21 Jahre ist es bereits her. Es war in der stürmischen Zeit der Friedlichen Revolution als am 9. Dezember 1989 in der DDR ein Sonderparteitag der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands stattfand, auf dem der Rechtsanwalt und das langjährige SED-Mitglied Gregor Gysi zum neuen Parteivorsitzenden gewählt wurde. Satte 95,3 Prozent der Delegierten hatten sich für ihn als neue Hoffnungsfigur ausgesprochen.
Gysi war damals ein starker Befürworter für den Fortbestand der SED als SED-PDS (Partei des demokratischen Sozialismus). Parteivorsitzender der PDS blieb er bis zum 31. Januar 1993. Bundesweit einen Namen machte sich Gysi als wortgewandtes Mitglied des Deutschen Bundestages, in dem er bis zum 1. Februar 2002 saß. Nach der Zeit als Wirtschaftssenator in Berlin kehrte er 2005 als Spitzenkandidat der Linkspartei in den Bundestag zurück.
Gregor Gysi wurde am 16. Januar 1948 in Berlin geboren und machte sein Abitur in den 60er Jahren auf der EOS. Parallel wurde er zum Facharbeiter für Rinderzucht ausgebildet. Nach Abitur und Ausbildung studierte Gysi Rechtswissenschaft an der Humboldt-Universität zu Berlin, 1970 schloss er sein Studium erfolgreich als Diplom-Jurist ab. In der Folgezeit war er als einer der wenigen freien Rechtsanwälte in der DDR tätig. Als Anwalt vertrat er zahlreiche Regimekritiker, unter ihnen unter anderen Robert Havemann, Rudolf Bahro, Jürgen Fuchs, Bärbel Bohley und Ulrike Poppe.

Gregor Gysi, der seit 1967 Mitglied der SED war, sprach am 4. November 1989 auf der großen Demonstration auf dem Berliner Alexanderplatz zu den über 500.000 Menschen und verschaffte sich durchaus Gehör. Schnell wurde er im Zuge der Friedlichen Revolution bundesweit bekannt. Seine rhetorische Begabung und sein frisches Auftreten erkannten auch die Delegierten auf dem SED-Sonderpartei, und so begann vor exakt 21 Jahren seine große politische Karriere.
Foto oben: Gregor Gysi auf einer Kundgebung in Berlin 2010
Foto unten: Staatsratsgebäude der Deutschen Demokratischen Republik
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