Advents-Doppelpack beim VCO Berlin: Spannender Zweitliga-Volleyball am Sportforum

MB
 
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VCO Berlin

VCO Berlin1993 wurde in Berlin der VC Olympia ins Leben gerufen. Genau in jenem Jahr scheiterte einst die Bewerbung für die Olympischen Spiele 2000, die schließlich in Sydney ausgetragen wurden. Der VC Olympia Berlin ist Bundesstützpunkt des Deutschen Volleyball-Verbands (DVV), es trainiert und spielt dort sowohl der männliche und weibliche Nachwuchs. Dank der eingeräumten Sonderspielrechte nehmen die überaus jungen Teams am Erwachsenenspielbetrieb teil. Auf diesem Wege können die Juniorinnen und Junioren derzeit in den zweiten Bundesligen Spielpraxis sammeln. Gemeinsam mit dem Beachvolleyball-Nachwuchs werden die Teams als „Zurich Gruppe Deutschland“ bezeichnet.

VCODass kein Mangel an Nachwuchs herrscht, beweisen vor allen Dingen die Frauen des VC Olympia Berlin. Vor dem Stadtrivalen TSV Rudow befinden sie sich auf Rang eins der aktuellen Tabelle. Und das mit einem Team, das fast ausschließlich aus jungen Frauen der Jahrgänge 1996 und 1997 besteht. Allein Nadja Glenzke erblickte bereits 1995 das Licht der Welt. Im Schnitt ein Jahr älter ist das männliche Team des VC Olympia. Die Jahrgänge 1994 bis 1996 wurden hier in eine Zweitliga-Mannschaft zusammengefügt. Allerdings haben die Männer weitaus mehr Probleme mit der Konkurrenz in der 2. Bundesliga klarzukommen. Mit null Punkten und gerade einmal fünf gewonnenen Sätzen aus zehn Partien gingen die Berliner am Sonntagnachmittag in die Partie gegen die TSG Solingen Volleys, die am Tag zuvor beim SV Lindow-Gransee ran mussten und in der Dreifelderhalle vor 220 Zuschauern mit 3:0 gewinnen konnten.

VCOKeine Frage, zuschauertechnisch klafft in Berlin zwischen der 1. und 2. Bundesliga eine gigantische Lücke. Während die Berlin Recycling Volleys die Max-Schmeling-Halle meist recht gut füllen können, findet der Spielbetrieb beim VC Olympia Berlin quasi unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Schade eigentlich, denn in der großen Sporthalle am Sportforum Berlin-Hohenschönhausen lässt sich prima Ballsport schauen. Zum fairen Preis wurden am Sonntag Glühwein, Kaffee und Würstchen verkauft. 50 Cent für einen Becher Kaffee? Wo gibt es das noch? Offiziell 35 zahlende Zuschauer wollten die Begegnung zwischen VCO Berlin und der TSG Solingen sehen. Später bei den Frauen waren es 20 mehr.

SolingenUm 13 Uhr die Männer, um 15 Uhr die Frauen. Der Zeitpuffer müsste wohl genügen, dachte sich der Verband. Schließlich durfte mit einem klaren 3:0 der aus NRW angereisten Gäste gerechnet werden. Die Jungs des VCO hatten sich jedoch mächtig was vorgenommen und spielten gegen Solingen eine ordentliche Partie. Spielstand nach wenigen Minuten: 5:8. Der Solinger Mittelblocker Martin Kern schmetterte zum 9:5 aus Gästesicht. Wenig später hämmerte er den Ball ins Aus – nur noch 7:9 aus Berliner Sicht. Als jedoch auch Berlin den Ball zweimal hintereinander hinter die Linie schlug, stand es 7:12. Die Berliner gaben sich jedoch nicht auf, feuerten sich immer wieder gegenseitig lautstark an und kamen immer wieder ran. Abgeblockt den Ball, 14:19. Ein langer Ballwechsel, Solingen schlug ins Aus, 15:19. Als es dann sogar 16:19 hieß, jubelten die VCO-Spieler. Dichter kam der VC Olympia allerdings im ersten Satz nicht mehr ran, mit 25:18 brachte Solingen das erste Ding in trockene Tücher.

