1. FC Union Berlin vs. MSV Duisburg: Emotionaler Saisonabschluss in Köpenick

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Abschied beim 1. FC Union Berlin

UnionUnter der Woche gab es einen Computerabsturz in der Geschäftsstelle des 1. FC Union Berlin. E-Mail-Server und auch Ticketing waren lahm gelegt. Es konnten keine Online-Karten verkauft werden und auch die gespannt wartende lange Schlange vor der Geschäftsstelle musste ohne Tickets für den Test-Kick gegen Celtic Glasgow am 12. Juli abziehen. Das passt auch ein wenig zur jüngsten sportlichen Entwicklung in Köpenick, denn auch die Mannschaft kann einen Neustart vertragen. Uwe Neuhaus gab zuletzt zu, das Team hätte „ausgesprochenen Mist“ in den letzten sechs Partien gespielt. Dazu zählen auch drei 0:3-Niederlagen auf des Gegners Platz. 

UnionUnter der Woche gab es einen Computerabsturz in der Geschäftsstelle des 1. FC Union Berlin. E-Mail-Server und auch Ticketing waren lahm gelegt. Es konnten keine Online-Karten verkauft werden und auch die gespannt wartende lange Schlange vor der Geschäftsstelle musste ohne Tickets für den Test-Kick gegen Celtic Glasgow am 12. Juli abziehen. Das passt auch ein wenig zur jüngsten sportlichen Entwicklung in Köpenick, denn auch die Mannschaft kann einen Neustart vertragen. Uwe Neuhaus gab zuletzt zu, das Team hätte „ausgesprochenen Mist“ in den letzten sechs Partien gespielt. Dazu zählen auch drei 0:3-Niederlagen auf des Gegners Platz. 

Während Union in der Heimstatistik immerhin auf Platz vier steht (31 Punkte, zuletzt Ende Oktober verloren) käme auswärts nur Platz 14 zustande (12 Punkte bei nur zwei Siegen, einen davon in Duisburg). Überhaupt fremdelt Union seit dem Aufstieg in Liga 2 gewaltig auf des Gegners Platz: in 67 Spielen gab es erst 11 Siege, im Schnitt pro Saison nur 13 Punkte.

UnionDies wird zwar durch eine bessere Heimbilanz wettgemacht, lässt den Club aber insgesamt ein wenig auf der Stelle treten. Nach schlechtem Start arbeitete sich Union in der Mitte der Saison bis in Reichweite der Aufstiegsplätze vor, sank nun aber wieder schrittweise nach unten und ist jetzt Tabellennachbar des MSV Duisburg im Mittelfeld. Dabei hat der Gast eine ganz andere Entwicklung durchlaufen: nachdem das Team von der Wedau bis zum 16. Spieltag ausschließlich auf Abstiegsplätzen stand, und bis zum 27. Spieltag noch in Schlagweite der Gefahrenzone war, hat es sich zuletzt immer weiter bis auf Platz 10 gearbeitet und ist seit sieben Spielen ungeschlagen (die letzten vier davon jedoch Remis).

UnionVor einem Neustart stehen auch zahlreiche Berliner Profis, deren Vertrag zum Saisonende ausläuft. Traditionell werden diese Spieler vor Beginn des letzten Heimspiels bei Union verabschiedet. Dazu zählt dieses Mal Daniel Göhlert, der seit 2006 (seit Unions Regionalligazeiten) in 173 Spielen für die erste Mannschaft als konzentrierter stets fairer Verteidiger maßgeblich am Aufstieg in den letzten Jahren beteiligt war, zuletzt aber nicht über die Rolle des sporadischen Einwechselspielers hinaus kam. Ebenfalls verabschiedet wurde das eiserne Eigengewächs Christoph Menz, der es im defensiven Mittelfeld in sechs Profijahren auf immerhin 125 Spiele gebracht hat und der wohl zukünftig in Dresden auflaufen wird. Von den heute mit Blumen und Bildern bedachten Spielern war nur Daniel Göhlert im Kader und nahm zunächst auf der Bank Platz.

MSVDie Elf auf dem Rasen schickte sich also an, den Saisonabschlusses für die Heimfans versöhnlich zu gestalten. Diese waren auch heute wieder in Scharen vor Ort und auf beiden Seiten sehr stimmgewaltig. Mit den heutigen 19.556 Besuchern (inklusive gut gefülltem Gästeblock) ergibt sich insgesamt ein stolzer Saison-Rekordschnitt von 17.103 Zuschauern. Einmal pro Saison heißt es an der Alten Försterei zudem: „Fahnenmeer“: bei der Aktion ist jeder Union-Fan aufgerufen, eine Fahne – egal wie klein oder groß – mitzubringen und während des Einlaufs der Mannschaften aber auch während des Spiels stolz zu schwenken. Das gibt optisch ein eindrucksvolles Bild ab, führt allerdings auch zu eingeschränkter Sicht und vor allem bei Toren zu leichter Verstimmung („und ick habs nich jesehn“).

MSVDieses Mal war die Sicht deutlich besser, denn es waren schon einmal mehr Fahnen im Meer. Gefahr, ein Tor zu übersehen liefen die Fans aber in Halbzeit eins so oder so nicht. Nach engagiertem Beginn verflachte die Partie zusehends – versöhnlicher Abschied sieht anders aus. Den Kampfesgeist der Heimmannschaft weckten schließlich die Gäste mit einem frühen Tor in Halbzeit zwei als Kevin Wolze die Zebras per Heber in Führung brachte. Union belagerte daraufhin das gegnerische Tor und kam bei strömendem Regen nur 11 Minuten später durch Christopher Quirings Flugkopfball zum Ausgleich. Es ging danach hin und her, bis wiederum Quiring 10 Minuten vor Schluss im Fokus stand: nachdem er im Strafraum zu Fall kam, sorgte Kapitän Torsten Mattuschka per Elfmeter mit seinem 10. Saisontor für die umjubelte Führung. Diese verteidigte in den letzten Minuten auch erfolgreich der eingewechselte Daniel Göhlert, der nach Abpfiff die La-Olas seiner Mitspieler dirigierte und einen emotionalen Abschied von den Fans erlebte, die ihm eigens ein Lied gedichtet hatten.

ElferSaisonabschluss zu Hause erlebt der MSV am nächsten Sonntag zum Mittelfeldduell gegen den SC Paderborn, während Union noch einmal ein Auswärtsspiel über sich ergehen lassen muss: es geht zum frisch geretteten VfL Bochum. Nachdem sich Kaiserslautern an diesem Spieltag den dritten Rang sichern konnte, bleibt in der Liga am letzten Spieltag nur noch eine Entscheidung aus: im Fernduell kämpfen die punktgleichen Teams aus Dresden (vs. Regensburg) und Aue (in Sandhausen mit deutlich besserem Torverhältnis) gegen als Absteiger feststehende Teams darum, der Relegation zu entgehen.

Fotos: Felix Natschinski

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