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Chemnitzer FC vs. SV Waldhof Mannheim: Ein flottes Wiedersehen nach 18 Jahren…

 
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MB 23 Juli 2019
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Karsten Oswald, Peer Kluge, Olaf Renn auf der einen Seite, Ervin Skela, Sascha Licht, Laszlo Klausz auf der anderen Seite - alle gingen sie leer aus am 12. April 2001, als im Stadion an der Gellertstraße vor knapp 3.000 Zuschauern der Chemnitzer FC und der SV Waldhof Mannheim aufeinander trafen. Es war in der Reihe der Aufeinandertreffen das dritte torlose Remis in Folge. Während es in den 1990er Jahren so einige Spiele in der 2. Bundesliga gab, trennten sich nach dem Duell im April 2001 die Wege der Himmelblauen und des SV Waldhof. Am Ende der Zweitligasaison 2000/01 stieg der CFC als abgeschlagener Tabellenletzter ab. Den Mannheimern fehlte indes nur ein Pünktchen, um in die 1. Bundesliga aufzusteigen. Hätte der FC St. Pauli nicht beim Glubb mit 2:1 gewonnen, wäre es der SV Waldhof Mannheim gewesen, der statt der Hamburger den Sprung ins Fußballoberhaus gepackt hätte. Am Ende war das eigene 4:0 gegen den 1. FSV Mainz 05 quasi wertlos. St. Pauli konnte in Nürnberg das Spiel drehen und somit den Aufstieg feiern.

Nach Rang neun in der Folgesaison stieg der SV Waldhof am Ende der Saison 2002/03 als Tabellenletzter ab - und kam nie wieder hoch in Liga zwei. Nachdem damals die Lizenz für die Regionalliga verweigert wurde, musste in der Oberliga Baden-Württemberg ein Neubeginn gestartet werden. Eine schnelles Hochkommen in die Regionalliga? Denkste! Erst im vierten Anlauf gelang der Sprung nach oben. 2010/11 musste jedoch noch einmal in der Oberliga gekickt werden. An den Aufstieg am Ende jener Saison kann ich mich noch gut erinnern. Wir erhielten damals Fotos von der Aufstiegsfeier von den Ultras Mannheim, der von den Fans geflutete Rasen hatte sich im Geiste fest eingeprägt.

Und dann? Wieder einmal wurden es vier Anläufe, um einen Aufstieg feiern zu dürfen. Das war wahrlich bitter, was in den jeweiligen Aufstiegsspielen geschah. Gegen Lotte, Meppen und Uerdingen hatte man jeweils das Nachsehen. Dass gegen die Krefelder manch einem die Sicherungen durchgebrannt sind, ist allzu gut zu verstehen. Das Ganze muss man sich noch einmal auf der Zunge zergehen lassen! Die Arbeit einer ganzen Saison war jeweils auf gut Deutsch gesagt für den Arsch. Und das Ganze am Ende nicht gegen Essen, 1860 München oder Magdeburg! Nein, gegen Lotte, Meppen und Uerdingen! Ohne den Vereinen zu nahe treten zu wollen, aber rein neutral betrachtet klingt diese Negativserie einfach mega derb!

Umso mehr freute sich nun Fußballdeutschland und selbstverständlich vor allem die eigene Anhängerschaft über den längst überfälligen Aufstieg in die 3. Liga! Auf in den Osten! Auf nach Kaiserslautern! Erst genannter Punkt durfte sogleich am ersten Spieltag in Angriff genommen werden. Auf nach Chemnitz! Immerhin 7.381 Fußballfreunde wollten beim Wiedersehen nach 18 Jahren mit dabei sein. Wer damals im Frühjahr 2001 mitunter noch fröhlich in die Windel gepupst hatte, stand nun als junger Erwachsener in den jeweiligen Fanblöcken. Logisch, dass Mannheim mit voller Kapelle angereist war, und die Fotos beweisen es, dass auch viele „Alte“ mit von der Partie waren. Hey, logisch, dass man richtig Bock auf die erste Sause in der frisch gestarteten Spielzeit hatte. 

„Unbreakable“, hieß es auf weißen fetten Lettern auf schwarzem Grund. Damit war im Prinzip alles gesagt. Hochgehalten wurden blaue und schwarze Streifen. Fürs erste sollte dies genügen. Verständlich, dass bei ersten Auftritten in der Ferne erst einmal auf eher schlichte Mittel zurückgegriffen wird. Auf dem Rasen legte Mannheim flott los, und nach ersten prima Möglichkeiten konnte Maurice Deville in der 22. Minute den verdienten Führungstreffer erzielen. Nach prima Zuspiel konnte er allein vor dem CFC-Keeper platziert unten links einschieben. In der zweiten Halbzeit legten die Chemnitzer allerdings ein Schippchen drauf. In der 55. Minute wurde nach einer Chemnitzer Ecke der Ball mit dem Kopf scharf auf das Mannheimer Gehäuse gebracht, von der Brust des Mannheimer Spielers Marcel Seegert landete der Ball ein wenig unglücklich in den Maschen. Unter dem Strich können sicherlich beide Aufsteiger mit einem Punkt zum Auftakt leben. 

Ach ja, einst am 21. August 1991 gab es das allererste Aufeinandertreffen des CFC und des SVW. Das Heimspiel des SV Waldhof wurde damals noch im Stadion am Alsenweg ausgetragen. Vor 6.200 Zuschauern ging damals auch Waldhof mit 1:0 in Führung, in der 79. Minute konnten die Himmelblauen ausgleichen. Der Endstand: 1:1. Der damalige Trainer der Chemnitzer? Na, wer weiß es noch? Der gute Hans Meyer!

Fotos: Los Misenas, Ultras Mannheim (2011), Klischi

> zur turus-Fotostrecke: Chemnitzer FC

> zur turus-Fotostrecke: SV Waldhof Mannheim

Inhalt über Klub(s):
Spielergebnis:
1:1
Zuschauerzahl:
7.381

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