Magdeburg in Bochum, aber Polizei NRW verdirbt Auswärtstour

Erstes Mal Magdeburg in Bochum, aber Polizei NRW verdirbt Auswärtstour

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KH 04 Mai 2019
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Das erste Mal die Magdeburger Fanschar mit ihrem brachialem Fußballgesang in Bochum - darauf freute man sich schon die ganze Saison, und nicht nur ich auch der eine oder andere war gespannt, was der FCM so auf die Beine stellt. Bereits bei ihren letzten Auftritten im Ruhrgebiet - zum Beispiel in Duisburg an einem Freitagabend - überzeugte der stimmgewaltige Anhang, und auch heute hatten sich 2.500 Fans per Sonderzug, Wochenendticket, Auto und Bus an der Castroperstraße im altehrwürdigen Ruhrstadion angesagt und den Gästeblock ausverkauft. Nach dem Heimsieg gegen Fürth war ja wieder alles drin für den FCM in Sachen Klassenerhalt, zumindest der Relegationsplatz.

Entsprechend erfolgte der Aufruf der Ultras und Faninitiativen alle nach Bochum zu reisen, im Trikot und egal wie. Das Magdeburger Fanprojekt veröffentlichte dazu ein Motivationsvideo, unterlegt mit Musik aus dem Film „Inception“, um den „Traum“ vom Klassenerhalt mit Hilfe der Fans für alle greifbar zu machen. Um kurz nach halb sechs Uhr in der Früh ging es heute in Magdeburg für die Sonderzugreisenden los, um fünf Stunden später am Bochumer Hauptbahnhof anstatt im Stadion zu stranden. Was war passiert?

Während auf dem Trainingsplatz am Ruhrstadion einige Profis schon mal für das Spiel „anschwitzten“ und auf der Castroperstraße die Abschleppwagen reichlich zu tun hatten, um den Weg für die Fans frei zu bekommen, da wurde aus dem Sonderzug heraus kurz vor der Zielankunft Pyrotechnik durch Magdeburger Fans gezündet. Ok, muss nicht sein, aber was dann folgte grenzt schon etwas an übertriebener Absurdität und lässt Raum für viele Interpretationen, je nachdem aus welchem Blickwinkel.



Macht man es wie die lokalen, inzwischen zu Boulevardblättchen gewordenen Nachrichtenportale WAZ und DerWesten der Funke Mediengruppe und spielt die PR-Abteilung der Polizei und kopiert einfach deren Meldungen und Aussagen, hat man seine Topnews für den Nachrichtenstream und „Klicks, Klicks, Klicks“. So hieß es in der WAZ "Magdeburger Problemfans blockieren Bochumer Hauptbahnhof" und im Klickbaitportal „DerWesten“ aus der gleichen Mediengruppe „Bahnverkehr lahmgelegt wegen randalierender Fußballfans“. Liebe Journalisten oder Praktikanten. Das ist leider falsch und damit „Fake News“. Wer nicht vor Ort war und nur die Schlagzeilen bzw. Polizei Pressemeldungen liest, wird wie leider sehr oft durch die Medienlandschaft völlig desinformiert. Denn nicht „randalierende“ Magdeburger Fans blockierten den Bochumer Hauptbahnhof, sondern die Polizei NRW mit ihrem übertriebenen Polizeieinsatz, den man sich auch mal in gewissen anderen Situationen wünschen würde.



Nachdem der Zug in den Bahnhof eingerollt war und die Fans und „sportlichen“ Fraktionen bierselig ausstiegen, erwartete sie schon auf dem Bahnsteig ein übertriebenes Polizeiaufgebot. Ähnlich vor dem Bahnhof. Die Polizei NRW hat keine Kosten und Mühen gescheut und alles, was laufen (Pferde, Hunde, Polizisten) sowie fahren (Mannschaftswagen, Überwachsungswagen, Wasserwerfer) konnte, aufgestellt, um die Gästefans gebührend zu empfangen oder (Interpretation) gar nicht ins Stadion zu lassen. Denn als ob es nur einen Auslöser, wie das Entzünden von Pyro, brauchte, wollte die Polizei NRW hier scheinbar mal wieder Härte gegenüber Fußballfans zeigen und diese komplett in „Geiselhaft“ nehmen, anstatt sich den / die "Übeltäter" herauszufischen. Das wäre sicherlich auch im Nachgang möglich gewesen, ebenso wie eine Kontrolle außerhalb des Bahnhofs.

