BSC Rathenow – SV Babelsberg 03: Spannung bis zur 100. Spielminute

MB Updated

Etwas mehr Zuschauer hatte man beim Landesligisten BSC Rathenow 1994 schon erwartet. Schließlich war der Bundesligist (O-Ton Stadionsprecher) SV Babelsberg 03 zu Gast in Rathenow im Stadion am Schwedendamm. Zahlreiche bekannte Gesichter auf Seiten der Polizei konnten begrüßt werden, auch die EGH in Zivil hatte wohl mit einer Meute Gästefans gerechnet. Schließlich gab es in der Runde zuvor in Frankfurt / Oder mächtig Trubel und Pyrotechnik. Jedoch war es gestern Nachmittag nur eine Handvoll Babelsberger Anhänger, die den Weg nach Rathenow auf sich nahm.

ZweikampfEtwas mehr Zuschauer hatte man beim Landesligisten BSC Rathenow 1994 schon erwartet. Schließlich war der Bundesligist (O-Ton Stadionsprecher) SV Babelsberg 03 zu Gast in Rathenow im Stadion am Schwedendamm. Zahlreiche bekannte Gesichter auf Seiten der Polizei konnten begrüßt werden, auch die EGH in Zivil hatte wohl mit einer Meute Gästefans gerechnet. Schließlich gab es in der Runde zuvor in Frankfurt / Oder mächtig Trubel und Pyrotechnik. Jedoch war es gestern Nachmittag nur eine Handvoll Babelsberger Anhänger, die den Weg nach Rathenow auf sich nahm.

Zweimal Fußball an einem Wochenende ist vielleicht doch des Guten zu viel. Zwei Spiele an zwei Tagen. Bereits am Tag zuvor mussten die 03er in der 3. Liga zu Hause im Karl-Liebknecht-Stadion gegen den SV Wehen-Wiesbaden antreten. Diese Partie konnte vor rund 1.500 Zuschauern knapp mit 3:2 gewonnen werden. Kein Wunder, dass in Rathenow mit Zlatko Hebib gerade einmal ein einziger Spieler von Beginn an auf dem Platz stand, der auch am Tag zuvor gegen Wehen-Wiesbaden in der Startformation zu finden war. Eine Chance für den Underdog aus der Optik-Stadt? In der Tat! Der SV Babelsberg 03 tat sich äußerst schwer und musste sogar in die Verlängerung.

BabelsbergerGleich nach wenigen Minuten ging Torsten Meier vom BSC gleich mal voll drauf, und nur Sekunden später hatte Kevin Schmoock fast die erste gute Chance. Rund 300 Zuschauer wollten bei ungemütlichem Wetter die Partie sehen, unter ihnen rund 50 Gästefans. Nicht alle fanden sich jedoch im provisorisch abgesperrten Gästebereich ein, manch einer mischte sich lieber unter das „normale“ Publikum. Es war ein Kuriosum: Auf einen Gästefan kam schätzungsweise ein Polizist. Das waren somit fast russische Verhältnisse.
Anfangs herrschte auf der Sportanlage Stille wie auf einem Friedhof. Traurig wehte die halb zerfetzte Fahne des Filmstadt Infernos auf dem Absperrgitter. Ein älterer Rathenower Zuschauer nörgelte vor sich hin: „Kennt man ja keenen von Babelsberg. Sind drei Mulatten drin...“

