuS Haltern.

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Spielergebnis:
0:0
Zuschauerzahl:
3.300
Gästefans
3100

Ligen

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Regionalliga
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Genauso war es, Acker, scheiss schiris und dann die unsägliche u23

G
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