Aber vielleicht wollte die Polizei auch ihre Ruf gerecht werden? In den 1990er Jahren bekam die Bochumer Polizei ja mal die unrühmliche Auszeichnung des „goldenen Schlagstocks“. Aber anstatt sich mal um die Missstände in der eigenen Behörde zu kümmern (Stichwort: Aktenvernichtung) oder gegen kriminelle Clan-Strukturen in manchen Stadtteilen im Ruhrgebiet vorzugehen, glänzen die Sicherheitskräfte dort mit Abwesenheit. Warum nicht mal einen Wasserwerfer und ein paar Hundertschaften zu abendlicher Stunde in die neu entstandenen No-Go Areas? Nee, lieber Fußballfans drangsalieren, das ist geschmeidiger und einfacher.



Entsprechend die Polizei-Taktik des Tages: Erst wird der Zug nach Pyrotechnik durchsucht und danach jeder Mitreisende - vorher geht es nicht ins Stadion. Klar, dass es ruppig zuging. Auf der einen Seite die hochgerüsteten Sicherheitskräfte mit Videoüberwachung im Gepäck auf der anderen Seite die Fußballfans, die eigentlich in einem Rechtsstaat leben, aber auf Bahnsteig 3 des Bochumer Hauptbahnhofs mit rechtlich bedenklichen Methoden festgehalten und überprüft werden sollten. Logisch, dass dies nicht nur den Fans, sondern auch der Fanhilfe Magdeburg, dem Fanprojekt und den vor Ort tätigen Anwälten gegen den Strich ging, wie man an den Twitter Nachrichten sieht: https://twitter.com/fanhilfe_md.

Gefunden wurde nach aktuellen Informationen übrigens nix, und die 700 Zugreisenden wurden dann doch noch zum Spiel gelassen. Sportlich gesehen war das kein Spiel für Magdeburg, Bochum einfach zu überlegen. Stimmungstechnisch zeigten die Magdeburger Fans, die zum Anpfiff im Stadion waren, wie laut es hätte werden können. Als die Info die Runde machte, dass Teile der Fanszene am Bahnhof festgehalten werden, hängten die FCM-Fans ihre Fahnen ab und verließen den Gästeblock. Ein Verlassen des Stadions wurde aber durch die massive Polizeipräsenz verhindert.



Die Bochumer Fans solidarisierten sich daraufhin mit einem schnell geschriebenen Spruchband. In der 66. Spielminute - es stand 3:1 für den VfL Bochum - hämmerten die Magdeburg Fans im Stadion gegen die Scheiben und den Zaun, die Begrüßung für die Zugreisenden, die nun direkt ins Stadion gelassen wurde. Und da war er dann doch noch für immerhin 24 Minuten (+ 4 Minuten Nachspielzeit): der stimmgewaltige Support der Magdeburger Fans, bei dem sich die teils frustrierenden Gesänge vor allem gegen die Polizei richteten. Die ließ es sich übrigens nicht nehmen, kurz vor Spielende behelmt in den Innenraum auf der Gegengerade einzumarschieren. Mehr Provokation geht nicht, merkten sie dann wohl auch und zogen wieder von dannen.



Man kann nicht sagen, ob die Magdeburger Mannschaft mit der Unterstützung von Beginn an anders gespielt hätte. Vielleicht. Trotz Niederlage (2:4 asu FCM-Sicht) und dem möglichen Abstieg in Liga 3 vor der Brust, bauten die Mitgereisten sie wieder auf. Man kann es so sagen: die Polizei NRW hat den Magdeburgern die Auswärtstour mit unverhältnismäßigen Mitteln verdorben. Es wird nicht leichter, in der kommenden Woche spielen die Magdeburger beim Aufstiegsaspiranten 1. FC Union. Der FCU dagegen gastiert in 2 Wochen im Bochumer Ruhrstadion. Ich bin gespannt auf die dann kommende Polizeitaktik.

> zu der VfL Bochum Fotostrecke

> zu der 1. FC Magdeburg Fotostrecke

Update 05.05.2019: Der am 04.05.2019 um 12:39 Uhr erschienene WAZ-Artikel "Magdeburger Problemfans blockieren Bochumer Hauptbahnhof" wurde komplett umgeschrieben und ist so auf dem Portal nicht mehr zu finden. In der aktualisierten Version kommen Inhalte / Darstellungen von beiden Seiten zu Wort. Das der aktuelle Artikel ein Update eines vorher "einseitigen" Publikation ist, erfährt der Leser dagegen nicht.

Inhalt über Klub(s):
Spielergebnis:
4:2
Zuschauerzahl:
17.339
Gästefans
2500

Ligen

Inhalt über Liga
2. Bundesliga
Stadionname:
Vonovia Ruhrstadion
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Frage

Wie zum Henker wolln die das am Samstag regeln???

