Gewalt beim Fußball: Fan-Rückblende / Fotos

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Polizei

Über 500 Fußballspiele in 18 Jahren. Seit 1991 unterwegs als Fußballfan, Autor und Fotograf in Deutschland und auf der ganzen Welt. Meist blieb es friedlich, doch immer wieder gab es Spiele mit Ausschreitungen. Ein Faustschlag ins Gesicht in Leipzig-Leutzsch, ein Knüppeleinsatz in Mönchengladbach und Pfefferspray im Berliner Mommsenstadion – auch ich bekam die Folgen zu spüren. Gewalt und Hooligans sind bekanntlich kein Phänomen heutiger Tage. Häufig lautet jedoch die Frage, ob die Gewalt zunimmt und härter und brutaler wird. Hier ein persönlicher Rückblick unserers Redakteurs mit konkreten Beispielen der vergangenen 18 Jahre.

Über 500 Fußballspiele in 18 Jahren. Seit 1991 unterwegs als Fußballfan, Autor und Fotograf in Deutschland und auf der ganzen Welt. Meist blieb es friedlich, doch immer wieder gab es Spiele mit Ausschreitungen. Ein Faustschlag ins Gesicht in Leipzig-Leutzsch, ein Knüppeleinsatz in Mönchengladbach und Pfefferspray im Berliner Mommsenstadion – auch ich bekam die Folgen zu spüren. Gewalt und Hooligans sind bekanntlich kein Phänomen heutiger Tage. Häufig lautet jedoch die Frage, ob die Gewalt zunimmt und härter und brutaler wird. Hier ein persönlicher Rückblick unserers Redakteurs mit konkreten Beispielen der vergangenen 18 Jahre.

Brennende Wurstbude: Pokalspiel Bayer 04 Leverkusen – 1. FC Köln

Als Berliner bin ich Ende August 1991 nach Leverkusen gezogen. Kurze Rede, langer Sinn. Als damals 18-jähriger war ich neugierig auf Bundesligafußball. Bereits in meiner ersten Woche fand das DFB-Pokalspiel Bayer Leverkusen – 1. FC Köln statt. Auf zum Ulrich-Haberland-Stadion. Ich kannte mich überhaupt nicht aus und kaufte mir dummerweise ein Ticket für
Block A. Voller Optimismus legte ich mir auch gleich einen Leverkusen-Schal zu. Im Block A kam die böse Überraschung. Ich stand mitten unter Kölnern. Ich ahnte ja nicht, dass 10.000 Kölner im Stadion waren und sich das halbe Stadion in FC-Hand befand. Nach ersten grimmigen Kölner Blicken versteckte ich rasch meinen Schal und beobachtete das Szenario. Auf dem Platz und den Rängen ging es mächtig zur Sache. Leverkusen gewann 2:0 gegen den Erzrivalen und im Gästebereich des damaligen H-Blocks brannte nicht nur die Luft. Kölner Fans und Hooligans randalierten, was das Zeug hielt. Letztendlich wurde sogar die dortige Wurstbude abgefackelt. Auf dem Weg ins neue Zuhause musste ich flüchten, weil mich wütende Kölner Fans an einer Tankstelle verprügeln wollten. Leicht schockiert hetzte ich in der Dunkelheit durch die Straßen von Leverkusen.

Lev

Tritte und Schläge nach Spielschluss: VfL Bochum – Bayer 04 Leverkusen

Das erste Auswärtsspiel sollte auch gleich gewaltgeladen werden. Mit rund 1.500 Leverkusener Fans stand ich im Herbst 1991 auf der Gästetribüne des Ruhrstadions und freute mich über den unerwarteten Auswärtserfolg von Bayer 04. Wie schnell man auch als Unbeteiligter im Schlamassel stecken konnte, sah ich nach Abpfiff vor dem Ruhrstadion. Es war bereits dunkel, die Leverkusener Fans machten sich gerade auf dem Weg gen Hauptbahnhof, als wie aus dem Nichts Bochumer Hooligans auftauchten und mächtig austeilten. Gezielt setzte es Hiebe, Schläge und Tritte. Links, rechts, vor mir, hinter mir. Die behelmte Bochumer Polizei (berühmt durch die inoffizielle Auszeichnung „Goldener Schlagstock“) schlichtete beherzt die Situation und führte die Leverkusener Fangruppe rustikal zum Bochumer Hauptbahnhof.

