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Entlang der Ostsee-Küste III: Von spitzen Steinen und bunten Bunkern

 
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M 19 Dezember 2018
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Asche auf mein Haupt. Von Warnemünde kenne ich nur das Jahn-Stadion, weshalb es schnell weiter Richtung Osten geht. Der Abschnitt bis Prohn ist heute das Ziel. Mit einem Spiel in Gelbensande verband ich einen kleinen Ausflug nach Wustrow. Da kommen wir schon langsam zum Zingst, eine der Halbinseln. Die Parkmöglichkeiten in Wustrow sind eigentlich alle kostenpflichtig. Zähneknirschend musste ich da auch ein paar Taler opfern. Es hat sich gelohnt. Wer die Olsenbande kennt, der weiß, wovon ich spreche. Wustrow ist eine kleine Miniaturausgabe davon. Entlang der dänischen Atlantikküste gab es über 100 Bunker, in Nordvorpommern kann man die an einer Hand abzählen. Ein paar wurden von Schmierpfoten bunt bekritzelt. Die Bunker stammen von der NVA der DDR und purzelten einst von der Klippe, vor der die abgenutzten Schilder warnen. Aus Kliffkannte machte Wind oder Mensch einfach „Kiffkante“. Weniger lustig ist der Untergrund. Stellenweise ist es doch schon arg steinig wie der enge Stranbereich. Danach werden die Füße allerdings von weichem Ostseegrund verwöhnt.

Wie es halt hier so ist. Auch hinsichtlich der Orte hat dieser „Strandabschnitt“ etwas zu bieten. In Gelbensande ist das fürstliche Speisen im Jagdschloss möglich. Nun kann man es sich aussuchen. Entweder führt die Strecke links vorbei am an einem Dörflein benannten Gewässer namens Saaler Bodden und über Ort Zingst zurück gen Festland oder über Ribnitz-Damgarten. Beide Strecken sind reizvoll. Ribnitz-Damgarten bietet etwas für jeden Geschmack. Im Sommer gibt es regelmäßige Führungen durch Das große Ribnitzer Moor. Wer keine Lust hat, sich von Mücken zerstechen zu lassen, der kann den Marktplatz und Promenade genießen. Wie in Kühlungsborn gab es auch hier hervorragendes Eis. 

Militärfreunde, die nach dem Wustrow-Besuch noch nicht genug bekommen haben, können sich im Technik-Museum weitere kriegerische Exponate ansehen und dabei noch ein wenig GSSD-Luft schnuppern, denn der Weg von der Einfahrt bzw. Kasse (sehr günstig) zum Museum führt durch den Kasernenbereich des ehemaligen Flugplatzes. Noch sieht es hier wie eine Geisterstadt aus, aber demnächst soll sich hier wieder was bewegen. Es herrscht übrigens Halteverbot, was das Betreten der Kaserne verhindern soll. Von roten Warnschildern ist auch der Weg zum goldenen Bernstein möglich. Ribnitz als Bernsteinstadt hat selbstverständlich auch ein Museum.

Militärisch geht es auch in und um Barth weiter. Mit offenen Augen kann man viel entdecken. Die Küstenlage ist strategisch immer eine besondere. Oftmals bedeutet das, dass hier eine Grenze auf dem Wasser folgt, welche geschützt werden muss. So lassen sich um die Vineta-Stadt Barth noch einige Spuren mehrerer Epochen finden. Doch wie kommt die Verbindung zur sagenumwobenen verschwundenen Stadt Vineta überhaupt zustande? Der Saaler Bodden soll einst die Odermündung gewesen sein, was auch Demmin, das in einer der mittelalterlichen Quellen als Ausflugsziel erwähnt wird, plausibel erscheinen lässt. 

Die Sache mit der Odermündung disqualifiziert allerdings die These, weshalb diese sehr umstritten ist. Wolin in Polen hat da bessere Karten. Bisher gab es um Barth herum noch keine archäologischen Ausgrabungen, weshalb sich der Ort über Titel Vineta-Stadt freuen kann. Ein Museum dazu gibt es auch. Nach einem Spaziergang durch die mittelalterliche Altstadt geht es entlang der Vorpommerschen Boddenküste nach Barhöft. Vom dortigen Aussichtsturm kann man schon Teil IV sehen. Dann geht es um die Insel Hiddensee.

Fotos: Michael

> weitere Impressionen von der Ostseeküste

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Deutschland
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Mecklenburg-Vorpommern
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