Aufstand in Arabien: Ein Blick in die Botschaften

altSeit Wochen tickern die Meldungen im Minutentakt. Erst Tunesien, dann Ägypten, jetzt Jemen, Bahrain und Libyen. Demonstrationen, Brände, Plünderungen, Aufstände, gewaltsame Niederschlagungen. Tausende Verletzte, zahlreiche Tote. Reisewarnungen des Auswärtigen Amtes am laufenden Band, Erklärungen der Bundeskanzlerin und des Bundesaußenministers. Ein wenig Ratlosigkeit. Beschwichtigende Worte. Was sagen eigentlich die diplomatischen Vertretungen der jeweiligen Länder zur Lage der Nationen? Ein Blick auf die Webseiten der Botschaften in Deutschland.

Ein erster Klick soll auf die Seite der Libyschen Botschaft in Berlin führen. Nichts. „Not Found. The requested URL /duetschehauptseite.htm was not found on this server.“ Entweder ist die Seite vom Netz oder es gibt irgendein anderes technisches Problem. Ein nächster Versuch. Die Seite der Libyan Embassy in London. Und siehe da. Es gibt ein „A warm welcome to the Libyan website“. Aktuelle Hinweise sind jedoch Fehlanzeige. Unter der Rubrik „Libya Tourist Info“ ist nur folgendes zu lesen: „Libya is a charming and energetic country with lots to offer visitors, including the ancient Libyan historical monuments, the renaissance beauty and fashion metropolis cities.“
Zur Zeit ebenfalls nicht erreichbar ist die Seite der Libyschen Botschaft in den Vereinigten Staaten.

Erreichbar ist zwar die Seite der Botschaft der Arabischen Republik Ägypten in Berlin, doch aktuelles ist dort nicht zu finden. Die letzte Meldung bezieht sich auf die Unterzeichnung der Investitionsschutzverträge mit Ägypten und Burkina Faso.
Einen Newsletter vom 17. Februar 2011 gibt es immerhin auf der Seite der ägyptischen Botschaft in den USA: „President Mohammad Hosni Mubarak announced stepping down from being President of the Republic, and mandated the Supreme Council of the Armed Forces to run the affairs of the country.“
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Auf der Webseite der Tunesischen Botschaft in Berlin ist nichts zu lesen, weil es nämlich gar keine Webpräsenz gibt. Im englischsprachigen Raum braucht man auch erst gar nicht weiter stöbern, denn dort finden sich nur die gleichen allgemeingültigen Seiten im Baukastensystem wie die von Libyen.

Recht umfangreich ist die Webseite der Algerischen Botschaft in Deutschland. Nicht ohne Stolz wird über das Gespräch von Abdelaziz Bouteflika, Präsident der Republik Algerien, mit der Bundeskanzlerin Angela Merkel am 8. Dezember 2010 in Berlin berichtet. Über die Unruhen im arabischen Raum – vor allen Dingen die im eigenen Land – wird dagegen kein Wort verloren. Keine Reisehinweise, keine Sicherheitshinweise.
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Während man in den jeweiligen diplomatischen Vertretungen im Ausland sicherlich versucht die Ruhe zu bewahren, erfassen die Proteste fast die gesamte arabische Welt. Wie ein Flächenbrand überziehen Aufstände und Proteste die Länder. Angefangen in Tunesien, Algerien und Ägypten, nun weiter im Jemen, in Libyen, in Bahrain und auch im Iran. Die Nachrichtenagenturen, Zeitungen und TV-Sender wissen gar nicht mehr, welche Region verstärkt in den Fokus gerückt werden soll. Wo ist der wichtigste Brennpunkt, denn es brennt vielerorts – und das lichterloh. In der libyschen Hauptstadt Tripolis soll es schwere Zerstörungen gegeben haben, ein Regierungsgebäude soll gebrannt haben. Hunderte Menschen kamen im Laufe der vergangenen Tage ums Leben. 
Eine leichte Entspannung soll es dagegen in Bahrain geben. Trotzdem, das geplante Formel-1-Rennen wird laut Medienberichten wohl verlegt.
Noch viel schlimmer: Der Ölpreis schnellt wieder weit nach oben. Der Brent-Ölpreis hat mittlerweile den Stand von Herbst 2008 erreicht…

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