Ein Ansturm war zu erwarten, aber in dem Maße auch nicht: Obwohl die Käufer die neue Entwicklung aus dem Hause Apple noch nie in den Händen hatten, ist das IPad noch vor dem offiziellen Verkaufsstart in den USA bereits ausverkauft. Knapp zwei Wochen hat der Vorbestell-Run gedauert. Wie viele Geräte verkauft wurden, dies verschweigt Apple. Taktik?
Man könnte es meinen, denn mit ausverkauft Meldungen lässt sich ein eh schon künstlich aktivierter Hype noch einmal weiter intensivieren. Zahleiche Deutsche Lebensmittel-Discounter fahren nach dem ähnlichen Prinzip: Technik wird nur in knappen Margen verkauft, so dass Kunden vor Öffnung Schlange stehen und sich um die Ware fast prügeln. Ob die Ware qualitativ besser ist, als im entsprechenden Fachgeschäft, interessiert nicht.
Ähnlich läuft es bei Apple: Die Gerüchteküche brodelte rund um Steve Jobs neueste Entwicklung. Detailierte Informationen rund um die technische Ausstattung bei der ersten öffentlichen Präsentation Anfang des Jahres, nicht öffentlich abrufbar. Desinformations-Politik als effektive Marketingmaßnahme die Apple schon in der Vergangenheit erfolgreich für sich zu Nutzen wusste. Die Spannung steigt bis zum Bersten, angefeuert immer mit weiteren Gerüchten zum neuen Produkt, die nicht zuletzt durch Apple selbst und die Fangemeinde gezielt gestreut werden. Was beim IPhone klappte muss für den Tablet PC nicht schlecht sein.
Es war abzusehen, dass auch dieser den Händlern aus den Händen gerissen wird. Und der Erfolg „appt“ nicht ab. Das IPad, das technisch zwischen IPhone und MacBook angesiedelt wird und per Touchscreen bedienbar ist, soll Analysten zufolge Apples Kasse um rund zwei Milliarden erweitern. Ende April ist das Gerät in Deutschland verfügbar. Ob der neue Apfel den medialen Hype verdient oder das böse Erwachen bleibt abzuwarten: Denn wer kauft sich schon ein Auto ohne Probefahrt?
Übrigens die Konkurrenz schläft nicht und so hat die Berliner Technologieentwicklung und Informationsmanagement GmbH (neofonie) ein ähnliches Gerät mit dem Namen „WePad“ in den Startlöchern. Nur ein unbeachtetes CopyCat? Kann sein. Immerhin hat die WePad-Facebook Gruppe über 5.000 Fans.