G
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@ Gast / Lokführer: Wir sind offen für konstruktive faire Kritik an unseren Artikeln und lassen jegliche Bewertungen zu. Aber anschreien und beleidigen lassen wir uns nicht ....

A
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@ Gast vom 06.05.2019

"Ich weiß nicht in welcher Welt dieser Autor lebt.

Zitat: "[...] Zielankunft Pyrotechnik durch Magdeburger Fans gezündet. Ok, muss nicht sein [...]"
MUSS NICHT SEIN? Es ist nicht umsonst verboten und alleine das aus einem fahrenden Zug Pyrotechnik geworfen wurde und explizit bei Halten ist eine Straftat die Aufgeklärt werden muss. UND ZWAR ZU EINEM ZEITPUNKT !BEFVOR! Pyrotechnik weitergegeben werden kann oder (Wie schon oft vorgekommen) IM BAHNHOF gezündet werden kann. Also muss die Polizei jeden der Aussteigt kontrollieren. Das dies durchaus gerechtfertigt war hat man gut daran gehsen das einige Feiglinge über die Gleise abhauen wollten, was zu massiven Beeinträchtigungen des Bahnverkehrs geführt hat. Mal ein wenig das Hirn einschalten sollte auch für Kleingeister wie Sie möglich sein.

Ich als Lokführer bin sogar dafür: KEIN EINZIGER FAN SOLLTE MEHR MIT EINEM ZUG ZU EINEM SPIEL GEFAHREN WERDEN... Fackelt doch eure eigenen Auto ab oder zerstört da das Inventar."

Beleidigend werden, falsche Fakten darstellen.
Pyrotechnik ist weder verboten noch ist das anzünden dieser eine Straftat, wenn, dann ist dies eine Ordnungswidrigkeit. Nur weil Sie das gern so hätten wie auch das Bundesland Hessen, bedeutet es das allerdings noch lange nicht. Dazu sind die Utensilien ganzjährig in Deutschland ab 18 frei erhältlich und vom Bundesamt für Materialforschung und -prüfung (kurz: BAM) freigegeben bzw. sobald nicht den Vorgaben entsprechend eben nicht freigegeben.

Vermutungen anstellen mit der Behauptung, dass sich irgendwer irgendwem entziehen wollte und das seien Feiglinge ist stark und vielen Dank dafür.
Die Unschuldsvermutung gilt bis zum Schuldspruch im Namen des Volkes bei einem Gericht.

Den Raum von allen Seiten betrachten, möglich war eine auch Panikreaktion auf Grund der tatsächlichen Sach- und Stresslage, welche Sie scheinbar sehr gut kennen und vor allem viel besser einschätzen können als anwesender Sachverständigter, Detektiv, Staatsanwalt, Richter und Polizist, alles in einer Person gleichzeitig, dort vor Ort (meine subjektive Meinung auf Grund Ihrer selbst gewählten Worte).
Insofern haben Sie sich mit ihrem Kommentar für mich disqualifiziert, da keinerlei fundierte Aussagen und nachweisbare Fakten von Ihnen dargelegt sind.

Zur Info:
Wer groß schreibt, schreit. Man muss niemanden anschreien, denn das hat etwas mit demütigen zu tun.

T
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Wir sehen uns am Sonntag auf dem Alexanderplatz!

K
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G
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Ich weiß nicht in welcher Welt dieser Autor lebt.

Zitat: "[...] Zielankunft Pyrotechnik durch Magdeburger Fans gezündet. Ok, muss nicht sein [...]"
MUSS NICHT SEIN? Es ist nicht umsonst verboten und alleine das aus einem fahrenden Zug Pyrotechnik geworfen wurde und explizit bei Halten ist eine Straftat die Aufgeklärt werden muss. UND ZWAR ZU EINEM ZEITPUNKT !BEFVOR! Pyrotechnik weitergegeben werden kann oder (Wie schon oft vorgekommen) IM BAHNHOF gezündet werden kann. Also muss die Polizei jeden der Aussteigt kontrollieren. Das dies durchaus gerechtfertigt war hat man gut daran gehsen das einige Feiglinge über die Gleise abhauen wollten, was zu massiven Beeinträchtigungen des Bahnverkehrs geführt hat. Mal ein wenig das Hirn einschalten sollte auch für Kleingeister wie Sie möglich sein.

Ich als Lokführer bin sogar dafür: KEIN EINZIGER FAN SOLLTE MEHR MIT EINEM ZUG ZU EINEM SPIEL GEFAHREN WERDEN... Fackelt doch eure eigenen Auto ab oder zerstört da das Inventar.

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Super geschrieben.

A
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Noch mehr Geschlossenheit, Zusammenhalt! Sich solch eine Scheiße nicht gefallen lassen!

F
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