Wo stecken eigentlich die Preussen?

MB Updated
Ende der 80er und in den 90er Jahren wurde im Westteil Berlins erfolgreicher Eishockey gespielt. Der BSC Preussen sorgte für Furore und spielte phasenweise ganz oben mit. Nach dem Fall der Mauer gab es große Derbys gegen den EHC Eisbären Berlin. Nach einigen Umbenennungen und Konkursen erfolgte der tiefe Fall. Wo stecken die Preussen eigentlich in der Gegenwart? Ein direkter Nachfolgeverein existiert nicht, doch in der Regionalliga Ost spielen die ECC Preussen Juniors.
 
Preussen

Die erste Spielzeit des Westberliner Eishockeyclubs BSC Preussen fand in der Saison 1983/84 statt. Zwei Jahre zuvor wurde die Eishockeyabteilung des deutschen Rekordmeisters  Berliner Schlittschuhclub in den Berliner Schlittschuhclub Eishockey e. V. ausgegliedert. Nach nur einem Jahr musste der Klub aufgeben, als Nachfolgeverein trat der BFC Preussenin die Fußstapfen. Auch für diesen Verein war nach nur einer Saison Schluss.

Am 29. April 1983 wurde der Berliner Schlittschuh-Club Preussen e. V. (BSC Preussen) gegründet. Die Spieler kamen vom Berliner Schlittschuhclub und vom BFC Preussen.

Von 1983 bis 1987 spielten die Preussen in der 2. Bundesliga, nach der dritten Saison in der Zweitklassigkeit stiegen sie schließlich in die 1. Bundesliga auf. Bester Scorer war damals Uli Egen, der 119 Scorerpunkte einspielte. Deutschlandweit hatte der BSC Preussen nach Mannheim und Düsseldorf die meisten Zuschauer.
Preussen

In der ersten Saison in der 1. Bundesliga konnte der Klassenerhalt in der Relegationsrunde geschafft werden. In den Folgejahren schafften es die Preussen stets in die Play-offs.
Zum ersten großen Duell mit dem Ostberliner Klub EHC Dynamo Berlin kam es am 21. September 1990. Beim Neuaufsteiger siegten die Preussen glatt und problemlos mit 12:0. Insgesamt gab es 48 Derbys, die teilweise extrem brisant waren. Bei den Partien in der Eissporthalle Jafféstraße begleiteten meist zirka 2.000 Ostberliner Eishockeyfans die Eisbären. 

1994 waren die Preussen Gründungsmitglied der DEL. 1995 gab es bei den Preussen akute finanzielle Probleme, die neugegründete Preussen Devils GmbH setzte den Spielbetrieb fort und übernahm die Spieler.
Mit Klaus Merk und Tom O´Regan ging es sportlich gut zur Sache. In der Saison 1995/96 erreichte man wie bereits in der Saison zuvor das Halbfinale, das gegen die Düsseldorfer EG verloren ging.
1996 wurde der Verein wieder umstrukturiert und umbenannt. Als Berlin Capitals ging es nun ab dem 16. Juli 1996 weiter. Der Verein hatte große Pläne, doch der große Erfolg blieb aus. 1999/00 erreichten die Capitals noch einmal das Halbfinale, 2000/01 war im Viertelfinale Schluss und 2001/02 kam der Abstieg.
Am 3. März 2002 fand das letzte Derby gegen die Eisbären statt. 1.300 Fans des EHC veranstalteten einen Gedenkmarsch vom S-Bahnhof Westkreuz bis zur Deutschlandhalle. 
 
Devils

2002 starteten die Preussen als Young Capitals in der viertklassigen Regionalliga und schafften den Aufstieg in die drittklassige Oberliga. Ende der Saison 2003/04 erfolgte wieder einmal das finanzielle Aus.
Als Berliner Schlittschuhclub Preussen ging es in die Saison 2004/05. Auch dieses Mal wurde der Karren finanziell an den Baum gefahren. Der BSchC Preussen ging ebenfalls Konkurs. 
Als inoffizieller Nachfolgeverein gingen nun die ECC Preussen Juniors ins Rennen. 2007/08 war die bisher sportlich erfolgreichste Saison, bei der der Zuschauerschnitt bei Heimspielen bei über 1.000 lag.
 
Preussen
 
2008/09 hätten die ECC Preussen Juniors von der Regionalliga in die Oberliga aufsteigen können, doch der Aufstieg wurde nicht wahrgenommen.
In der aktuellen Regionalligasaison stehen die Preussen auf dem vorletzten Tabellenplatz. Dortige Gegner sind die Blue Lions Leipzig, die Saale-Bulls Halle, die Jonsdorfer Falken, die Thüringen Black Dragons, die Wölfe Schönheide, FASS Berlin, Tornado Niesky und die Wild Boys Chemnitz. Momentan sind die Blue Lions Leipzig vor den Saale-Bulls Halle Tabellenführer.
 
 

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