Der 38er Block im Müngersdorfer Stadion in Köln

Anfang und Mitte der 90er Jahre war es für kleinere Fangruppen immer wieder spannend und teilweise wenig amüsant, im Gästeblock des alten Müngersdorfer Stadions zu sein. Auf dem Oberrang, leicht schräg gegenüber befand sich im 38er Block stets ein Hool-Mob der Kölner. Die Kölner Fankurve hatte auf der anderen Seite der weiten Betonschüssel ihren Platz, doch in Greif- und Sichtweite der Gästefans befand sich der Kölner Hool-Trupp.
Die Jungs aus dem 38er Block sorgten manchmal gewaltig für Stimmung, wenn sie gemeinsam aufstanden und ein Lied anstimmten. Doch häufig blieb es nicht dabei. Viele Gästefans unterschätzten die Gefahr gnadenlos und provozierten in ihrem abgesicherten Bereich. Doch wehe, nach dem Abpfiff. Über die Wiese zur Straßenbahnhaltestelle musste jeder... Ich kann mich noch an den kleinen Haufen Rostocker Fans erinnern. Das war 1992. Trotz Minderzahl pöbelten sie munter im Gästebereich. Ein betrunkener Hansa-Fans zog sogar die Hose runter und zeigte den Kölner Jungs aus dem 38er Block sein bestes Stück. Nach dem Spiel war dann Schluss mit lustig. Die Kölner lauerten draußen bereits die Rostocker auf... Später wurde am Gästebereich des alten Müngersdorfer Stadions eine Trennwand gezogen, so dass Gästefans und der Kölner des 38er Blocks nicht mehr unmittelbar aufeinander stoßen konnten. Die Gefahr der Auseinandersetzung auf der sogenannten „Boxwiese“ vor dem Stadion bestand allerdings auch weiterhin.

Celtic zu Gast in Köln

Bekanntlich sind Celtic-Anhänger als sehr friedlich bekannt. Zu Tausenden begleiten sie ihr Team durch ganz Europa und bevölkern singend und trinkend die Innenstädte. So war es auch im Herbst 1992. Celtic Glasgow war zu Gast in der Domstadt und zahlreiche Fans hatten sich bereits am Nachmittag auf der Domplatte eingefunden. Feuchtfröhlich ging es mit der Straßenbahn in Richtung Müngersdorfer Stadion.

Celtic
Wie fix eine friedliche Stimmung in Hass umschlagen kann, war zu beobachten, als vor dem Stadion Kölner Fans und Hools eine Englandfahne hochhielten und ein Lied anstimmten. Mit „You fucking bastards!“ Rufen warfen die Celtic-Fans alles, was sie in den Händen hielten. Flaschen, Bierbecher und Feuerzeuge. Im Stadion blieb dann alles friedlich. Weitere Provokationen gab es nicht. Das war gut so. Die Celts feierten trotz 0:2-Niederlage noch eine halbe Stunde nach Spielschluss. Sprich: Auch die friedlichsten Fans lassen sich gezielt provozieren – und dann können Situationen aus dem Nichts eskalieren!

Schlagstockeinsatz auf dem Bökelberg

Der Auswärtsblock von Bayer 04 in Mönchengladbach war Anfang der 90er Jahre immer erbärmlich gefüllt. Ich konnte nicht verstehen, weshalb immer unterdurchschnittlich wenige Leverkusener dort auf dem Bökelberg zu Gast waren. Vielleicht hatten jedoch viele bereits zuvor ihre schlechten Erfahrungen gemacht, denn nach dem Spiel, als die jämmerlich winzige Fanschar von der berittenen Polizei zum Bahnhof geleitet wurde, kam es unnötigerweise zum Schlagstockeinsatz. Wie Freiwild wurden die Leverkusener zum Bahnhof getrieben und auch ich bekam mehrere Schlagstockhiebe auf den Rücken. Ich war schockiert, wie sehr solch ein Schlagstock schmerzen konnte. Der Körper war für einige Sekunden wie gelähmt. Die gesamte Aktion war dermaßen sinnlos und überzogen, dass mir die Worte fehlten.

Ein Missverständnis in Schottland: Pokalspiel von Celtic Glasgow

Dass ein kleinstes Missverständnis für großen Ärger sorgen kann, bekam ich im Hampdenpark zu spüren, wo Celtic Glasgow im Februar 1995 sein Pokalspiel gegen Airdrie austrug. Ich stellte mich mitten unter die Celticfans und ahnte nichts böses, als ein Typ von hinten an meiner Jacke riss und brüllte: „You fucking bastard!“. Ein dunkelblauer Fleeceschal war Grund dafür, dass er mir ein paar reinhauen wollte. Erst ein paar Celtic-Fans um uns herum konnten ihn beruhigen und mitteilen, dass ich bestimmt kein Rangers-Fan sei. Also Vorsicht selbst bei Kleidungsstücken, die einem selbst völlig banal erscheinen ...

