Baustopp oder alte Flugrouten? Lautstarker Protest in Berlin-Schönefeld

altDie eine wollen den Baustopp des BBI – und zwar sofort. Die anderen wehren sich massiv gegen die neuen Flugrouten und bestehen auf die alten. Alle vereint eine Sache: Die Wut auf die Politiker. Nicht wenige Bürger fühlen sich im Stich gelassen und hintergangen. Das Vertrauen in die Politik schwindet jeden Tag, die Proteste werden immer massiver. Am heutigen Nachmittag fanden sich über zehntausend Demonstranten vor dem Flughafen Berlin-Schönefeld ein, um zu zeigen, was man von den neuen Plänen hält.

alt12 Uhr. Den Anfang machten über tausend Bürger, die auf einem Marsch den sofortigen Baustopp des Berlin-Brandenburg-Airports forderten. Aufgerufen hatte der Bürgerverein Berlin-Brandenburg (BVBB-EV). Gut erkennbar an den zahlreichen gelben Westen sammelten sie sich vor dem S-Bahnhof Schönefeld und machten mobil. Parallel trafen die ersten Bürger ein, die auf dem Parkplatz ab 14 Uhr gegen die neuen Flugrouten demonstrieren wollten. Manch einer war sich nicht sicher, ob er sich vorher noch dem Protestzug der „Gelben“ anschließen sollte.


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altGegen 12:30 Uhr zog der Demonstrationszug bis zur Autobahnbrücke und anschließend wieder zurück zum Ausgangspunkt, von wo aus sich die meisten der 14-Uhr-Kundgebung auf dem Parkplatzgelände anschlossen. Der Demonstrationszug wurde von einem Lautsprecherwagen angeführt, aus dem authentische Flugzeuggeräusche zu vernehmen waren. Erst ein fröhliches Vogelgezwitscher, dann das bedrohliche, Mark erschütternde Dröhnen der Triebwerke eines Fliegers.
„Schönefeld ist pleite!“, „Zeuthen gegen Fluglärm und gegen Kerosinregen“, „Nachtflug stopp!“, „Schönefeld – Politverbrechen Nr. 1, 103 Nachtflüge – Politverbrechen Nr. 2“, „Flughäfen würden Platzeck und Wowereit wählen.“, „BBI macht krank“, „BBI flop, Sperenberg top“, „Alle Flugrouten entsprechen dem falschen Standort“, war auf den meist in gelb gehalten Schildern zu lesen.

alt„Wir trauern um unseren langjährigen Begleiter, Den gesunden Menschenverstand, der plötzlich am 6. September 2010 von uns gegangen ist.“, war auf einem Schild zu lesen, das an der Spitze eines Trauerzuges gehalten wurde. Symbolisch wurde ein schwarzer Sarg zur 14-Uhr-Kundgebung des Bündnisses auf dem Parkplatz getragen. Großer der Applaus der zahlreichen Leute, die sich vor der Bühne eingefunden hatten.
„Platzeck! Wir schaffen die 5%-Hürde! Sie auch?“, „Herr schmeiß Hirn vom Himmel auf die Autisten in Politik und Behörden!“, „Eine Region wehrt sich. Teltow. Kleinmachnow. Stahnsdorf.“, „Fluglärm – nein danke“, „Mit (F)Lügen betrügen“, „Zeuthen hat mehr IQ als der Brandenburger Landtag“, „Region Kleinmachnow gegen Flugrouten“, „Keine Flugrouten über Berlin und Brandenburg via Schönefeld!“, „Affentanz! Ab mit Euch in den Schallschutzkäfig!“, „Wir wollen die alten Fluglinien!“, stand auf den zahlreichen Fahnen, Schildern und Transparenten.
Knackige Reden hielten die ehemalige Präsidentin der frei gewählten DDR-Volkskammer, SabineBergmann-Pohl sowie Markus Peichl und Martin Henkel.

altDie Veranstalter sprachen von rund 15.000 Teilnehmern. Ob 15.000 oder 10.000 – Fakt ist, die Bevölkerung will sich nicht länger auf der Nase herumtanzen lassen. Das Hickhack um die Flugrouten zerrt an den Nerven und bringt das ganze BBI-Projekt zum Wanken. Immer lauter werden die Stimmen, die einen Baustopp fordern. Heute waren die Stimmen der absoluten BBI-Gegner noch in der Minderzahl, doch sollte sich die Diskussion um Nachtflüge und neue Flugrouten über dicht besiedelte Gebiete verschärfen, so könnten sich diese durchaus mehren…

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