Die Lebensbedingungen in 321 europäischen Städten können ab heute
verglichen werden. EU-Regionalkommissarin Danuta Hübner hat die
Ergebnisse des so genannten Städteaudits vorgestellt, das gemeinsam mit
EUROSTAT durchgeführt wurde. Die Prüfung stützt sich auf 100.000 Daten
über die größten aktuellen Herausforderungen wie Alterung der
Bevölkerung, Migration, Wohnen und Umwelt. Städte können sich fortan
mit anderen Städten vergleichen und sich damit in ausgewählten
Bereichen verbessern. Ziel der neuen Daten ist es, Maßnahmen und
Investitionen in der Kohäsionspolitik bedarfsgerecht auszurichten.
„Ausgangspunkt für eine gute Politik sind solide Informationen,“ erklärte Frau Hübner. „Das Städteaudit ist instrumental für die europäische Kohäsionspolitik, das Potenzial muss aber auch von allen Entscheidungsebenen in den Mitgliedstaaten und bei allen Maßnahmen mit Auswirkungen auf Städte ausgeschöpft werden. Auch die Privatunternehmen und alle Bürger, die sich für ihre Umwelt und ihre Stadt interessieren, können profitieren.“
In vielen europäischen Städten, vor allem im zentral- und osteuropäischen Raum, nimmt die Bevölkerung ab. Die Unterschiede in der Arbeitslosigkeitsquote sind zwischen den einzelnen Vierteln einer Stadt oft größer als zwischen den Städten und Regionen in der Union selbst. Die Kommissarin nannte als Beispiel die Städte Hamburg, Athen und Bratislava, wo die Arbeitslosigkeit in bestimmten Stadtteilen besonders hoch ist. Als Maßnahme auf europäischer Ebene versucht die Kohäsionspolitik, eine „Gettoisierung“ im Herzen von Großstädten zu verhindern. So werden 6,3 Millionen Euro von 2007 bis 2013 aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) in die Sanierung des Hamburger Stadtteils Wilhelmsburg investiert. Mit dem Städteaudit wurden auch neue Umweltdaten erhoben. Eine Erkenntnis ist beispielsweise, dass einige Städte in Europa ihren Müll zu fast 80 Prozent recyceln (Dresden, Frankfurt am Main).
Weitere Infos:
www.urbanaudit.org