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Dem Klassenerhalt nahe: VSG Altglienicke besiegt SV Babelsberg 03 mit 2:1

 
5.0 (4)
F 27 April 2019
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Im Berliner Friedrich-Ludwig-Jahnsportpark gehen bald die Lichter aus. Planmäßig soll 2020 die Abrissbirne geschwenkt und bis 2023 der Neubau hingezaubert werden. Aber was passiert in Berlin schon planmäßig. Die Flutlichter - nicht, dass sie jemals sonderlich ergiebig waren - sind schon jetzt aus. Über Plan sozusagen. Das liegt aber an einem Kabelbrand, ob das noch mal repariert wird, ist bisher unklar. Gespielt wird trotzdem, sogar an diesem lauen Frühlingsabend - nur schon eine halbe Stunde früher. Anpfiff also bei Sonnenschein um 18:30, wie in Liga 2.

Wir befinden uns allerdings in der Regionalliga Nordost, hier will die VSG Altglienicke an diesem 31. Spieltag einen entscheidenden Schritt in Richtung Klassenhalt gehen. Fünf Punkte Abstand zum Drittletzten sind bei 12 noch zu vergebenden kein beruhigendes Polster. Die Gäste aus Babelsberg können die Saison als aktuell siebter im gesicherten Mittelfeld hingegen entspannter ausklingen lassen. Entsprechend gelöst war die Stimmung im Gästeblock, der bei der schnulzigen Altglienicker Hymne lässig mitklatscht. Danach hallte es aus blechernen Lautsprechern: „We will rock you!“ durchs leere Rund das dann beim Einlauf der Mannschaften jäh unterbrochen wurde von „Hells Bells“ - best of Stadionunterhaltung.

Die Babelsberger begannen dann, ihre in rot gekleideten Mannen anzufeuern mit „Allez blau-weiss!“ Altglienicke bot zunächst einige gute offensive Ansätze und war hartnäckig in den Zweikämpfen. Die Gäste gaben ihren ersten Warnschuss nach 15 Minuten auf das Berliner Tor ab und ließen sich immer mal im VSG-Strafraum blicken während ihre Anhänger fleißig weiter sangen, trommelten und ihre Fahne dem Winde anvertrauten. Ihr Torschrei in Minute 25 währte nur kurz, die Fahne war oben.

Und so blieb es bei einlullendem Dauergesang in Halbzeit eins, der gefühlt auf drei Lieder verteilt war. Die Intensität auf dem Platz hingegen nahm zu, des Schiedsrichters Pfeife kam häufiger zum Einsatz und beide Teams mussten schon im Laufe der ersten Hälfte je einmal verletzungsbedingt wechseln. Die Angriffe hüben wie drüben blieben aber vorhersehbar und leicht zu klären. Babelsbergs Coach Almedin Civa nannte das im Nachgang eine ausgeglichene ersten Hälfte in der beide Mannschaften „wenig zugelassen haben“. So ging es torlos in die Pause.

Mit der untergehenden Sonne betraten beide Teams dann erneut das Feld. Die Intensität blieb bestehen, 455 Zuschauer sahen viele Verletzungspausen. Und in Minute 65 einen forschen Schuss knapp übers VSG-Tor pfeifen. Das war der Auftakt für ereignisreichere Minuten: kurz darauf dröhnte die Altglienicker Tormusik: Babelsberg bekam nach einer Ecke den Ball nicht raus, Lukas Müller zog von der Strafraumkante trocken ab, der Ball zappelte unten flach im Netz. Es war die erste richtig gefährliche Situation der Hausherren und die saß!

Nach vielen Spielen mit Pech, kehrt plötzlich eine ungewohnte Effizienz ein: „in den letzten beiden Spielen machen wir aus sechs Chancen fünf Tore und belohnen unseren Aufwand“, gab VSG-Trainer Andreas Zimmermann am Ende erleichtert zu Protokoll. Schon beim 3:1 bei Lok Leipzig nutzte Altglienicke fast jede Chance. Aber Moment mal - fünf Tore? Da war ja noch was. Andreas Zimmermann hatte nämlich auch noch einen Rat für seinen dental angeschlagenen Flügelstürmer Christopher Quiring: „Schieß doch einfach mal drauf.“ - Gesagt, getan: nachdem Babelsberg in Minute 72 erneut nach einer Ecke schläft, erhöht CQ22 per sehenswertem Fernschuss auf 2:0. 

Hatte das Führungstor den Hausherren jedoch noch Oberwasser verliehen, so bauten sie jetzt ab. Und so kam Babelsberg sieben Minuten später zum Anschlusstreffer durch ihren Goalgetter vom Dienst Tom Nattermann. Hoffnung keimte auf, Babelsberg war plötzlich häufiger beim Torabschluss zu beobachten während Altglienickes Zweikampfverhalten unterirdisch wurde. In Minute 89 hielt Keeper Dan Twardzik schließlich mit einem Riesen-Reflex gegen den eingewechselten Lionel Salla den Sieg der VSG fest - die Punkte blieben in Berlin.

Babelsberg rutscht so am Ende einer soliden Saison noch etwas weg. Für Altglienicke sieht es so aus, als ob der Club auch im nächsten Jahr Regionalliga spielen wird. Unklar ist nur wo - ob am favorisierten Baumschulenweg, der noch dafür hergerichtet werden müsste? Oder in einer Zwischenlösung? Oder doch noch mal ein wenig im Jahnsportpark, falls es doch noch etwas dauert bis dort endgültig die Lichter ausgehen? Ohne Flutlicht hat es ja heute immerhin ganz gut funktioniert.

Fotos: Felix

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Spielergebnis:
2:1
Zuschauerzahl:
445

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Wenn sie das Stadion abreißen, werde ich eine kleine Träne verdrücken. Ich war mehrmals dort und es hat echt was. Klar, die Laufbahn ist nicht optimal für Fußball, aber die Flutlichtmasten und die Haupttribüne sind echte Hingucker, versprühen den Scharm längst vergangener Fußballzeiten. Auch die Lage dort mitten in Berlin auf dem Hügel gefällt. Es ist auf jeden Fall noch etwas Besonderes fürs Auge, da man sich heutzutage fast nur noch in kostenoptimalen Blech/Beton-Stadien rumtreibt.

B
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