Ein Sieg folgt dem nächsten. Der EHC Eisbären Berlin ist der erfolgreichste Eishockeyverein der vergangenen Jahre. Der amtierende Meister steht derzeit an der Tabellenspitze der Deutschen Eishockey-Liga. Und das mit 18 Punkten Vorsprung vor den DEG Metro Stars, die auf dem zweiten Platz stehen. 26 Saisonsiege stehen sieben Niederlagen gegenüber. Es läuft rund bei den Eisbärchen. Voll ist auch stets die O2 World, die seit über einem Jahr die neue Heimstätte des EHC ist. Zuletzt sahen 13.800 Zuschauer den 6:3-Sieg gegen die Krefeld Pinguine. Wie ist eigentlich die Atmosphäre in der großen, modernen Halle? Gibt es noch einen Hauch der phantastischen Stimmung, die einst im Wellblechpalast herrschte? Zwei Redakteure des turus-Magazins sahen sich beim Heimspiel gegen die Kölner Haie um.
Ein Sieg folgt dem nächsten. Der EHC Eisbären Berlin ist der erfolgreichste Eishockeyverein der vergangenen Jahre. Der amtierende Meister steht derzeit an der Tabellenspitze der Deutschen Eishockey-Liga. Und das mit 18 Punkten Vorsprung vor den DEG Metro Stars, die auf dem zweiten Platz stehen. 26 Saisonsiege stehen sieben Niederlagen gegenüber. Es läuft rund bei den Eisbärchen. Voll ist auch stets die O2 World, die seit über einem Jahr die neue Heimstätte des EHC ist. Zuletzt sahen 13.800 Zuschauer den 6:3-Sieg gegen die Krefeld Pinguine. Wie ist eigentlich die Atmosphäre in der großen, modernen Halle? Gibt es noch einen Hauch der phantastischen Stimmung, die einst im Wellblechpalast herrschte? Zwei Redakteure des turus-Magazins sahen sich beim Heimspiel gegen die Kölner Haie um.
Die O2 World ist mit ihren bis zu 17.000 Sitz- und Stehplätzen nach der Lanxess Arena in Köln die zweitgrößte Multifunktionshalle Deutschlands. Bei Eishockeyspielen passen rund 14.500 Zuschauer auf die Ränge. Bis zum Ende der DEL-Saison 2007/08 war der Wellblechpalast im Sportforum Berlin-Hohenschönhausen die Heimstätte des EHC Eisbären. Die 1963 fertiggestellte Halle wurde Kult und war besonders in den 90er Jahren ein Ort vieler Emotionen. Offiziell waren zuletzt 4.595 Zuschauer im Wellblechpalast zugelassen. In den 90er Jahren hatte man jedoch bei manch einer Begegnung das Gefühl, es seien vielmehr Fans auf den Stehrängen.
Die Stimmung im Wellblechpalast war legendär. Die Halle war klein, aber fein. Die EHC-Fans brachten die Halle mitunter zum Kochen. Wenn das „Ost-, Ost-, Ostberlin“ und das „Dy-na-mo!!!“ über das Eis hallte, war Gänsehaut angesagt. Die Derbys gegen den BSC Preussen (später die Preussen Devils und Berlin Capitals) waren das Highlight schlechthin. Die Atmosphäre stellte selbst knackige Fußballstadien in den Schatten. Groß war unter den Anhängern die Befürchtung, dass nach dem Umzug in die O2 World die Stimmung für immer passé ist. Zwar hat die neue Halle sage und schreibe für 10.000 weitere Zuschauer Platz, doch offen blieb, ob auch in der neuen Arena für gute Atmosphäre gesorgt werden kann. Im Vergleich zum engen Wellblechpalast ist die O2 World weiträumig und großzügig gebaut. Die Angst vor dem endgültigen Kommerz-Einzug war groß.
Ortstermin. 30. Dezember 2009.
Heimspiel gegen die Kölner Haie.
