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Reiseberichte, Erfahrungen für Reisen nach Lateinamerika, insbesondere Brasilien. Karneval in Rio, Regenwald und Amazonas – der grüne Kontinent steht Euch offen, was interessiert Dich am meisten?

THEMA: Kriminalität in Lateinamerika

Re: Kriminalität in Lateinamerika 24 Feb 2007 18:09 #5577

hallo ethnochris!

erst mal herzlich willkommen hier im forum!

wirklich schockierend, deine erlebnisse, vor allem nummer 1, welches du ja noch ausgeführt hast. sowohl das vorgehen der täter, aber mindestens genauso erschreckend die methoden der polizei.
geschah das ganze eher zu beginn deiner reise? und warst du damals das erste mal in lateinamerkika? wirst du nach all diesen ereignissen wieder getrauen in ein drittweltland zu reisen oder ist das für dich seither tabu?

danke für die antworten und ich hoffe natürlich auf weitere interessante berichte dener reise :D

beschamin

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Re: Kriminalität in Lateinamerika 24 Feb 2007 18:16 #5578

Hallo Ethnochris,

Huiuiui, das ist aber eine heftige Geschichte. Das Schicksal Nicaraguas ist natürlich sehr traurig. Wir dürfen nicht vergessen, dass der Krieg vor gar nicht allzulanger Zeit stattfand. Und der Sandinist Ortega, wegen ihm und seinen Kumpels wurde ja der Krieg (wegen der US-Paranoia, überall sahen sie Fidel Castros) angezettelt, ist jetzt doch wieder an der Macht, also war der Krieg noch sinnloser als sinnlos. Der Hass auf die USA ist nur allzu verständlich. Wahrscheinlich hielten sie dich auch für einen Ami. Schliesslich ist die USA an der Armut Nicaraguas mitschuldig, indem sie bis zum heutigen Tag jedes soziale Programm wegen der Interessen der US-Bananenkonzerne verhinderten.

Das Vorgehen der Polizei ist ja ganz übel. Wie soll man da jemanden in Uniform vertrauen? Und warum sollte Jessica lügen? Etwa um dich zu beruhigen? Ich hatte das Land friedlich und ruhig erlebt, war aber nur in Leon und Granada.

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Re: Kriminalität in Lateinamerika 24 Feb 2007 23:19 #5581

Beschamin schrieb: geschah das ganze eher zu beginn deiner reise? und warst du damals das erste mal in lateinamerkika? wirst du nach all diesen ereignissen wieder getrauen in ein drittweltland zu reisen oder ist das für dich seither tabu?


Hallo,

danke für die nette Aufnahme (an beide)!

Der Überfall in Managua geschah eher erst am Ende meiner Reise - ca. 14 Tage vor meinem Heimflug, und ich war ja fast drei Monate unterwegs.
@Kalleman: Ja, das hätte ich auch machen sollen, gleich nach León oder Granada. Diese Städte habe ich mir dann leider (oder zum Glück?) doch lieber nicht angesehen.

Ich war auch nicht das erste Mal in Lateinamerika; bereits ein Jahr zuvor (2005) besuchte ich Peru und Bolivien (hauptsächlich Cusco, das meiner Meinung nach sehr sicher ist).

Der Begriff "Drittweltland" ist zu Recht äußerst umstritten, deswegen verwende ich ihn hier nicht.
Natürlich werde ich wieder in derartige Staaten fahren - es ist ja schließlich auch Teil meines Berufs (Ethnologie-Student). Egal, was passiert: Kein mir erdenkliches Ereignis kann verhindern, dass ich auch weiterhin Regionen mit einer etwas höheren Kriminalitätsrate und -bereitschaft bereise*. Auch der brutale Überfall in Nikaragua hat schließlich meinen Horizont erweitert! Mit derartigen Vorfällen muss man, wenn man dort unterwegs ist, einfach rechnen - ganz klar.
*Sogar dieses Jahr habe ich wieder eine LA-Reise geplant: Es soll von Französisch-Guayana über Trinidad&Tobago, Venezuela, Ekuador, Peru und Chile nach Argentinien gehen (möchte nach Ushuaia, mit eventuellem Abstecher auf die Osterinsel bzw. die Falkland-Inseln). Will jemand mitkommen? Hat jemand von euch nähere Erfahrungsberichte zu den Guyanas, Venezuela, Ekuador (insb. Guayaquil) u.a.?

