Vergangenheit und Gegenwart des Ruhrgebiets werden mit Google-Earth erlebbar.
Durch die Zeit zu reisen zählt zu den größten Träumen der Menschheit. Jetzt wird dieser Traum Wirklichkeit, wenn auch nur virtuell mit dem Geo-Programm "Google Earth". Die Fachhochschule Bochum hat zusammen mit weiteren Kooperationspartnern die Software des Suchmaschinenanbieters um weitere Funktionen erweitert, die es ermöglichen auch historische Ansichten dreidimensional erfahrbar zu machen.
Virtuelle Realität ist heute ein beliebtes Mittel, Geschichte zu vermitteln, denn lebensnahe Modelle können helfen, die Vergangenheit erlebbar zu machen. In unzähligen Einzelprojekten wurde und wird Vergangenheit medial dargestellt. Gerade 3D-Rekonstruktionen finden zunehmendes Interesse, denn mit ihnen lassen sich vergangene Situationen besonders anschaulich vermitteln. Seien es einzelne Gebäude, ganze Städte oder gar Landschaften. Derartige Rekonstruktionen werden aber bisher vorwiegend in der Museumslandschaft eingesetzt. Die Fachhochschule Bochum will hier ansetzen und Google Earth um historische fotorealistische 3D-Teilbilder des Ruhrgebiets ergänzen.
Mit der "Zeitreise Ruhr" soll eine Plattform geschaffen werden, die Forschern wie Historikern und Archäologen sowie Multimedia-Spezialisten die Möglichkeit gibt, ihre Rekonstruktionen zur Vergangenheit zu einem gemeinsamen Bild zu verschmelzen. Die Ambitionen der an der Zeitreise-Ruhr beteiligten Forscher aus Bochum, Wesel und Dessau haben sich viel vorgenommen. So soll nicht nur die Gegenwart, sondern auch die Vergangenheit dreidimensional modelliert werden. Von historisch bedeutsamen Bauten wie beispielsweise dem Schloß Borbeck oder der ersten Krupp-Fabrik bis hin zu den ersten Siedlungen vor 6000 Jahren erstreckt sich die Bandbreite der geplanten Objekte.
Daneben diene das Projekt als Datenbank für gesammeltes Geschichtswissen des Ruhrgebietes, an dem sich jeder Bürger und jeder Wissenschaftler mit Texten oder Fotos beteiligen könne, erklärten die Initiatoren. Das so entstehende Gesamtbild soll zudem in einem High-Tech-Modell zur Präsentation in Museen umgesetzt werden.
Mit dem Projekt erschließt sich für das gesamte Ruhrgebiet besonders im Hinblick auf die Zeit als Kulturhauptstadt 2010 eine besonders interessante Form der Orientierung: Veranstaltungsorte, kulturell interessante Gegebenheiten und Museen können sich auf diese Weise bereits jetzt virtuell erfahrbar machen.