Kölner Fans stürmen Haupttribüne auf Schalke

Ich hatte bei über 400 Fußballspielen sehr selten gesehen, dass gegnerische Fans eine Tribüne oder einen anderen Block stürmen.
Auf Schalke war es Mitte der 90er Jahre der Fall. Im Gästebereich im alten Parkstadion befanden sich tausende Kölner Fans. Unter ihnen auch einige hundert Hooligans. Mitten beim Spiel schnitten sie einen Zaun auf und stürmten auf die Schalker Haupttribüne. Ordner und Polizei wurden völlig überrumpelt. Glücklicherweise beließen es die Kölner Hooligans bei einem kurzen Angriff mit kleineren Scharmützeln und zogen sich wieder in ihren Block zurück.


> zu den turus-Fotostrecken: Stadien, Fans und Ultras


Faust im Gesicht: Sachsen Leipzig – FC Berlin

Mein erstes Auswärtsspiel des BFC Dynamo (damals offiziell FC Berlin) im Herbst 1994 beim FC Sachsen Leipzig. Dank der neu geschaffenen Regionalliga trafen nun auch wieder Berliner Vereine auf die Rivalen in Sachsen. Auf eigene Faust fuhr ich mit einer kleinen Fotokamera zum Leipziger Hauptbahnhof, wo bereits ein lautes „Ost-, Ost-, Ostberlin!“ über die Gleise hinweg donnerte. Harte Jungs aus Ostberlin trafen zeitgleich ein und fuhren ebenfalls in Richtung Leutzsch. Ich zog es vor, mir die Sache von einem neutralen Platz auf dem Dammsitz des Alfred-Kunze-Sportparks anzuschauen.

BFC


Über 4.000 Zuschauer waren im Stadion, darunter rund 500 Gäste aus Berlin. Bereits während der Partie wurde ich beim Fotografieren mit den Worten „Was fotografierst du denn den Berliner Abschaum?“ angepöbelt. Das Spiel ging 2:0 für Sachsen aus und im Gästesektor begann es zu brodeln. Die BFCer kletterten auf den Zaun und auf dem Spielfeld rückte behelmte Polizei auf Pferden an. Die Leipziger Fans riefen immer wieder den Berlinern zu: „Nur ein Leutzscher ist ein Deutscher!“ Wieder auf eigene Faust wollte ich den Heimweg antreten. Doch ich kam nur bis vor das Stadion. Dort fingen mich drei Leipziger ab und schlugen mir mit der Faust ins Gesicht. „Du scheiß Berliner!“ Die drei hätten mich wahrscheinlich richtig vermöbelt, wenn nicht soeben der BFC-Mob zum Bahnhof geleitet wurde. Die drei ließen von mir ab und ich schloss mich der Berliner Truppe an. Wie auf einem Schweigemarsch ging es zum Bahnhof Leipzig-Leutzsch. Dort eskalierte die Situation. Mit dem eindringlichen Schlachtruf „Schießt doch, schießt doch!“ wurden erste Steine geworfen. Ein Intercity musste die Notbremsung einleiten, weil ein Hooligan auf die Gleise sprang. Die Situation war unübersichtlich. Letztendlich gelang es der Polizei, alle in einen Regionalexpress zu drängen. Am Leipziger Hauptbahnhof wurden alle Berliner mit Gewalt in einen Sonderzug geschoben. Ich konnte beobachten, wie Hooligans im Zug Feuerlöscher zum Einsatz brachten, um die behelmte Polizei nicht in die Waggons zu lassen. Ohne Hemmung sprühten sie durch halb geöffnete Türen den Uniformierten weißen Löschschaum ins Gesicht.

