Zeit für einen Wechsel: GMX erschreckt Nutzer mit neuer Werbe-Site

Wer bei GMX künftig das Sagen hat, ist auf der neu gestalteten Startseite des E-Mail Providers sofort ersichtlich: die Marketer und Werbekunden. Diese können sich auf einer großflächigen Spielwiese, die sich über die gesamte Bildschirmbreite erstreckt, ausbreiten, während der eigentliche E-Mail- Service in den Hintergrund gedrückt wird.

Schick verpackt in griffigen PR-Slogans wollen die Macher hinter GMX, die United Internet AG, die Nutzer auf die Seite locken: „übersichtlich und optimiert – frischer Look, optimierte Usability und noch mehr redaktionelle Inhalte“ so soll das neue GMX sein. Aber was bei einem ersten Besuch auffällt ist die nicht ganz eindeutig ersichtliche Trennung zwischen journalistischen Inhalt und Werbung. So erwarten den Nutzer unter dem Kategorien-Labeln Service, Shopping und Trends keine redaktionellen Inhalte, sondern Werbeangebote von entsprechenden Partnerunternehmen. Damit dies nicht gleich auffällt, werden diese als White-Label-Lösung in die GMX-Webseite eingebunden.

Redaktionelle Inhalte gibt es natürlich (diese werden unter anderem vom neuen Celebrity-Portal top.de aus selbem Hause eingebunden), aber auch diese sind durchsetzt von Werbeangeboten zahlreicher Unternehmen. So finden sich beispielsweise unter der Rubrik Finanzen gleich einmal die neuesten Angebote von namhaften Discountern in der Region. Eigentlich nicht verwerflich, schließlich will GMX auch profitabel arbeiten und so macht das Unternehmen auch kein Geheimnis aus den Gründen für die Neugestaltung und bewirbt entsprechende Werbemöglichkeiten offensiv in seiner Relaunch-Pressemeldung unter dem Motto „Neue attraktive Großformate für Brandingkampagnen und Markenevents“.

Fazit: Was für Werbekunden eine perfekte Plattform darstellen mag, ist für einen Großteil der elf Millionen Nutzer wahrscheinlich ein Graus. Positiv: Die (leider aber unvollständige) Menüleiste und der Loginbereich auf der linken Seite. Dieser ist zwar klein gehalten und von Werbebotschaften eingerahmt, dafür ist er aber schnell und direkt erreichbar. Damit kann der Nutzer den Ads, falls nicht gerade ein nervendes Popup über die Seite schwebt, gänzlich entziehen. Die Unterseiten sind derzeit noch im alten Design gehalten, aber es ist zu befürchten, das GMX auch hier seine Werbeklammer auspackt. Zeit für einen Wechsel? Solange der E-Mail Provider es nicht übertreibt, werden ihm die Nutzer treue Zugriffszahlen bescheren. Sollte auch der letzte Funken Service in einer Werbeblase aufgehen, werden die Kunden sich sicherlich nach Alternativen umsehen. (S. Borgode – u.a. seit 1999 GMX-Kunde)

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