VfR Aalens Berlinbesuch: Von der Kanzlerin lernen, heißt punkten lernen

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Im Vorfeld des Spiels beim 1. FC Union Berlin besuchte die Aalener Mannschaft auf Einladung eines Abgeordneten den Bundestag: Bundestagspräsident, Sportminister und ein Fraktionsvorsitzender nahmen sich Zeit für ein Treffen, sogar die bekanntermaßen fußballbegeisterte Bundeskanzlerin kam auf einen kurzen Plausch vorbei und gratulierte dem Team zum bisherigen Saisonverlauf: „Im Fußball ist es wie in der Politik – man braucht Mut im Kopf“.

UnionIm Vorfeld des Spiels beim 1. FC Union Berlin besuchte die Aalener Mannschaft auf Einladung eines Abgeordneten den Bundestag: Bundestagspräsident, Sportminister und ein Fraktionsvorsitzender nahmen sich Zeit für ein Treffen, sogar die bekanntermaßen fußballbegeisterte Bundeskanzlerin kam auf einen kurzen Plausch vorbei und gratulierte dem Team zum bisherigen Saisonverlauf: „Im Fußball ist es wie in der Politik – man braucht Mut im Kopf“.

Das 560 Kilometer entfernte Aalen in Baden-Württemberg beherbergt 66.000 Seelen – vermutlich geht es dort etwas ruhiger zu. Vom Bundestag ging es in den Berliner Stadtteil Köpenick, der fast doppelt so viele Einwohner wie Aalen zählt. Es sollte der erste Besuch in der dort gelegenen Alten Försterei werden. Beide Teams begegneten sich zwar schon einmal in der Saison 2008/09, doch zu diesem Zeitpunkt wurde das Stadion der Berliner gerade runderneuert – Aalen trat daher im Prenzlauer Berg an (wo auch mehr als doppelt so viele Menschen wohnen wie in Aalen).

UnionUnion konnte diese Duelle deutlich gewinnen, nach der Saison trennten sich die Wege der beiden Clubs: Union stieg auf, Aalen ab, trotz eines der höchsten Etats der Liga. Mittlerweile hat sich der Verein für Rasenspiele wieder hochgearbeitet und steht in dieser Saison erstmalig in Liga 2. In diese ist er gut gestartet, die Berliner erwarteten eine auswärtsstarke Mannschaft. Begrüßt wurde diese an der Alten Försterei von 15.102 Zuschauern, etwa 10.000 mehr als noch im Oktober 2008 im Jahnsportpark. Unter ihnen waren heute etwa 150 Aalener, die das ganze Spiel über aktiv waren – die Fahnen hörten nie auf zu wehen und es gab auch viel Bewegung im Block. Nur akustisch kamen die Weitgereisten kaum gegen die Eiserne Wand der Union-Fans an. 

AFDiese richteten ihre Aufmerksamkeit vor allem auf den Schiedsrichter, dessen Stil schon in den ersten Minuten Zorn auf sich zog. Seine Unsicherheit stieg von Minute zu Minute und im weiteren Verlauf entglitt ihm das Spiel sichtbar. Das Spiel zu gestalten versuchte Union über die gesamte Zeit, konnte seine statistische Überlegenheit (76% Ballbesitz – da war doch was?) und viele Standardsituationen aber nicht in Tore ummünzen. Im Angriff fehlten trotz starkem Bemühen und Engagement wie auch in den vorigen beiden Heimspielen Durchsetzungskraft und Genauigkeit im letzten (und manchmal auch vorletzten) Pass.

union gegen aalenGrößere Torchancen gab es vor allem in der zweiten Hälfte, zu deren Beginn mit Simon Terodde ein zweiter Stürmer eingewechselt wurde. Plötzlich war vorne jemand anspielbereit, der Druck auf Aalens Defensive erhöhte sich merklich: in Minute 51. hatten die Heimfans den Torschrei auf den Lippen, doch Markus Karls Kopfball traf nur die Latte und Christian Stuffs artistischer Fallrückzieher ging knapp über das Tor. Da auch Torsten Mattuschkas Freistöße in Strafraumnähe in den letzten Minuten über das Tor bzw. in die Arme des Torhüters befördert wurden, blieb Union torlos.

Ein Torjubel blieb auch der Aalener Mannschaft verwehrt, deren wenige zaghafte Gegenangriffe auch nur selten ernsthafte Gefahr versprühten. Stattdessen nutzten die Gäste den Stil des Schiedsrichters geschickt aus und gaben die bisher unfairste Visitenkarte in dieser Saison an der Alten Försterei ab. Zurück bleiben daher Erinnerungen an Fouls, Meckern und vor allem Zeit schinden – es entstand der Eindruck, die Spieler würden sich länger und lieber auf dem Boden aalen, als aktiv zum Spiel beizutragen. Die Ratschläge aus dem Bundestag kamen vermutlich nicht ganz an – mit „Mut im Kopf“ hatte Angela Merkel mit Sicherheit andere Tugenden im Sinn.

Auf www.GroundhoppingEtc.com und www.facebook.com/GroundhoppingEtc berichtet Felix über seine Stadionerlebnisse, u.a. in Berlin, London oder Prag.

> zur turus-Fotostrecke: 1. FC Union Berlin

 

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