Idylle am Stadtrand - Warta-Bucht bei Sommerschwüle

Idylle am Stadtrand - Warta-Bucht bei Sommerschwüle

 
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M 12 Juni 2020

An den Feiertag "Fronleichnam" muss ich mich erst noch gewöhnen. Erst kurz zuvor bemerkte ich den freien Tag im Dienstplan. Da nutze ich den doch für den Zalew Nadwarcianski (Warta-Bucht), der nur einen Katzensprung von meinem Viertel entfernt liegt. Das ist das Feine an Poznan: Du bist in 10 Minuten schon in der Natur, obwohl Poznan einer der Motoren der polnischen Wirtschaft ist! Das Auto wurde in Łęczyca abgeparkt, obwohl ich unter normalen Umständen auf die Öffentlichen zurückgegriffen hätte, die aber noch nicht vollständig genutzt werden können. Im Prinzip schon, aber es lohnte sich nicht mehr, eine Monatskarte zu kaufen. Home Office und eine limitierte Anzahl an Sitzplätzen sind die Hauptargumente dafür.

Wenn mal nicht Corona in der Luft ist, fährt man entweder bis Puszczykowo oder Lubon. Ganz Faule steigen in Łęczyca direkt aus dem Bus und läuft durch den neuen Eisenbahntunnel, hinter welchem sofort kaum noch der Verkehr zu hören ist und der Wald beginnt. Ab hier fuhr 1945 der letzte Flüchtlingszug, der dennoch von der Roten Armee angegriffen wurde. Schützengräben findet man bis heute, ein paar Meter entfernt steht sogar noch ein Einmannbunker.

Ein breiter Pfad führt direkt vom Tunnel zur Warta. Hier befand sich eine Fähre und in Kriegszeiten eine Holzbrücke. Aktuell muss man ziemlich große Umwege fahren. Zum Wohle der Umwelt kein Ding. Das hiesige Waldstück mit dem Reservat ist schützenswert. Obwohl der Radwanderweg stark frequentiert ist, liegt hier erstaunlicherweise kein Müll herum. Sehr diszipliniert! Nach ca. einem Kilometer (südlich) beginnt das eigentliche Reservat. 

Ein Meander, der um 1900 noch eingezeichnet war, wurde durch Sandablagerungen vom Fluss abgeschnitten. Das nennt man einen Totarm. Dieser bildet dann in der Regel eine Auenlandschaft aus. Feuchtwiesen, Schilf und Sumpf prägen das Gebiet. Im Sommer lohnt sich das echt hier. In der kurzen Zeit zischt ein Eisvogel an mir vorbei, einer der vielen Eichelhäher bleibt seelenruhig auf seinem Ast sitzen und eine Zauneidechse - Tier des Jahres 2005 in der Schweiz - sonnt sich. 

Alles ziemlich idyllisch. Mittlerweile sind auch die Polen vom Mittagstisch aufgestanden, weshalb nun doch reger Verkehr herrscht. Da die Luft doch ziemlich drückend war, weshalb mein WM-2006-Shirt (WM 1998 hat irgendwann nicht mehr gepasst) schon ziemlich am Leib klebte, ging es über einen Alternativpfad zurück, um mit Radfahrern nicht zu kollidieren. Mit einem Eis in der Hand zum Abschluss - Maske im Laden trug fast niemand mehr - war der Tagesausflug alsbald beendet. 

Fotos: Michael

 

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Polen
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