Im Oktober wurde auf der Kölner Website ein Sonderzug für Haie-Fans angekündigt. Am Spieltag war davon nicht viel zu sehen. Erstaunlich wenige Kölner Fans waren rings um den Ostbahnhof und den S-Bahnhof Warschauer Straße anzutreffen.
An der Warschauer Straße tummelten sich einige Berliner Fans, um dort einen Glühwein, Grog oder Bier zu trinken. Zu Fuß ging es dann hinunter zur O2 World. Gewiss, die Anbindung ist perfekt. Der Standort nahe der Spree ist wirklich gut. Mitten im östlichen Berlin befindet sich nun eine Arena, in der es regelmäßig Konzerte, Eishockey, Basketball und manchmal auch Handball der Füchse zu sehen gibt.
Parkplätze gibt es en masse, der Fußweg zu den beiden Bahnhöfen ist nicht weit. Positiv überraschten die freundlichen Ordner. Im Wellblechpalast gab es ab und an Probleme mit recht rauen Ordnertypen, die ihre Arbeit manchmal zu ernst nahmen. In der O2 World wird Freundlichkeit groß geschrieben.
Rasch passiert man die Einlasskontrolle und findet sich rasch auf seinem Platz wieder. Zum Oberrang gelangt man auf der Treppe oder eben mit der Rolltreppe.
Kulinarisch ist einiges im Angebot. Die Preise sind recht hoch, doch dies ist zu Zeiten der modernisierten Stadien und Hallen wirklich keine Überraschung.
Da der Stehplatzbereich im Heimblock der EHC-Anhänger recht groß ist, kommt so etwas wie Fußballatmosphäre auf. Durchaus ist der Fanblock bemüht, für ordentlich Stimmung zu sorgen. Leider wird die Stimmung ein wenig von der hohen Decke und den Wandverkleidungen geschluckt. Einen Widerhall und ein Beben wie im alten Wellblechpalast gibt es jetzt natürlich nicht mehr.
Die Kartonagen zum Selbstfalten und Klatschen kommen bei den Zuschauern in den Sitzbereichen extrem gut an und werden von fast allen eifrig benutzt.
Ein wenig schockierend war der Blick in den Gästebereich. Beim Spiel Berlin gegen Köln erwartete man doch etwas mehr Zuspruch. Ein kleines Blöckchen versuchte wacker für Stimmung zu sorgen, doch sah dies auch einmal ganz anders aus.
Auf der Berliner Seite wurde versucht, was möglich war. Zwar wurde die Halle nicht zum Kochen gebracht, doch muss gesagt werden, dass die Eisbären auf dem Eis recht überlegen waren. Knifflige Situationen blieben aus. Phasenweise war erkennbar, dass bei extrem engen Partien der Lärmpegel durchaus steigen kann.
„Unser Support steht“ ist auf einem Banner über dem Heimblock zu lesen.
„Mit Leidenschaft zur 20. Meisterschaft“.
Links das alte Dynamo-Logo, rechts das aktuelle Eisbären-Logo. Tradition wird auch in der neuen Arena bewahrt. Einige Eisbären-Fanclubs mussten hart darum kämpfen. Nicht jedem schmeckte mehr das „Dy-na-mo!“ oder „Ostberlin!“.
Entgegen erster Annahmen sind jedoch auch in der Gegenwart noch zahlreiche Dynamo-Trikots und weinrote Dynamo-Fahnen zu sehen.
Fazit der turus-Redaktion:
Zwar denkt man mit einer Träne im Auge an die alten Zeiten im Wellblechpalast. Da der Verein jedoch mit der Zeit gehen musste und eine größere Halle dringend benötigte, ist die O2 World kein schlechte Sache. Bei den meisten kommt die Arena recht gut an. Der Standort zwischen Ostbahnhof und Warschauer Straße ist für den EHC Eisbären goldwert. Wäre die neue Halle auf dem Messegelände in Charlottenburg errichtet worden, hätte es mit Sicherheit zu einem Bruch mit großen Teilen der Fans geführt…