Alles Quark: Danone mogelt bei Verdauungs- und Verpackungswunder Activia

altWer glaubt heute schon der Werbung? Wahrscheinlich mehr, als manch einer zugeben möchte. Nicht umsonst werden Produkte wie der in diesem Artikel besonders beleuchtete Activia-Joghurt von Danone in warmen Werbespots als das Wundermittel gegen Verdauungsbeschwerden angepriesen und dementsprechend auch gekauft. Dabei ist es ein stinknormaler Joghurt, nicht anders als seine um vielfach billigeren Konkurrenten von Aldi oder Lidl.

Aber Werbung wirkt und die Verbraucher greifen dieser Tage gerne tiefer in den Geldbeutel wenn Gesundheit und Umweltschutz gleichzeitig im Mittelpunkt stehen. Sehr zum Entsetzen der Verbraucherschutzorganisation foodwatch: „Danone setzt bei Activia voll auf diese Kaufanreize. Sie entpuppen sich aber als reine Marketing-Hülsen, denn weder ist der Joghurt eine Wunderwaffe gegen Verdauungsbeschwerden, noch ist sein neuer Becher insgesamt umweltfreundlicher als der alte“, sagt Anne Markwardt, Leiterin der foodwatch-Kampagne abgespeist.de.

Der neue Becher aus Maisstärke sei „umweltfreundlicher“ als der alte und könne „optimal verwertet bzw. recycelt“ werden, verspricht Danone. Fakt ist: Der Becher ist insgesamt weder umweltfreundlicher als der alte, noch wird er recycelt, wie die foodwatch kritisiert. Seit April 2011 wird der Activia-Becher mit dem aus Maisstärke hergestellten Kunststoff Polylactid (PLA) produziert. Die angeblichen Vorteile stellt Danone offensiv in der Werbung heraus und beruft sich auf eine selbst finanzierte Studie beim Institut für Energie und Umweltforschung in Heidelberg (ifeu). Diese Studie kommt in Wahrheit jedoch zu einem ganz anderen Ergebnis: Die Öko-Bilanz des neuen Bechers ist – nach den Maßstäben des staatlichen Umweltbundesamtes – insgesamt keinesfalls besser als die des alten Plastikbechers.

Der ifeu-Studie zufolge hat der neue PLA-Becher lediglich einzelne Vorteile gegenüber dem alten, etwa bei den Treibhausgasemissionen oder beim fossilen Ressourcenverbrauch. Das ifeu-Institut warnt jedoch ausdrücklich, dass die Ergebnisse „keinesfalls für gesamtökologische Aussagen herangezogen werden“ können. Denn gleichzeitig belastet die Herstellung des neuen Bechers beispielsweise Böden und Gewässer stärker als die des alten. Diese Nachteile verschweigt Danone in den Werbetexten auf der Verpackung. Der Becher könne „optimal verwertet bzw. recycelt werden“: Tatsächlich werde der Becher nicht recycelt, sondern in der Regel einfach verbrannt, er wird von Recycling-Anlagen nämlich gar nicht aussortiert, erklärt foodwatch.

Wegen der irreführenden Werbeaussagen hat die Deutsche Umwelthilfe (DUH) Danone abgemahnt und eine Klage gegen den Konzern angekündigt.

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