Leuchtkugeln und Hass: PSV Eindhoven – TSV Bayer 04 Leverkusen

Es gab Spiele, da waren bereits vorher die Karten gelegt. Im Sonderzug nach Eindhoven zum UEFA-Cup-Rückspiel der Saison 1994/95 waren Typen auszumachen, die man in Leverkusen noch nie gesehen hatte. Die Emotionen schlugen bereits hoch, als der Zug in Eindhoven einrollte. „Hurra, hurra, die Deutschen, die sind da!“ ertönte es hundertfach.
Mit erhobenen Armen rückte der deutsche Fan-Mob an. Vor dem PSV-Stadion waren Absperrgitter aufgebaut, hinter denen wütend die Holländer gestikulierten. Berittene Polizisten versuchten die Leute in Schach zu halten. Ein Böller krachte zwischen den Hufen. Mitten im Trubel brach ein Pferd zusammen. Nervös bäumte sich ein Gaul mit Reiter auf und sackte dann zusammen.
Im Stadion war die Atmosphäre auch stark erhitzt. Im schmalen Gästeblock kochte die Stimmung und gleich nebenan auf der Tribüne hinter dem Tor tobten die Eindhoven-Fans. Es blieb nicht bei verbalen Provokationen. Schon bald flogen erste Leuchtkugeln. Die holländischen Fans waren drauf und dran, den Gästebereich zu stürmen. Wütende Holländer rüttelten am Zaun, dass einem Angst und Bange wurde. Nach dem 5:4 im Hinspiel erkämpfte Bayer Leverkusen ein 0:0. Auf der Rückfahrt wurde unser Sonderzug auf einem Vorortbahnhof mit Gegenständen beworfen. Die Notbremse wurde gezogen und wieder flogen Leuchtkugeln durch die Dunkelheit.

Des Landes verwiesen: AC Parma – TSV Bayer 04 Leverkusen

Mit organisierten Fanbussen ging es im Frühjahr 1995 zum Europapokal-Auswärtsspiel nach Parma. Außerhalb der Stadt wurden die Bayer-Fans in mehreren Hotels untergebracht. Alles verlief überaus friedlich. Ein recht munteres Grüppchen sorgte im Gästebereich im Parma-Stadion für gute Stimmung, doch das Spiel ging sang- und klanglos verloren. Nun wäre die Sache kaum eine Notiz wert gewesen, wenn nicht eine gesamte Busbesatzung des Landes verwiesen wurden.  Auf Grund der Tatsache, dass sich ein paar Leverkusen-Fans in ihrem Hotel nicht akkurat verhielten, mussten wir innerhalb kürzester Zeit die Tasche packen und die Heimreise antreten. Alle waren sich einig, dass die italienische Polizei nur auf einen geringsten Anlass gewartet hatte, um uns zu schikanieren. Doch es war nichts zu ändern. Italiens Polizei eskortierte uns bis zu italienischen Grenze.

Parma

Militär im Stadion: Legia Warschau – Spartak Moskau

Dezember 1995. Eiseskälte. Gefühlte minus 35 Grad Celsius und straffer Wind. Im Stadion von Legia stand das Championsleague-Spiel gegen Spartak Moskau an. Trotz der sibirischen Kälte war das Stadion recht gut gefüllt. Auch im Gästesektor machten sich einige russische Fans bemerkbar. Fußballspiele in Polen sind immer ein Sicherheitsrisiko. Bei der CL-Begegnung im Winter 1995 hatten sie es ganz einfach gemacht. Angehörige vom Militär erhielten freien Eintritt und somit waren hunderte uniformierte Soldaten mit Fellmützen auf den Tribünen. Da hatte kein Fan oder Hooligan Lust auf Randale. Zwar brannten auf den Rängen einige Bengalfackeln, doch für die konnten sich sogar die Soldaten erwärmen.

Fußball in Sibirien: Luch Vladivostok – Schachtjor Prokopjewsk

Im Dynamo-Stadion waren im Juni 2000 rund 7.000 Zuschauer vor Ort, um das Zweitligaspiel der sibirischen Division gegen Schachtjor Prokopjewsk zu sehen. Im Stadion war unten am Spielfeldrand dermaßen viel Miliz aufgereiht, dass die Stimmung extrem verhalten war. Nur bei den zwei Toren keimte so etwas wie gute Laune auf. Die restliche Partie über verhielt sich das Publikum sehr zurückhaltend.

Der Platzsturm: BFC Dynamo – 1. FC Union Berlin

Nach dem Hinspiel gab es reichlich Diskussionen. Das Hinspiel an der Alten Försterei gewann der 1. FC Union klar und deutlich mit 8:0. Im Gästebereich waren auf Grund einer Polizeiaktion in einer Berliner Diskothek am Abend zuvor nicht alle BFC-Anhänger vor Ort. Viele Union-Fans wollten das Rückspiel im Sportforum in Hohenschönhausen boykottieren. S
portlich betrachtet hatte Union den Aufstieg bereits sicher. Aus diversen Gründen zogen viele Unioner es vor, dem Spiel beim BFC fernzubleiben. Immerhin rund 1.500 Union-Fans waren dann im Mai 2006 trotzdem vor Ort und feuerten ihr Team im Ostberliner Derby an. Über 6.000 Zuschauer verfolgten das Spiel. Beim Stand von 1:1 stürmten in der zweiten Halbzeit zahlreiche BFC-Anhänger den Rasen. Vor und am Gästebereich gab  es Tumulte. Nach kurzer Zeit zog sich der Mob wieder zurück. Das Spiel wurde abgebrochen und mit 2:0 für Union gewertet. Ich hatte bisher schlimmere Ausschreitungen gesehen. Doch: Optisch sah es schlimm aus. Wenn hunderte über den Platz rennen und die Bilder am Abend in allen Medien hoch und runter laufen, dann ist das für einen Verein ein Fiasko! Es war kurz vor der WM im eigenen Land. In der Presse wurde immer wieder das Thema Hooligans und Sicherheit diskutiert. Und dann diese Fernsehaufnahmen. Ein gestürmter Platz und aufwirbelnder Staub vor dem Gästebereich. Keine wirklich brutale Randale, doch eine unglaublich schlechte PR für den BFC Dynamo.

