Weinrote Pokalhelden: Der BFC Dynamo zieht ins Berliner Pokalfinale ein!

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Elfer

Die dynamischen Feiertage im Nordosten unserer Republik gingen weiter. Nachdem die SG Dynamo Dresden am Dienstagabend mit einem 2:0-Sieg gegen den VfL Osnabrück im Rückspiel der Relegation mit Bravour den Klassenerhalt sichern konnte, durfte ein Tag später rund 250 Kilometer nördlich ein alter Bekannter, deren Fans ebenfalls das „Dyyyynaaamooo!“ erhallen lassen, ebenfalls eine stimmungsvolle Party starten. Zwar ganz gewiss ein Nummer kleiner als in Dresden, doch sicherlich ebenso emotional. Kurzum: Der BFC Dynamo zog nach einem umkämpften Match beim BFC Viktoria 1889 ins Finale des Berliner Pilsner Pokals ein!

HeldenDie dynamischen Feiertage im Nordosten unserer Republik gingen weiter. Nachdem die SG Dynamo Dresden am Dienstagabend mit einem 2:0-Sieg gegen den VfL Osnabrück im Rückspiel der Relegation mit Bravour den Klassenerhalt sichern konnte, durfte ein Tag später rund 250 Kilometer nördlich ein alter Bekannter, deren Fans ebenfalls das „Dyyyynaaamooo!“ erhallen lassen, ebenfalls eine stimmungsvolle Party starten. Zwar ganz gewiss ein Nummer kleiner als in Dresden, doch sicherlich ebenso emotional. Kurzum: Der BFC Dynamo zog nach einem umkämpften Match beim BFC Viktoria 1889 ins Finale des Berliner Pilsner Pokals ein!

BFCPokalwettbewerbe eignen sich hervorragend, um Helden zu schaffen. Kommt es sportlich betrachtet zum äußersten – sprich zum nervenaufreibenden Elfmeterschießen -, so können vor allem die Torhüter zu gefeierten Helden werden. BFC-Keeper Nico „Olli“ Hinz wurde am Mittwochabend im Friedrich-Ebert-Stadion in Berlin-Tempelhof zu solch einem. Und wie! In der 118. Minute kam er für den Stammkeeper Carsten Busch ins Spiel. Zuvor hatte er sich auf der Gegengerade bereits warm gemacht und mental auf die kommende Aufgabe vorbereitet. Der von den Fans frenetisch bejubelte „Olli“ Hinz schaffte sogar das Kunststück, gleich zweimal hintereinander die rund 900 angereisten BFC-Anhänger unter den insgesamt 1.275 Zuschauern zum Jubeln zu bringen.

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ElferZuerst lochte er souverän den ersten Elfer im Kasten von Viktoria-Keeper Marc Stillenmunkes ein, anschließend hielt er prompt den Elfer von Sebastian Ghasemi-Nobakht. Die Stimmung im Gästebereich nun am Siedepunkt. Allein der kurzzeitig einsetzende Nieselregen sorgte wohl dafür, dass die Gemüter vor lauter Euphorie nicht völlig überkochten. Sämtliche folgenden Schützen beider Teams konnten verwandeln. Beim Stand von 4:3 im Elfmeterschießen trat der polnische BFC-Spieler Maciej Kwiatkowski an. Würde er treffen, stünden die Hohenschönhausener im Berliner Pokalfinale. Und er traf! Nach langem Anlauf lochte er sicher ein. Die Spielermeute rannte zu den jubelnden Fans. Nach einer unter dem Strich eher enttäuschenden Saison brachte dieser Finaleinzug die Euphorie zurück. Wenn schon nicht der erhoffte Aufstieg in die Regionalliga Nordost, dann wenigstens der mögliche Pokalsieg gegen den SV Lichtenberg 47 am 12. Juni 2013 im Jahn-Sportpark.

