Grünes Erwachen in Deutschland

altVorbei die Zeiten, in den die Grünen von vielen belächelt und beschmunzelt wurden. Ökopartei für Müslifresser und Pulloverträger. Randpartei. Anhäufung von Ökoleuten, die nicht das ökonomische Ganze sehen. Diese Zeit ist nun in der Tat vorbei. Die Grünen werden zur Volkspartei und überholen nun teilweise sogar die SPD. Statt rot-grün kann es nun in Baden-Württemberg grün-rot heißen. Satte 24,2 Prozent der Wählerstimmen konnten die Grünen für sich verbuchen. Wahrscheinlich wird es dort recht bald den ersten grünen Ministerpräsidenten geben.

altNach dem Abtritt der rot-grünen Koalition auf Bundesebene hatten viele den Grünen den weiteren Niedergang vorausgesagt. Verschwunden in den meisten Länderregierungen, die Grünen wieder auf dem Weg zur Randpartei? Wer weiß – unter anderen Umständen hätte dies eventuell passieren können, doch die Umstände brachten Millionen Menschen dazu, umzudenken. Nicht nur auf Grund der atomaren Katastrophe im japanischen Fukushima. Bereits im letzten Jahr war zu spüren: Es ruckelt in deutschen Landen. Als zu arg verspürten viele Bürger die Atom-Politik der schwarz-gelben Bundesregierung. Bereits im letzten Herbst gab es die größten Demonstrationen gegen Kernkraft und AKW-Laufzeitenverlängerungen. Die Deutschen als demonstrationsmüdes Volk? Meist schon, doch nicht 2010 und 2011. Proteste in allen Ecken des Landes. Gegen Sozialabbau, gegen die Lebensmittelpolitik und gegen die derzeitige Atompolitik. Und nicht zuletzt gegen das gigantische S21-Projekt. Wut kam auf. Wut gegen schwarz-gelb.
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altPolitik am Volke vorbei? Dieses Gefühl beschlich zunehmend immer mehr Bürger. Und nicht zuletzt das permanente Gefühl, dass Politik stets nur für das Jetzt gemacht wird. Wo blieb, wo bleibt das nachhaltige Handeln? Eine Politik mit Voraussicht auf kommenden Generationen? Unsere Kinder wird es nicht interessieren, dass Großkonzerne Rekordgewinne gemacht haben und in Stuttgart ein unterirdischer Bahnhof gebaut wurde. Aber sehr wohl wird es sie interessieren, weshalb wir so dumm und leichtsinnig waren und weltweit mit so gefährlichen Stoffen wie Uran, Plutonium und Cäsium hantierten! Die Regionen um Tschernobyl und Fukushima werden wohl tausende Jahre lang unbewohnbar bleiben. Passende Endlagerstätten für radiaktive Abfälle wurden noch immer nicht gefunden. Und und und…

Diskussionen um E10-Kraftstoffe schön und gut. Weshalb hatte es die Autoindustrie noch immer nicht geschafft, endlich Fahrzeuge in Serie zu bauen, die nur einen Liter Kraftstoff benötigen. Weshalb sollen in Stuttgart Milliarden verbuttert werden, während anderswo Nebenstrecken der Bahn geschlossen werden? Weshalb schleppt sich der Bau der Windparks auf der Nordsee immer noch so sehr  hin? Es gab und gibt viel zu diskutieren. Ob die Grünen nun alles richtig und besser machen, bleibt abzuwarten, doch sollte ihnen die Chance gegeben werden. Ein Ausstieg aus der Kernenergie ist längst überfällig, und auch in anderen Bereichen sollten endlich Taten statt Worte folgen. Unsere nachfolgenden Generationen sollen einmal sagen können: Ja, ab 2011 gab es in den Köpfen der Menschen einen Ruck. Endlich hatten sie auch einmal an die Welt nach ihnen gedacht – und nicht nur an Profite und ihren eigenen Wohlstand…

zur turus-Fotostrecke: Proteste gegen Atomkraft

aktuelles turus-Video von der Anti-Atom-Demo in Berlin:

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