SolingenDer zweite Satz begann mit einem Paukenschlag. Ein präziser Aufschlag ins hintere Eck. Das hatte gepasst! 1:0. Als es wenig später 4:2 stand, war ganz klar zu spüren, dass zumindest ein Satzgewinn durchaus möglich war. Beim Stand von 4:4 machte der Außenangreifer Felix Göbert einen weiteren wichtigen moralischen Punkt. Ärgerlicher um so mehr, dass anschließend dreimal in Folge der Ball im Netz landete. Aus der 6:5-Führung wurde innerhalb einer Minute ein 6:8. Am Ende des Satzes ging schließlich vollends die Puste aus. Nachdem beim Stand von 16:19 der Ball verdammt knapp ins Aus ging, zog Solingen am Ende mit 25:18 davon. Anders dann im dritten Satz. Dieses Mal blieb Berlin am Drücker und ließ Solingen nicht davonziehen. Das Spiel nun auf Messers Schneide. 7:7, 12:13, 17:17 – ein Block zum 18:17. Mit 23:23 ging es in die Schlussphase des dritten Satzes. Solingen machte das 24:23 und hatte es nun auf der Hand. Der Ball landete im Netz. 24:24. Der VC Olympia packte die Gelegenheit am Schopfe und holte zwei Punkte zum 25:24 bzw. 26:24. Der sechste Satzgewinn der Saison war endlich gepackt.

VCOLogisch, dass die Berliner nun Morgenluft schnupperten und definitiv mehr wollten. 5:5 nach wenigen Minuten des vierten Satzes. „Hey, hey, hey!“ Die jungen VCO-Spieler putschten sich auf. Und siehe da, plötzlich stand es sogar 10:5! Die Frauen von DSHS SnowTrex Köln saßen nun bereits auf den Rängen und feuerten ihre NRW-Kollegen lautstark an. Es muss wohl geholfen haben, denn Solingen kämpfte sich wieder ran. Die Berliner Führung schmolz und es stand schließlich 15:15. Fünf Punkte in Folge. 15:20. Das war´s! Oder doch nicht? Ein letztes Aufbäumen zum 17:20. Letztendlich machte Solingen den Sack zu und beendete den vierten Satz mit 25:20 und konnte die Partie somit für sich entscheiden. Mit gehobenem Haupt durften die Hausherren allerdings in die Kabine gehen, die heutige Leistung des Tabellenletzten konnte sich wahrlich sehen lassen!

VCO99 Minuten Spielzeit waren absolviert. Da sich nun die Frauen erst warm machen mussten, wurde ihre Partie erst um 15:25 Uhr angepfiffen. Am Rande wurde Claire Bertram, Libero der VCO-Frauen, eingespielt. Auch einem Nicht-Volleyball-Experten musste sofort klar werden, dass es sich hierbei um ein großes Talent handelt. Und auch die Mitspielerinnen strotzten vor Tatendrang und Sicherheit. Davon beeindrucken ließen sich die Kölnerinnen jedoch nicht. Warmgesungen hatten sie sich ja bereits bei der Partie der Männer, nun hieß es, sich selber auf Betriebstemperatur zu bringen. Mit Schwung gingen die Gäste ins Spiel und führten mal soeben gleich mit 4:1. Der Vorsprung konnte vorerst gehalten werden, mit 7:3 zog SnowTrex davon. Kein Problem für Berlin. Langsam aber sicher wurden auch die VCO-Frauen warm. Marie Schölzel machte das 6:8, wenig später der Ausgleich zum 9:9. Das Spiel der Berlinerinnen flutschte jetzt immer mehr. Die Aufschläge saßen, präzise kamen die Zuspiele. Mit 24:17 ging es in den Satzball. Ein Aufschlag, der direkt zum fehlenden Punkte führte. 25:17 im ersten Satz.

KölnKöln ließ sich jedoch nicht beirren und blieb weiterhin am Drücker. Dass die Mädels vom Rhein auch schwierige Spiele gewinnen können, haben sie nur einen Tag zuvor eindrucksvoll bewiesen, als sie beim Tabellenzweiten TSV Rudow in der Sporthalle Adlershof vor 103 Zuschauern mit 3:2 (15:12 im letzten Satz) gewinnen konnten. Nachdem die VCO-Frauen den zweiten Satz mit 25:21 für sich entscheiden konnten, schlug die Stunde der Kölnerinnen. Der dritte Satz ging mit 25:20 an SnowTrex. Einen fünften, alles entscheidenden Satz ließen die Berlinerinnen jedoch nicht zu. Nicht zuletzt Dank der starken Aufschlagskraft wurde der vierte Satz mit 25:21 gewonnen. Gerade rechtzeitig, um doch noch kurz nach dem Duschen zu den Liebsten zu fahren und bei Adventskerzen ein Käffchen zu trinken...

Fotos: Marco Bertram

> zur turus-Fotostrecke: Volleyball 1. und 2. Bundesliga

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