
{module ads}
Schnäppchen. Alles zu 50 Prozent reduziert. Kein Wunder, dass dort gerade täglich von 10 Uhr bis 20 Uhr eine echte Schlacht ausgetragen wird. Bereits um halb zehn sammelten sich heute die ersten Schnäppchenjäger vor dem Eingang. Drinnen wurden im Erdgeschoss noch die gröbsten Schäden beseitigt. Wenigstens im Erdgeschoss sollte der Anblick am frühen Vormittag nicht einer Katastrophe gleichen. In den drei Stockwerken höher war bereits Hopfen und Malz verloren. Die Eröffnungsschlacht wurde bereits am Tag zuvor ausgefochten. Die besten Stücke wurden bereits erbeutet, hunderte, ja tausende Kleidungsstücke fanden ihre neuen Besitzer.

Als um zehn Uhr die Tore geöffnet wurden, strömen die Jäger ins Erdgeschoss. Zielstrebig schiebt sich die Meute in Richtung Rolltreppe. Jeder möchte als erster ganz oben ankommen und schauen, was die Käuferrotte am Vortag übrig ließ.
Bock zum Einkaufen? Die vergeht jedem Kunden, der noch halbwegs normal tickt. In manchen Ecken erscheint es, als wühle man auf der Müllhalde. Kleidung, die von ordentlicher Qualität ist, erscheint ganz plötzlich unattraktiv und billig. Selbst die extrem niedrigen Preise locken nicht mehr so recht. Mit dem Kinderwagen schiebe ich mich durch die Reihen. Man kann sich denken, dass ich nicht der einzige mit einem Buggy bzw. Kinderwagen bin. Ständig verklemmen sich die Räder. Die zerbrochenen Kleiderbügel verhaken sich zwischen ihnen.

Noch einmal durch alle Etagen. Die Kinder- und Babyabteilung ist bereits sauber ausgeräumt. So, als hätten die Aasgeier bereits die Kleiderstangen abgenagt. Na fein, runter ins Erdgeschoss. Dort wühlen Männer um die 50 aufgeregt im Jackenhaufen. Da geht doch noch was. Oder doch ein Fleecepullover? Die letzten Neugierigen strömen ins Kaufhaus. Teils interessiert, teils sichtlich angewidert. Empörung bei älteren Damen. Hm ja, aber auch jene Generation hatte munter in den Regalen gewütet. Das war schließlich nicht zu übersehen. Woran das Ganze erinnert? An Plünderungen, an besagte Bombenanschläge, an einen Panikausbruch oder an Panikkäufe. So, als wenn es kein morgen geben würde. Na, dann allen einen guten Rutsch ins Jahr 2012…