Der Schlagbaum hat sich geöffnet – freie grenzenlose Fahrt von Portugal bis ins Baltikum: Heute am 21.
Dezember 2007 sind Estland, Lettland, Litauen, Malta, Polen, die
Slowakei, Slowenien, die Tschechische Republik und Ungarn dem
Schengener Raum beitreten.
Damit entfallen die Binnengrenzkontrollen an
den Land- und Seegrenzen zwischen diesen Ländern und zu den restlichen
15 Mitgliedstaaten. Unionsbürger können von der Iberischen Halbinsel
bis zu den Baltischen Staaten und von Griechenland bis Finnland reisen,
ohne sich Grenzkontrollen unterziehen zu müssen. Drittstaatsangehörige
werden mit einem Schengen-Visum reisen können und brauchen nicht mehr
wie bisher verschiedene nationale Visa zur Einreise.
Die Mitgliedstaaten haben sich mithilfe eines strengen Evaluierungsprozesses davon überzeugt, dass die betreffenden Mitgliedstaaten über die nötige Ausrüstung verfügen, um die Außengrenzen zu bewachen und für den gesamten Schengen-Raum gültige Visa auszustellen. Die neuen Mitgliedstaaten haben unermüdlich gearbeitet, um ihr Management der Außengrenzkontrollen, ihre Visumpolitik, ihren Datenschutz und die polizeiliche Zusammenarbeit dem aktuellen Stand anzugleichen. Ihre Anbindung an das Schengener Informationssystem – eine Datenbank, in der Personen und Sachen eingetragen sind, die im Schengen-Raum zur Fahndung ausgeschrieben sind – wurde erfolgreich umgesetzt. Dank der Schengen-Fazilität, aus der fast eine Milliarde Euro bereitgestellt wurde, konnten die neuen Mitgliedstaaten insbesondere wirksame Grenzkontrollen einrichten und vollwertige Partner im Schengen-Raum werden.
Lange Warteschlangen an Grenzübergangsstellen werden der Vergangenheit angehören. Grenzregionen werden sich gemeinsam entwickeln, da das Reisen von einer Region in die andere leichter sein wird. Wie bereits bei früheren Erweiterungen wird auch hier mit einer Zunahme des Fremdenverkehrs gerechnet, der sich positiv auf die bestehende Infrastruktur auswirken wird.
Die Außengrenzkontrollen bleiben unverändert, da die neuen EU-Mitgliedstaaten den Schengen Besitzstand im Bereich der Außengrenzen bereits seit ihrem Beitritt anwenden. Die einzige Änderung wird darin bestehen, dass die neuen Mitgliedstaaten auch Drittstaatsangehörige mithilfe des Schengener Informationssystem (SIS) kontrollieren werden. Dadurch, dass Polizeibeamte auf beiden Seiten der Grenze Zugang zum SIS haben, wird die Sicherheit an den Grenzen erhöht werden.
Für Reisende, die keine betrügerischen Absichten hegen (Bona-fide-Reisende), wird das Reisen in der erweiterten EU schneller und leichter werden. Drittstaatsangehörige werden mit einem Schengen-Visum reisen können und brauchen nicht mehr wie bisher verschiedene nationale Visa zur Einreise.