schiriDass es überhaupt zur Verlängerung und zum anschließenden Elfmeterschießen kam, lag am Unvermögen des BFC, den Sack endgültig zuzumachen, und am Schiedsrichter Jacob Pawlowski, der in der Nachspielzeit der regulären Spielzeit auf den Punkt zeigte. Handelfmeter für den BFC Viktoria 1889. Ümit Ergirdi konnte verwandeln und hievte die Hausherren in die Verlängerung. Dabei fing die Partie für den BFC Dynamo überaus gut an. Bereits nach wenigen Minuten der ersten Halbzeit nahm das Spiel Fahrt auf. Wenig Abtasten, stattdessen gab es für die jeweilige Nummer 23 sogleich auf die Socken. In der 12. Minute sorgte Julian Austermann für Gefahr vor dem Gästegehäuse, Maciej Kwiatkowski konnte letztendlich die brenzlige Situation klären. Fast im direkten Gegenzug fiel das 1:0 für den BFC Dynamo, erzielt vom stark aufspielenden Kevin Gutsche. Ein erstes Mal wankte der provisorisch aufgestellte Bauzaun bedenklich. Die Ordner hielten gegen, damit die jubelnden Fans diesen nicht zum Umfallen bringen.

JubelNur sieben Minuten später konnte Patrick Brendel nach gefühlvoller Hereingabe von Tobias Scharlau zum 2:0 für die Gäste einköpfen. Der Finaleinzug schien bereits greifbar nahe. „Ohne Lichterfelde habt ihr keine Chance!“ und „Hier regiert der BFC!“, skandierte die weinrot-weiße Anhängerschaft. Allerdings sorgte Patrick Leutloff mit einem abgefälschten Schuss für Ernüchterung bei den Gästen. Nur noch 1:2 aus Sicht von Viktoria 1889. Für Aufregung sorgte vor der Pause noch ein Schuss des BFC ans Lattenkreuz sowie ein rotwürdiges Foul an Philipp Saalbach mit der Nummer 16. Ümit Ergirdi, der später den Elfer zum Ausgleich schoss, sah jedoch nur noch die gelbe Karte.

GutscheDruckvoll ging es in der zweiten Halbzeit weiter. Ein Freistoß von Björn Brunnemann landete am Pfosten. Die Gäste wirkten bissig und konzentriert. Gefahr kam indes in der 65. Minute auf. Nach einer Viktoria-Ecke segelte der Kopfball knapp über das Tor. Im Anschluss machte der BFC wieder Druck und wollte den Sack endgültig zumachen. Mehrere Ecken von Kevin Gutsche konnten jedoch nicht verwertet werden, wenig später pfefferte der Ball rechts am Viktoria-Gehäuse vorbei. In einer umkämpften Endphase der regulären Spielzeit konnten die Gastgeber wie erwartet noch einmal ihrerseits den Druck erhöhen. Mit Erfolg und dem Glück des Tüchtigen. Ausgelassener Jubel bei Viktoria, nachdem zum 2:2 eingelocht werden konnte. Das Strafstoßtor in der letzten Minute fühlte sich aus BFC-Sicht an wie eine Niederlage.

MalleDementsprechend verhalten war die Stimmung im Gästebereich zu Beginn der Verlängerung. Erst nach und nach stieg der Pegel wieder an. In den letzten Minuten erreichte sie wieder das nötige Level. Viel passiert war während der Verlängerung nicht, am Ende gingen beide Teams kein Risiko mehr ein und setzten voll auf das Elfmeterschießen. Was folgte, wurde oben bereits geschildert. Was wiederum nach dem Geschilderten folgte, lag auf der Hand: Eine Uffta, dieses Mal eingeleitet vom aus dem Block herbei gekletterten Publikumsliebling Stefan Malchow, der mittlerweile bei der zweiten Mannschaft des BFC Dynamo spielt. „Malle“ kann sich noch allzu gut an das Pokalfinale 2011 erinnern, als mit einem 2:0-Sieg gegen Stern 1900 der Einzug in die erste DFB-Pokalrunde klargemacht wurde. Die anschließende Party im Vereinsheim war legendär. Keine Frage: Eine Wiederholung des Ganzen ist aus Sicht der Weinrot-Weißen erwünscht!

Fotos: Marco Bertram

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