Natürlich versteht man die Nikaraguaner, die nichts haben und sich dann also mit Hilfe von Kriminalität etwas dazuverdienen - aber mit diesen Methoden?

Das Vorgehen der Polizei ist tatsächlich sehr traurig und beängstigend; scheinbar stellen diese brutalen und aggressiven Methoden eine Art "Schutzmechanismus" dar, um so die Bevölkerung abzuschrecken.

Ich bin mir bis heute nicht sicher, ob mich Jessica nicht doch absichtlich in diese Seitenstraße "gelockt" hat (sie wollte mir ihr Haus zeigen, und plötzlich stürmen genau dort gegenüber, wo das Haus sein sollte, die Täter auf mich zu). Ich schätze die Wahrscheinlichkeit, dass die Latina etwas mit der Tat zu tun hatte, auf etwa 35 bis 40 Prozent.

LG

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Re: Kriminalität in Lateinamerika 25 Feb 2007 12:20 #5582

ethnochris schrieb: [ Hat jemand von euch nähere Erfahrungsberichte zu den Guyanas, Venezuela, Ekuador (insb. Guayaquil) u.a.?


Hi!

mitkommen würd ich noch so gern (wie wohl fast jeder andere user hier auch :lol: ), doch das lässt sich dieses jahr leider zeitlich kaum arrangieren...

ich war vor eineinhalb jahren während 3 monaten in ecuador unterwegs, trotz 1 überfall (in keinster weise mit deinem erlebnis zu vergleichen) und 1 diebstahl sind meine erinnerungen ausschliesslich positiv. in guayaquil war ich abgesehen von einer zwischenlandung jedoch nicht unterwegs. aber wenn es dich dennoch interessiert, was ich sonst so erlebt habe, kannst du dies im entsprechenden thread hier im Lateinamerikaforum nachlesen. selbstverständlich stehe ich für weitere fragen gerne red und antwort :D

liebe grüsse aus der schweiz
Beschamin

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Re: Kriminalität in Lateinamerika 25 Feb 2007 12:43 #5583

Bem vindo aquí Chris!

Auch von mir ein herzliches Willkommen in unserem Forum. :D
Dreimal - diese Anzahl an Zwischenfällen hatten wir damals auch bei unserer siebenwöchigen Reise quer durch Brasilien. Die zwei Überfälle an der Copacabana in Rio und der weitaus heftigere Überfall auf den Linienbus von Goiânia nach Belém. Letzterer war quasi eine Busentführung, und es war psychisch betrachtet das heftigste, was ich jemals in meinem Leben erlebt hatte.
Da kam selbst der Schiffbruch bei Windstärke 11 auf tobender herbstlicher Nordsee nicht mit...
Nun ja, von meinen Erlebnissen hatte ich hier im Forum bereits öfters geplaudert - bleiben wir beim allgemeinen Austausch. :wink:
Die Lateinamerikarubrik dieses Forums läuft sehr gut - dank Kalleman, Beschamin, Michael, Simao, Flo, Thommy...
Schön, Chris, dass du nun auch den Weg hierher gefunden hast.
Du wirst sehen, dass man hier einen intensiven, nicht nur oberflächlichen Austausch vornehmen kann.
Also dann,

até logo

Marco :D

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Re: Kriminalität in Lateinamerika 26 Feb 2007 20:23 #5606

Also zuerstmal bin ich sehr neidisch. Will auch wieder nach Südamerika, Seufz :? D P

Ich kenne Guyana und Trinidad/Tobago. Leider reichte die Zeit nicht mehr um nach Suriname und Frz Guyana weiterzureisen. Die Länder sind nicht ganz billig.

Trinidad ist völlig easy, ein Traum. Die Leute sind total nett, zumeist haben sie mein Bier bezahlen wollen! Port of Spain ist allerdings nicht gerade die schönste Stadt, aber die Stealth-Bands ein Konzert wert. Die Parties dort..huiuiui. Jeder tanzt dort hinter einer Dame und reibt seinen ***** an ihrem *****. Ich war völlig unwissend, stand etwas auf die Tanzfläche und hüpfte was rum. Da kam eine und tanzte vor mir und eine hinter mir, mit ihrem Teil an meinem! Huiuiui, da kann einem ganz schön heiss werden. Alber alle tantzen dort so. Angeblich wenn du es schaffst, mehr als zweimal mit der gleichen zu tanzen, gehört sie dir...
Ach ja und vorsicht vor dem Pelican Inn. Ich war zweimal dort. Einmal eine Megafete und einmal voller Jungs vom anderen Ufer denen es schnurzegal war, ob du nun gleichgesinnt bist oder nicht... :wink: Ich sah mich gezwungen zu fliehen... :lol:

Tobago...seh es dir selber an, du wirst es nie vergessen. Das Paradies schlechthin.

