Die Flughafen Hamburg GmbH (FHG), das Deutsche Zentrum für Luft- und
Raumfahrt e.V. (DLR) und die DFS Deutsche Flugsicherung GmbH (DFS)
starten eine gemeinsame Feldtestplattform am Hamburg Airport zur
Bodenverkehrskontrolle der Zukunft und übernehmen damit eine
Vorreiterrolle in Europa.
Die Bodenverkehrskontrolle der Zukunft befindet sich am Hamburger Flughafen gerade im Aufbau. Sie wird auf einem operationellen A-SMGCS (Advanced Surface Movement Guidance and Control System) basieren. Das A-SMGCS ermöglicht, dass die Lotsen die Flug- und Fahrzeuge am Boden eindeutiger identifizieren und exakter orten können. Dadurch werden die Abläufe am Boden optimiert und noch sicherer.
Jedes Flugzeug ist mit einem Transponder ausgestattet, der Auskunft über die Identität des Flugzeuges gibt. Dieser Transponder sendet individuelle Daten an zahlreiche Antennen auf dem Flughafengelände. Das A-SMGCS ermittelt daraus den Standort und die Identität des Flugzeugs und bestimmt mit Hilfe des aktuellen Flugplans die jeweilige Flugnummer. Diese Informationen werden in Kombination mit den genauen Darstellungen der Vorfelder und Pisten auf den Bildschirmen der Lotsen angezeigt. Die Flugzeuge und entsprechend ausgerüsteten Bodenfahrzeuge können eindeutig identifiziert und exakt geortet werden. Für die Positionsbestimmung von Fahrzeugen und Flugzeugen, die keinen Transponder haben oder deren Transponder defekt ist, wird für eine vollständige Abdeckung der Flughafenflächen eine zusätzliche, neue Bodenradaranlage installiert.
Mit der gemeinsamen Feldtestplattform schaffen FHG, DLR und DFS die Voraussetzungen, um das Rollführungssystem A-SMGCS um zusätzliche Funktionen zur Optimierung der Verkehrsführung zu erweitern. Eine entsprechende Kooperationsvereinbarung zwischen FHG, DLR und DFS wurde bereits geschlossen. Ziel der Feldtestplattform ist es, das operationelle A-SMCGS von der reinen Lotsenunterstützung hin zur Unterstützung für Piloten und Fahrzeugführer weiterzuentwickeln. Damit soll die gesamte Abwicklung des Bodenverkehrs bei schlechten Sichtverhältnissen optimiert werden und der hohe Sicherheitsstandard auch bei steigendem Verkehr beibehalten werden. Wenn auf diese Weise der Bodenverkehr optimal gesteuert und somit die Standzeiten der Flugzeuge minimiert werden, sinken sowohl Treibstoffverbrauch als auch Lärm- und Schadstoffemissionen. Das kommt der Umwelt zugute und spart darüber hinaus Kosten.
Neben den drei Partnern FHG, DLR und DFS sind Universitäten und die Luftfahrt-Industrie eingebunden. So ist sichergestellt, dass die Bodenverkehrskontrolle der Zukunft von der Forschung bis hin zur Praxis kompetent und effizient begleitet wird. Bereits heute sind Forschungsprojekte (z.B. CARMA, Car Management on Aprons, und WFF, Wettbewerbsfähiger Flughafen) angelaufen, welche die Forschungsplattform intensiv nutzen werden. Neueste Forschungsergebnisse können dabei unmittelbar unter realen Einsatzbedingungen untersucht werden.
Die enge Kooperation zwischen Forschung, Lehre, Betrieb und Industrie am Hamburger Flughafen schafft Rahmenbedingungen für beschleunigte Innovationsprozesse und trägt zur Spitzenstellung des Luftfahrtstandortes Hamburg bei. Ebenso unterstreicht diese Kooperation zwischen Hamburg Airport, Flugsicherung und DLR eindrucksvoll die Funktions- und Leistungsfähigkeit der geballten Hamburger Luftfahrtkompetenz. Das DLR baut damit nach der Gründung des Instituts für Lufttransportkonzepte & Technologiebewertung an der TU Hamburg-Harburg in 2007 sein Engagement in Hamburg weiter aus.
Weitere Infos:
www.ham.airport.de