Rückblick: Als zu Hertha BSC - VfL Wolfsburg nur dreitausend Zuschauer kamen

MB
 
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altDas Szenario war folgendes: Hertha BSC empfing im heimischen Olympiastadion den VfL Wolfsburg, der soeben frisch in die zweite Bundesliga aufgestiegen war. Ungemütliches Wetter, nicht überdachte Kurven, marode Ränge, miese Stimmung. Es war die Saison 1992/93. Und nun der bittere Fakt: Ganz 3.088 Zuschauer fanden den Weg ins vereinsamte Olympiastadion. Nur noch die ganz, ganz hartgesottenen Fans stellten sich in den Block und feuerten ihre Hertha mit einem bemitleidenswerten Ha Ho He an. Immerhin, die Alte Dame spielte gegen die Wölfe 2:0 und stand mit 43:33 Punkten auf Platz sechs. Das mit der mickerigen Zuschauerzahl war einmalig? Irrtum!
 
altDas Szenario war folgendes: Hertha BSC empfing im heimischen Olympiastadion den VfL Wolfsburg, der soeben frisch in die zweite Bundesliga aufgestiegen war. Ungemütliches Wetter, nicht überdachte Kurven, marode Ränge, miese Stimmung. Es war die Saison 1992/93. Und nun der bittere Fakt: Ganz 3.088 Zuschauer fanden den Weg ins vereinsamte Olympiastadion. Nur noch die ganz, ganz hartgesottenen Fans stellten sich in den Block und feuerten ihre Hertha mit einem bemitleidenswerten Ha Ho He an. Immerhin, die Alte Dame spielte gegen die Wölfe 2:0 und stand mit 43:33 Punkten auf Platz sechs. Das mit der mickerigen Zuschauerzahl war einmalig? Irrtum!
 
Zwar waren die 3.088 Zuschauer gegen Wolfsburg der Negativrekord der Saison 1992/93, doch wirklich voll wurde die Bude nie. Weshalb gegen die Wölfe so arg wenig kamen? Der Berliner war und ist nachtragend. Bei Enttäuschungen folgt sogleich akuter Liebesentzug. So war es auch in der Saison 1992/93. Die erste Hälfte der Saison verlief extrem durchwachsen, zwischenzeitlich fand sich Hertha im Tabellenkeller wieder. Kloppe gab es mitunter gleich dreimal in Folge. 1:2 gegen den Chemnitzer FC, 1:2 beim FC Remscheid und dann noch als Sahnehäubchen ein 2:3 gegen Carl Zeiss Jena vor 4.645 Zuschauern.

altDoch dann ging es rund! Hertha stand wieder auf. Vom 20. bis zum 34. Spieltag gab es zwölf Siege in 15 Spielen! Die Saison der wieder eingleisigen 2. Bundesliga war verdammt lang. Ganze 46 Spieltage standen auf dem Programm. Hertha BSC kletterte vom 21. Tabellenplatz auf Platz fünf. Die Fans witterten Morgenluft. Ging da noch was in Sachen Aufstieg? Das Ende des Jammers, das Ende der Schmach und all der Berliner Peinlichkeiten? Die Zuschauer kamen zurück ins weite Rund. Immerhin 10.291 Fans fanden den Weg zur Partie gegen Fortuna Köln, 11.500 Fans sahen das knackige 5:1 gegen Hansa Rostock.

Dann der Einbruch. 1:1 in Oldenburg, 1:1 gegen die Stuttgarter Kickers und ein 2:4 beim SC Freiburg. Eigentlich kein Beinbruch nach der miesen Hinrunde, doch für die Berliner zählte nur noch der Erfolg. Die Strafe - die besagten rund 3.000 Zuschauer gegen den VfL Wolfsburg. Auch gegen den MSV Duisburg und den FC Homburg am Ende der Spielzeit kamen nicht mehr als 4.000 Fans.

altNoch drastischer war es in der Aufstiegsrunde der Saison 1991/92. Gegen Oldenburg fanden 14.441 Zuschauer den Weg ins Rund, gegen Bayer 05 Uerdingen kamen dann sogar 22.889 Fans zur vorentscheidenden Partie. Und was passierte? Ein Desaster. Die Hertha-Elf versagte auf ganzer Linie und verlor mit 0:5. Die Reaktion des Publikums war drastisch. Beim folgenden Heimspiel gegen den SV Meppen verloren sich 2.351 Getreue auf den leeren Rängen. Und die Fans blieben hart, gegen Hannover 96 waren es sogar noch 48 weniger...

Apropos. Das Verhalten des Publikums war zu damaligen Zeiten in jeder Saison gleich. Am 14. Spieltag der Saison 1993/94 wollten 15.833 Zuschauer das Heimspiel gegen den TSV 1860 München sehen. Die Fans wurden enttäuscht. Hertha verlor 0:1. Zwei Wochen später wollten nur 4.850 Leute das Heimspiel gegen den Wuppertaler SV sehen. Es lief alles schief. 0:3 gegen den WSV. Man ahnt, was passierte. Richtig, gegen Bayer 05 Uerdingen waren es dann nur noch 3.087, die den Weg fanden.
 
Haarscharf schlitterte die Hertha damals am Abstieg vorbei. Das 2:1 in Wuppertal vier Spieltage vor Schluss bedeutete die Rettung. Beim folgenden Heimspiel gegen den FC St. Pauli strömten 13.012 Zuschauer ins Stadion. Hertha spielte befreit auf und gewann mit 2:1. Der Lohn: Über 1.000 Fans begleiteten ihr Team in die Grotenburg nach Uerdingen, wo die Blau-Weißen ein 0:0 erkämpften. Im sportlich unbedeutenden letzten Spiel der Saison fanden dennoch 10.066 Zuschauer den Weg ins Olympiastadion, um ihre Hertha zu feiern...

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