Von Trini flog ich weiter nach Georgetown. Die Stadt sollte damals die gefährlichste Südamerikas sein, ich fühlte mich aber sicher. Ich war der einzige Ausländer. Mir kam Guyana eher wie Afrika vor. Zumindest so wie ich mir Afrika vorstelle. Auf dem Busbahnhof wurde an mir gezerrt und gerissen, irgendwann landete ich in einem Minibus, doch der fuhr nicht dorthin wo ich hinwollte. So drehte er ein paar Runden um den Markt, bis er einen richtigen Bus sichtete und ich konnte umsteigen. Am Abend klopfte noch jemand an meine Türe. Ein hübsches Mädchen und wollte in mein Zimmer um etwas mit mir zu reden. Ich hatte gerade enorm viel Geld auf dem Bett liegen und wollte sie abwimmeln. Doch sie meinte, ob ich keine schwarzen Frauen mag, ich stammelte doch und schon war sie drin und begann sich auszuziehen. Ich schob sie raus und sie meinte, sie wolle kein Geld, ich könne sie nachher auch zum Essen einladen....Dieses Angebot verursachte wohl das viele Geld, dass sie auf meinem Bett sah. Ich musste doch recht ungemütlich werden. Doch jetzt wollte sie Geld, weil sie sich bereits halb ausgezogen hatte. Ich schob sie raus und hatte etwas Sorge, dass sie als Rache ein paar Cousins vorbeischickt. Aber nichts passierte.

Die Infrastruktur in Guyana ist nicht besonders gut ausgebaut. Es gibt kaum Brücken, die Strassen waren damals (2000) hinter Linden Schotterpisten. Hier kannst du noch echte Abenteuer erleben!

Wo bist du eigentlich genau durchgefahren? Warst du an der honduranischen Küste? Von der hört man ja nur unagenehme Geschichten.

Wie hast du denn diese Jessica kennegelernt? Hat sie dich einfach angequatscht und mitgeschleppt, also ein klassischer Scam oder kanntest du sie schon länger?

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Re: Kriminalität in Lateinamerika 27 Feb 2007 19:12 #5614

Danke für eure Antworten.

Ich war schon in Belize, wo es im Vergleich zu den umliegenden Staaten sehr teuer ist... Kann man also generell sagen, dass die Karibik ein teures Pflaster ist?

Klingt aufregend, was du erlebt hast, Kalleman! Überrascht bin ich allerdings, dass Georgetown gefährlich sein soll. Ich hab mir das anders vorgestellt!

Weiß jemand, ob sich die Flüge von Insel(staat) zu Insel(staat) in der Karibik vor Ort und kurz vor geplantem Reisetermin arrangieren lassen? Oder ist es besser, die Tickets bereits hier in Europa zu kaufen?


Um die Fragen zu beantworten:
Im dem von dir angesprochenen Bereich sah meine Reiseroute wie folgt aus: Placencia/Belize-Puerto Barrios/Guatemala-Puerto Cortés/Honduras-San Pedro Sula-San Salvador/El Salvador. An der honduranischen Küste war ich also nur in Puerto Cortés... hat mir ziemlich gut gefallen, da nicht touristisch; ist durchaus möglich, dass es gefährlich ist, ich jedenfalls hab mich aber nicht sehr unsicher gefühlt (obwohl z.B. unser Hotel (Formosa), das von Asiaten geführt wird, mit eigenen, schwer bewaffneten Sicherheitsleuten ausgestattet war).

Jessica habe ich angesprochen - was wieder dafür spricht, dass sie unschuldig war. Ich hab sie nach einer bestimmten Lokalität gefragt, sie führte mich dorthin, wo ich sie auch auf ein Getränk einlud. Wir verstanden uns gut; deswegen wollte sie mir ihr Haus zeigen, sodass ich am Abend hinfinden würde, wo wir uns treffen wollten.

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