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SG Wilthen vs. TSV Wachau: Gedrehtes Spiel, Pyro, Flaschenbier und Handgemenge

 
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MB 02 Juli 2019
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Schon mal was von Wilthen gehört? Nicht Witten, sondern Wilthen! Wilthen ist die selbsternannte Stadt des Weinbrandes und ist in der Oberlausitz nahe der deutsch-tschechischen Grenze zu finden. In der 5.000-Einwohner-Stadt ist die SG Wilthen beheimatet, die ein ziemlich lässiges Vereinsemblem hat. Ein vierblätttriges Kleeblatt und darauf ein schwarzes geschwungenes „W“. Hat was! Die zurückliegende Saison wurde in der 1. Kreisliga (Westlausitz) mit Rang sechs beendet. Meister in dieser Staffel wurde der TSV Wachau, der am vorletzten Spieltag mit einem 8:2-Sieg gegen den FSV Bretnig-Hauswalde den Sack zugemacht hatte. Und ja, auch das Vereinsemblem des TSV Wachau ist nicht von schlechten Eltern. Ein Kranich (nehme ich mal an), der den Fuß auf einen klassischen Fußball hebt. Ebenso sympathisch ist, dass auf der offiziellen Webseite des Vereins ein paar schmucke Pyro-Bilder zu finden sind. 

Grün-Weiß gegen Rot-Weiß. Beide Vereine trafen am vergangenen Samstag im Kreispokalfinale aufeinander. Im Halbfinale hatte die SG Wilthen vor 102 Zuschauern den Hoyerswerdaer FC nach Rückstand mit 2:1 schlagen können, der TSV Wachau durfte gleich 255 Zuschauer begrüßen und schlug den SV Aufbau Deutschbaselitz mit 3:0. Man ahnt schon, da ging doch was! Und ob! Das Finale wurde im Jahn-Stadion in Hoyerswerda ausgetragen - und immerhin 325 Fußballfreunde wollten auf den Rängen dabei sein.

Beide Seiten hatten mobil gemacht und reisten mit Bussen an. Logisch, dass beide Fanlager bei diesem sommerlichen Wetter großen Durst mitgebracht hatten. Leider wurden in Hoyerswerda nicht genügend Vorbereitungen getroffen. Ein Zapfhahn für über 300 durstige Kehlen? Schlichtweg zu wenig! Da die Wenigsten Lust auf 30-minütiges Warten hatten, brachten zahlreiche Fans einfach ein paar Kasten Bier mit ins Stadion. Passte!

Zu Beginn der Partie gab es auf Wachauer Seite ein Schnipsel-Intro zu sehen. In der Folge wurden eher akustische Akzente gesetzt. Es wurde gepöbelt, es wurde mit Gesängen provoziert - das Ganze halt auf einem netten Dorffußball-Niveau. Die vom Westlausitzer Fußballverband Anwesenden reagierten indes meist mit Humor, was die Pöbelei und die spätere Zündlerei betraf.

Auf dem Rasen ging die SG Wilthen mit 2:0 in Führung. In der 34. Minute erzielte Patrick Queitsch den ersten Treffer, kurz nach der Pause konnte Frank-Michael Hanke nachlegen. „Scheunig vor Stolpertor“, war auf einem Spruchband auf der Haupttribüne, wo sich die Fans aus Wilthen eingefunden hatten, zu lesen. Tom Scheunig schoss allerdings am Samstagnachmittag kein Tor. 

Nun waren die Gäste an der Reihe! Christian Gärtner machte in der 78. Minute den Anschlusstreffer klar, nur drei Minuten später konnte Markus Müller zum 2:2 ausgleichen. Als kurz vor Ablauf der regulären Spielzeit viele bereits mit der Verlängerung rechneten, zeigte der Schiedsrichter auf den Punkt. Elfmeter für den TSV Wachau. Christian Gärtner übernahm Verantwortung und traf vom Punkt aus. 3:2 für Wachau - das Spiel war gedreht.

Fans und Spieler drehten vor Freude durch. Das Bier aus den mitgebrachten Flaschen schäumte und spritzte nur so. Nach Abpfiff legten beide Fanlager nochmals nach. Die Fußballfreunde aus Wilthen zündeten grünen Rauch, so dass kurz die Siegerehrung unterbrochen werden musste. Die Fans des TSV Wachau ließen sich ebenso nicht lumpen und griffen zu Fackeln und roten Rauchtöpfen.

Auf und vor der Haupttribüne entwickelte sich noch ein kleines Handgemenge, bei dem ein Sportsfreund aus Wachau etwas abbekam. Allerdings beruhigte sich das Ganze wieder und Spieler und Fans des TSV Wachau setzten ihre Feierlichkeiten fort. Aufstieg und Kreispokal - wenn das kein Grund ist, sich mal richtig gepflegt zu betanken! Was andere darüber denken, scheint denen eh schnurz zu sein. Das „TSV Wachau … keiner mag uns, scheißegal!“ war nicht nur auf dem schwarzen Banner zu lesen, sondern steht auch auf der Vereinswebseite ganz oben geschrieben…

Fotos: Los Misenas

> weitere Impressionen vom Kreispokalfinale

Spielergebnis:
2:3
Zuschauerzahl:
325

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