São
Paulo steht im Mittelpunkt einer Tanz-Inszenierung von zwölf brasilianischen Künstlern das jetzt in der Millionenstadt Premiere feierte. So zeigen die Tänzer auf einer einer Bühne
zwischen Baugerüst und Leuchtreklame das „trostlose Paradies“ São
Paulo. Im September kommt die Aufführung nach Berlin.
Die Darsteller sprechen, singen und tanzen Fragmente aus einer Megametropole, die so rasant wächst, dass ihre Bewohner sie nur bruchstückhaft wahrnehmen können. Constanza Macras / Dorky Park und die Gruppe aus São Paulo führen „Paraíso sem Consolação“ vom 20. bis 22. und vom 27. bis 29. Juni in São Paulo sowie am 2. Juli in Santos auf.
Vom 12. bis 14. September wird das Stück in Berlin zu sehen sein. Dort bildet die Inszenierung den Auftakt einer Veranstaltungsreihe des Goethe-Instituts, die sich mit Natur, Lebensart und kulturellen Manifestationen der Tropen befasst. Neben der Ausstellung „Die Tropen – Ansichten von der Mitte der Weltkugel“ im Martin-Gropius-Bau finden Tanz-, Theater-, Musik- und Filmvorführungen, Performances und Diskussionsveranstaltungen statt.
„Paraíso sem Consolação“ beschließt eine vierteilige Theater- und Tanzprojektreihe, die das Goethe-Institut in Brasilien 2006 anlässlich der „Copa da Cultura“ gemeinsam mit dem Sozial- und Kulturwerk des Handels SESC São Paulo unter der künstlerischen Leitung von Matthias Pees konzipiert hat. Die erste Produktion, die im Oktober 2006 ihre Premiere feierte, handelte wie die Inszenierung von Constanza Macras vom anonymen Leben in der Großstadt: Die Video-Theater-Performance „Super Night Shot“ der Berliner Gruppe Gob Squad wurde von brasilianischen Darstellern umgesetzt. Anschließend inszenierte Frank Castorf im November 2006 als Gastregisseur „Schwarzer Engel“ von Nelson Rodrigues, kombiniert mit Texten aus Heiner Müllers „Der Auftrag: Erinnerung an eine Revolution“. Im Februar 2007 folgten dann Stefan Kaegi und Lola Arias mit „Chácara Paraíso – eine PolizeiKunstSchau“. „Schwarzer Engel“ und „Chácara Paraíso“ waren im Anschluss auch in Deutschland, Portugal und Spanien zu sehen, während das „Super Night Shot“-Projekt durch zahlreiche brasilianische Städte tourte.
Constanza Macras wurde 1970 in Buenos Aires geboren, wo sie Tanz und Modedesign studierte. 1992 setzte sie ihre Ausbildung am New Yorker Merce Cunningham Studio and Movement Research fort. Seit 1995 lebt und arbeitet Constanza Macras als Performerin, Regisseurin und Choreografin in Berlin. 2003 gründete sie die Kompanie Dorky Park. Seit ihrer Performance „Back to the Present“ im ehemaligen Kaufhaus Jandorf in Berlin-Mitte gilt sie als feste Größe der Berliner Tanzszene und ist mit ihren Produktionen weltweit auf Festivals zu sehen. Auf Einladung des Goethe-Instituts gastierte sie im Oktober 2007 mit „Big in Bombay“ am SESC São Paulo und beim Festival Porto Alegre em Cena.
„Paraíso sem Consolação“ ist ein Projekt des Goethe-Instituts São Paulo in Zusammenarbeit mit dem SESC São Paulo und Hebbel am Ufer Berlin, gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes.
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Goethe Institut