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Duisburg vs. Dresden: MSV im Weihnachtsblues, Dynamo eiskalt

 
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KH 23 Dezember 2018
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Klingeling und täglich grüßt das Murmeltier: Schon wieder steht Weihnachten vor der Tür und wieder spielt der MSV Duisburg gegen die SG Dynamo Dresden, und schon wieder haben Fußballfans so ihre Probleme mit den Sicherheitskräften. Im vergangenen Jahr (17. Dezember 2017) thematisierte die aktive Dynamo-Fanszene mittels Spruchbändern die kurz zuvor stattgefundene Razzia beim Dresdener Fanprojekt und zahlreichen Fans (aufgrund der viel beachteten „Krieg dem DFB“ Camouflage-Aktion im Frühjahr 2017) im Duisburger Gästeblock, heute schaffte es viele Ultras "aufgrund von polizeilichen Maßnahmen" erst gar nicht in diesen.

Schon im Vorfeld verkündete die Polizei ihr Kommen mit einem Großaufgebot und bei der Anreise wurde deutlich, was damit unter anderem gemeint war. Bereits an der Autobahnabfahrt wurde an der Ampel in jedes Auto ein scharfer Blick geworfen und an der Kreuzung zum Stadion die richtige Zuteilung gemacht. Ein Fauxpas, wie er den Sicherheitskräften vor zwei Wochen in Duisburg passierte, als Hansa Rostock Fans (beim Heimspiel des KFC Uerdingen) völlig ohne Polizeibegleitung vor der Heimseite parken konnten (wir berichteten), sollte sich nicht wiederholen.



Von den Sicherheitsmaßnahmen am Duisburger Gästeblock können zahlreiche Fangruppen berichten, wenn auch eher negativ. Aus einem normalen Eingang wird dann bei "Hochsicherheitsspielen" eine so genannte "Vereinzelungsanlage", in der die Fans wie Vieh durch eine Schleuse ins Stadion gelassen werden. Ein Sturm des Stadions soll damit verhindert werden und ist eigentlich (fast) unmöglich, das Hereinbringen von pyrotechnischem Material verhindert diese Schleuse aber nicht, wie die letzten Spiele in Duisburg zeigten. Immer wieder kommt es zu Engpässen und Gerangel an den Schleusen, so dass es bei Spielen mit größeren Fanaufkommen zu kritischen Situationen kommen kann, bei denen die Sicherheitskräfte dann nicht zimperlich durchgreifen.



Das als Einschätzung - von dem heutigen Vorfall vor dem Gästeblock in Duisburg wissen wir (noch) nichts genaues. Deshalb: Mehr können und wollen wir dazu auch nicht schreiben, auch nicht das was in den sozialen Netzwerken an (scheinbar echten) Informationen kursiert und auch nicht, was die Polizei schreibt und andere Medien von dieser 1:1 abpinnen. Das war und ist nicht unser Stil. Wir waren nicht vor Ort draußen am Gästeeinlass, sondern nur im Stadion. Sicher ist aber: Mehr als 100 mitgereiste Dresden-Fans konnten heute das Spiel ihrer Mannschaft nicht sehen und mussten draußen bleiben. In diesem Zuge solidarisierte sich die komplette mitgereiste Dynamo-Fanszene mit den draußen gebliebenen und hängte ihre Fahnen ab und stellte den Support ein. Zur Halbzeit setzten die Fans noch einen drauf und verließen zum größten Teil den Stehblock.



Das scheint in Duisburg langsam zur negativen Mode zu werden, denn vor zwei Wochen ereilte den Rostocker Fans das gleiche Schicksal. Entsprechend solidarisierte sich die aktive Duisburger Fanszene für einen kurzen Gesang mit den Dresden Fans gegen die Sicherheitskräfte, um danach wieder ihre Mannschaft anzufeuern, die anders als noch im vergangenen Jahr (damals 23 Punkte heute 13) auf dem kalten matschigen Grund der MSV Arena im bitteren Zweiligaalltag angekommen ist.





Ein grausiges Spiel, bei üblen Platzverhältnissen vor 14.836 Zuschauern und trotzdem wie schon in der Vorwoche der Hamburger SV kamen auch diesmal die Gäste leichter mit dem Acker klar. Während 2017 der MSV mit 2:0 gewann, setzte es diesmal eine verdiente 1:3 Niederlage. Zwar hatten die Duisburger ihre Chancen, vergaben diese aber leichfertig. Schon nach vier Minuten führte Dresden und legte mit dem Halbzeitpfiff noch einen nach. Ein gellendes Pfeifkonzert begeleitete die Zebras in die Kabine, während die wenigen im Stadion verbliebenen Dresden Fans in der 53. Spielminute wieder jubeln durften. Nach zwei Niederlagen und einer Freistellung (Heise) und einer Suspendierung (Aosman) in Folge beglückte Moussa Koné (siehe Titelbild) die zuletzt frustierte schwarz-gelbe Fanseele.



In der 66. Spielminute schöpfte der MSV Duisburg nochmal Hoffnung als Oliveira Souza einnetzte und für kurze Zeit war der MSV am Drücker, am Ende reichte es aber nicht für einen versöhnlichen Abschied in die Winterpause. Der einsame Weihnachtsmann auf dem Oberrang in der Nordkurve hatte kein Glück im Gepäck: Die Duisburger überwintern auf dem Relegationsplatz (16.) und müssen am 29. Januar dann in Bochum wieder aufs Feld. Ein hartes Stück Arbeit wartet bis dahin. Dynamo Dresden steht auf Platz zehn mit 25 Punkten und erwartet am 30. Januar Arminia Bielefeld.

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Spielergebnis:
1:3
Zuschauerzahl:
14.836
Gästefans
1200

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G
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Fantrennung?

Einerseits ein Aufgebot das jedem Derby, und hier rede ich von Spielen mit wirklichem Krawallpotenzial, gut zu Gesicht stehen würde. Andererseits spätestens auf den Parkplätzen rund ums Wedaustadion juckt es aber keinen mehr ob sich Blau-Weiß und Schwarz-Gelb vermischen. Es hätte auf den Rängen nochmal ein ordentliches Adventssingen geben können, so bleibt der fade Nachgeschmack dass die Cops nur darauf gewartet haben ihr Aufgebot zu rechtfertigen.

C
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