Die nötigen Unterschriften wurden gesetzt, nach der russischen Duma hat nun auch der russische Föderationsrat der Raitifizierung des Start-II-Vertrages zugestimmt. Bundesaußenminister Guido Westerwelle sieht darin „einen historischen Schritt in der Abrüstung“. Der Senat der Vereinigten Staaten von Amerika hatte bereits am 22. Dezember 2010 das Abkommen ratifiziert. Schwung in Sachen nukleare Abrüstung kam im Frühjahr 2010, als sich US-Präsident Barack Obama und der russische Präsident Dmitri Medwedew zu Gesprächen und ersten Vertragsunterzeichnungen trafen.
Strategic Arms Reduction Treaty – kurz START – dieser Begriff fiel zum ersten Mal im Jahre 1982, als der damalige US-Präsident Ronald Reagan eine mögliche Abrüstung ins Gespräch brachte. Lang, lang ist´s her. Kalter Krieg. USA und Sowjetunion. Unterschrieben wurde das START-I-Abkommen schließlich erst nach dem Fall des Eisernen Vorhangs und kurz vor dem Zerfall der UdSSR. Am 31. Juli 1991 setzten George Bush senior und Michail Gorbatschow ihre Unterschriften. Die Reduzierung des immensen Atomwaffenbestandes auf beiden Seiten konnte beginnen. In Kraft trat das Abkommen jedoch erst am 5. Dezember 1994.
START-II wurde im Januar 1993 unterzeichnet, doch die Umsetzung ließ ein Weilchen auf sich warten. Die NATO-Osterweiterung und der NATO-Kampfeinsatz im Kosovo ließen russische Regierung und Duma zögern. Auch nach späteren Gesprächen trat START-II nicht in Kraft. Einer der Gründe war die Kündigung des ABM-Vertrags von Seiten der USA. Stattdessen trat ein anderer Vertrag in Kraft, der sich nicht auf die Trägersysteme, sondern nur auf die Sprengköpfe bezog: Strategic Offensive Reductions Treaty (SORT).
Um so erfreulicher, dass es nun nach Jahren doch noch zur Zustimmung des START-Abkommens gekommen ist. Ein wichtiger Schritt in eine atomwaffenfreie Zukunft?