In der 12. Minute kamen die Gäste zur ersten Gelegenheit. Ein Freistoß ging rechts am Gehäuse vorbei. „Üben!“, rief ein Zuschauer ganz frech. Es wollte einfach nicht so richtig rollen bei den Filmstädtern. „Breit, breit!“, rief ein Babelsberger seinen Mitspielern zu. Das Spiel sollte mehr über die Flügel gehen. Zu einfallslos wurde der Ball durch die Mitte gespielt.
Der BSC Rathenow agierte mit viel Druck und viel Kampf. In der Abwehr wurde immer wieder erstaunlich routiniert abgeräumt. Und die Babelsberger? „Die werden heute einen auf Notnagel machen. Und das Publikum? Ist nicht dolle. Wohl nur 300 oder 400. Die angesagten Kampfgesichter kamen auch nicht...“, erklärte ein Zuschauer.
In der 27. Minute ein richtig fette Chance für Kevin Schmoock vom BSC Rathenow. Babelsbergs Keeper Marian Unger musste mit dem Fuß klären. Auf der Gegenseite leistete unter anderen Christian „Bresi“ Bresigke gute Arbeit. Erster Szenenapplaus für wiederholte Abwehraktionen. Das Publikum wachte langsam auf. Hier ging doch was! Wurden nicht auch bereits Brandenburg Süd und Altlüdersdorf, die beide in der Oberliga spielen, rausgegkickt?

SchwedendammKnackig wurde es noch einmal kurz vor der Pause. Rathenows Torsten Meier brachte den Ball von rechts prima rein, doch Alexander Engel verpasste denkbar knapp. Das wäre es gewesen, denn Marian Unger war bereits geschlagen. Eine Minute auf der Gegenseite eine dicke Chance. Letztendlich blieb es beim 0:0 zum Pausentee. Braver Applaus. Na ging doch!
In der zweiten Halbzeit der gleiche Anblick, wenn gleich 03-Trainer Dietmar Demuth mit Anton Makarenko und Markus Müller zwei Stammkräfte brachte. Immerhin, am Tag zuvor hatte Markus gegen Wehen-Wiesbaden gleich zweimal gemüllert und den Grundstein für den Sieg gelegt. Gegen den tapfer kämpfenden Landesligisten ging jedoch nicht viel. Rathenow kompensierte fehlende spielerische Klasse mit viel Kampf und Einsatz.
In der 67. Minute zog Babelsbergs Amaechi Igwe einfach mal, Rathenows Keeper Zugehör durfte sich auszeichnen und klärte zur Ecke. „Los jetzt hier!“, rief der Mini-Anhang der Filmstädter. Auf eine Blamage hatte man bei diesem Rotzwetter gewiss keinen Bock, um es mal ganz flapsig auszudrücken. Weiter ging es mit viel Gebolze und viel Gegrätsche. Aber immerhin, die Zeit lief und die Verlängerung näherte sich. Dietmar Demuth wurde richtig genervt und rief seinen Jungs zu: „Bewegung! Ihr steht!“ Gesagt, getan, Nikolas Hebisch zog aus spitzem Winkel ab und der Ball zischte über das Tor. Noch ein Freistoß in die Mauer und schon waren 90 Minuten rum.

SchwedendammRegen kam auf, die Wolken wurden immer grauer. Babelsberg legte nun eine Schippe drauf. Schluss mit lustig, nur nicht ins Elfmeterschießen. Wie bereits in der Runde zuvor beim Frankfurter FC Viktoria 91 machte der Drittligist in der Verlängerung alles klar. Eine runde Sache. In der 100. Spielminute lochte David Hollwitz, der am Tag zuvor erst in der 89. Minute eingewechselt wurde, trocken zum 1:0 für Babelsberg ein. „Nur noch neun!“, rief der Babelsberger Anhang. Zudem kam es zu kleinen Zaungesprächen. „Du musst deine Mannschaft mal anfeuern!“, rief einer vom Filmstadt Inferno einem Mann mit grauem Sweatshirt zu. „Is ja nich meene Mannschaft“, nölte dieser zurück und verdrückte sich sogleich.
Das Babelsberger Team ließ es nun rollen und war dem 2:0 recht nahe. Trotzdem sei erwähnt, dass sich die Hausherren nie aufgaben und bis zur letzten Minute gefightet haben. Mit einer Portion Routine brachten die Gäste die knappe Führung über die Zeit. Aus Rathenower Sicht wirklich schade, denn im Viertelfinale hätte es ein echtes Rathenower Derby gegeben. Somit darf Babelsberg 03 zu Optik Rathenow fahren. Dann jedoch hoffentlich wieder mit einer Handvoll mehr Fans...

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> zur turus-Fotostrecke: SV Babelsberg 03

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