Polizei

Derby-Fieber: Borussia Dortmund – Schalke 04

Die Ausgangslage war brisant! Mit einem Dortmunder Sieg konnte Schalkes erster Meistertitel seit 1958 verhindert werden. Tausende Schalker Fans zogen im Mai 2007 vom Hauptbahnhof zum Dortmunder Stadion. Trotz verbaler Attacken blieb es erfreulicherweise weitgehend friedlich. Erst nach dem Spiel, das der S04 beim Erzfeind glatt mit 0:2 verloren hatte, kam es zu vereinzelten Polizeieinsätzen. Dunkel gekleidete Schalker Gruppierungen hatten sich ihren eigenen Weg durch Dortmund gesucht. Auf einem Parkplatz beendete polizeiliche Einsätzkräfte das Katz- und Mausspiel. Trotz so viel Brisanz und solch gigantischer Fanmassen  blieb der Tag insgesamt betrachtet relativ ruhig.


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Rio de Janeiro: Flamengo und Fluminense im Maracanã

Brasilien. März 2008. Regionalmeisterschaft des Bundesstaates Rio de Janeiro. Im Stadion Maracanã fanden hintereinander gleich zwei Begegnungen statt. Zuerst spielte Flamengo gegen Mesquita, dann traf Fluminense auf Resende. So kam es zur kuriosen Situation, dass die Fankurven der Erzrivalen zusammen im Stadion waren, obwohl beide Vereine nicht gegeneinander spielten. Im weiten Rund wurde viel Feuerwerk abgebrannt und Dank der sehr großen Polizeipräsenz blieb es bei verbalen Attacken.

Zweimal Gewalt im Mommsenstadion: Tennis Borussia – BFC Dynamo

Wirklich hart ging es bei zwei Auswärtsspielen des BFC Dynamo im Mommsenstadion zu. Nun kann man fragen, was sucht man bei solch einem Fußballspiel. Die Antwort ist ganz klar: Es waren jeweils Spitzenspiele der Oberliga mit sportlicher Brisanz und prickelnder Rivalität. Den ersten Zwischenfall gab es beim Abendspiel im Februar 2005. Nach dem Zünden einer Rauchbombe marschierten behelmten Polizeikräfte in den Gästebereich und es kam zu massiven Auseinandersetzungen. Schlimmer und weitaus unnötiger waren die bösen Zwischenfälle beim Spiel TeBe – BFC Anfang Dezember 2008. Das Spiel fand an einem Nachmittag statt. Über 1.200 BFC-Anhänger waren vor Ort. Das Spiel auf dem Rasen war spannend und die Stimmung war sehr gut. Gegen Ende des Spiels kippte die Stimmung um.

tebe

Tennis Borussia drehte das Spiel und im Gästebereich herrschte Resignation. Motivationslos flogen zwei Knallkörper auf die Rundlaufbahn und ein Typ kletterte auf den Zaun. Das genügte für einen Polizeieinsatz, wie ich ihn mit eigenen Augen noch nie zuvor gesehen hatte. Massiv rückten behelmte Polizeikräfte vor und setzten gezielt Pfefferspray ein. Auch ich wurde durch Pfefferspray erheblich verletzt. Alles weitere wurde bereits in den Medien ausführlich aufgearbeitet, so dass ich gar nicht diese Angelegenheit aufwälzen möchte.

Fazit:

In der Fanszene gibt es eine völlig neue Generation und komplett neue Ultra-Gruppierungen. Zur Zeit des Pokalspiels Leverkusen – Köln im September 1991 wurden diejenigen geboren, die heute im Alter von 18 die Fanblöcke füllen und für Stimmung sorgen. Die Fanszene ist weitaus mobiler geworden und besser strukturiert. Gewalt fokussiert sich zunehmend auf die Polizei.

Fotos: turus.net-Archiv

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