Bereist man Kuba auf eigene Faust, bietet es sich an, ein Fahrzeug zu mieten und mit diesem die Insel zu erkunden. Mietwagen sind auf Kuba keine Seltenheit mehr und können vorher über das Internet reserviert werden. Trotzdem sollten auf solch einer Reise ein paar Dinge beachtet werden. Autofahren auf Kuba ist ein Stück anders als in Europa.
Als Ausgangspunkt einer Kuba-Reise bietet sich die Hauptstadt La Habana an. Mit Iberia oder Air Francegelangt man bequem über Madrid bzw. Paris zur Perle der Karibik und kann anschließend in La Habana auf Entdeckungstour gehen.
In La Habana steht man vor der Wahl: Entweder man nächtigt in einem Hotel oder man zieht ein privat vermietetes Zimmer vor. In letzterem Fall sollte man darauf achten, dass der Vermieter eine offizielle Lizenz zum Vermieten besitzt. Wird man illegal privat untergebracht, so könnte es für beide Seiten mächtig Ärger geben, für die kubanische Seite wären die Folgen jedoch gravierender.
Am Hotel Sevilla und anderen Stellen kann man seinen reservierten Mietwagen abholen. Nach dem üblichen Papierkram kann es dann auch schon losgehen. Da man auf Kuba nicht so schnell unterwegs ist, wie in mitteleuropäischen Ländern, sollte man die Strecken nicht so weit stecken. Bei einer kürzeren Kuba-Reise empfiehlt es sich, erst einmal nur den westlichen Landesteil anzuschauen. Auf der Autobahn kann man in Richtung Pinar del Rio reisen.
Wenig Verkehr, keine Leitplanken, kaum Fahrbahnmarkierungen, sehr wenige Wegweiser. Schlichter könnte eine Autobahn nicht aussehen. Unterwegs ist alles, was rollen und gehen kann. Fuhrwerke, Eselskarren, Traktoren, Fahrräder, Fußgänger, Lastwagen mit Personen auf der Ladefläche und natürlich PKW. Das Bild ist gemischt, zum einen sieht man moderne westliche Fahrzeuge, zum anderen sind immer noch tausende US-amerikanische Oldtimer aus den 50er und 60 Jahren unterwegs.
Weiter geht es in Richtung Westen nach Vinales. Im dortigen Tal von Vinales gibt es zum einen die einmaligen Kalksteinmonolithe, zum anderen die Tabakfelder zu bestaunen. Es wird gesagt, dass dort auf der rötlichen Erde der beste Tabak der Welt angebaut wird. Mit Sicherheit kommt man dort mit einem einheimischen Bauern ins Gespräch, der einem seine schlichte Holzhütte und sein Anbaugebiet zeigen wird.
Mit gemütlichem Tempo arbeitet man sich nach Maria la Gorda vor. Dort erwartet einen das karibische Paradies. Im dortigen Ressort kann man sich eine Holzhütte mieten und sich selbst versorgen. Strandspaziergänge, baden, tauchen, Boot fahren und relaxen stehen dort auf dem Tagesprogramm.
Im Großraum Havanna sollte man auf der Hut sein. Dort gibt es zahlreiche Checkpoints und die Polizei ist allgegenwärtig. Das Überschreiten des Tempolimits kann saftige Strafen zur Folge haben. 30 CUC sind schnell fällig, das Diskutieren mit den Beamten hat wenig Zweck. Bekanntlich sitzen sie am längeren Hebel.
So oder so sollte man stets im Hinterkopf haben: Mietwagen haben ein rotes Nummernschild mit einem weißen „T“ an erster Stelle. Somit ist man als Ausländer bereits von weitem leicht auszumachen.
Beachtet man diese Regeln, so wird eine Fahrt auf eigene Faust ein einmaliges Erlebnis werden. Rein mit der Kassette, auf der kubanische Revolutionsmusik ist, Fenster runter und entspannt die Landschaft, Dörfer und Propagandaplakate vorbeiziehen lassen.
Hasta la victoria siempre…
Fotos: Marco Bertram
