Wie viel unnützes Fußball-Geschlabere passt in 120 Minuten? Ganz, ganz viel. Dies stellte am gestrigen Abend beim Champions-League Qualifikationsspiel von Werder Bremen bei Sampdoria Genua wieder einmal Sat1 erste Kommentatorwahl Wolff-Christoph Fuss unter Beweis. Wie schon in der vergangenen Saison, glänzte er nicht durch Fußballsachverstand, sondern mit Sprüchen aus der Mottenkiste und das bis in die letzte Minute der Verlängerung.
Warum? Das weiß er wohl nur selber, denn den Fan mit Sprüchen wach zu halten war gar nicht nötig, da Werder Bremen wie gewohnt mal wieder einen Klasse Pokalabend bot. Nach einem 3:0 Rückstand, schossen sie sich in der dritten Spielminute der Nachspielzeit (durch Rosenberg) in die Verlängerung (Hinspiel: 3:1) und in der 100 Minute (durch Pizzaro) in die Champions-League. Wolff-Christoph Fuss schoss sich dagegen ins Abseits. Sein Lieblingswort – in Anlehnung an die möglichen Erlöse in der Championsleague-Gruppenphase – des Abends: „Fleischtopf“. In Sachen Sprüche und Witze will Fuss in der oberen Liga mitmischen, aber auch das wird nicht einmal für den Comedystadl reichen.
Denn wenn es um eine klare Einschätzung und Fußballsachverstand geht, ist er der falsche Mann. So meinte er beispielsweise als die Verlängerung des Spiels nahte, das Sampdoria Genua einen konditionellen Vorteil hätte, da das Team sich erst im zweiten Pflichtspiel befände und am Wochenende nur gegen eine Jugendauswahl testete. Wie richtig er lag, konnte der Zuschauer dann ebenso am TV live mitverfolgen, wie auch Fuss Versuche sich dann aus seiner vorher getätigten Einschätzung herauszuwinden. Kurios auch sein Kommentar über die Stimmung auf den Rängen, die seiner Meinung nach in Italien Seltensheitswert habe. So ist er der Ansicht, dass in Italien in den Stadien so gut wie keine Stimmung herrsche. Das mag auf manche Vereine zutreffen, aber nicht auf alle. Schickt den guten Mann doch bitte mal nach Rom, Palermo oder Neapel, bevor er wieder in ein Mikro husten darf.
Fazit: Es soll Zuschauer geben, die nur wegen Wolff-Christoph Fuss und seiner Sprüchebatterie einschalten. Diese schalten dann aber auch bei seinen Kollegen Bela Rethy und Marcel Reif ein, die auf gleiche Weise die Spiele mit ihrem unsäglichen Gequatsche madig machen und einfach nur nerven. Zum Abschalten. Oder: TV-Ton ab – Radio-Ton an.
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