× Reiseberichte, Erfahrungen für Reisen nach Lateinamerika, insbesondere Brasilien. Karneval in Rio, Regenwald und Amazonas – der grüne Kontinent steht Euch offen, was interessiert Dich am meisten?

Kolumbien

17 Apr 2008 09:53 #7934 von Simao
Simao antwortete auf Re: Kolumbien
hi Thommy,

ich geb dir absolut Recht! Aber irgendwoher muss man ja seine Informationen beziehen! Wir sind nunmal auf Informationen aus Zeitungen, Büchern und Fernsehern angewiesen!
Jeder von uns hat seine Grundmeinung und versucht diese auch mit größtmöglicher Objektivität zu vertreten! Das finde ich ok!
Ich habe mich hier in Deutschland mit Venezoleanern unterhalten! Ebenfalls alle aus der Mittelschicht! Was meinst du wie die über Chavez hergezogen sind! Nach langer Diskussion und mehreren Gläsern Rum :-) ) mussten aber alle, trotz aller Kritik, zugeben, dass Chavez den armen Leuten Hoffnung gibt und auch ne Menge für diese tut! Das ist doch viel Wert, oder? Dummerweise auf Kosten der Ober- und Mittelschicht, welche natürlich damit nicht einverstanden sind! Aber bei diesen Menschen muss ich wirklich fragen, wo deren Solidarität zu ihren Landsleuten geblieben ist!? Wie auch immer, ich werde nächstes Jahr Venezuela selbst durchreisen und mir ein Bild machen! Trotzdem weiß ich dann immer noch nicht wie es vor Chavez dort aussah und welche Veränderungen bereits eingetreten sind! Es ist verdammt schwer sich ein objektives Bild der dortigen Lage, Veränderungen und der Politik zu machen! Aber irgendwie müssen wir unsere Meinung ja bilden...

Bitte Anmelden oder Kostenlos registrieren um der Konversation beizutreten.

17 Apr 2008 10:47 #7935 von kalleman
kalleman antwortete auf Re: Kolumbien
Ja. Das Problem ist halt, dass es nciht einfach nur "gut" und "schlecht" gibt, genauso wenig, wie es eine "gute" und "schlechte" Politik gibt. Überall lassen sich positive und negative Punkte finden. Besonders in politischen Beurteilungen ist es schwierig, weil es auf den Standpunkt ankommt. Wem es durch eine Politik besser geht, findet es gut, wer verliert, findet es schlecht.

Kritik heisst ja nicht, dass alles falsch ist. Viele fassen Kritik als Beleidigung, Demütigung auf, siehe Beispiel China.

Bitte Anmelden oder Kostenlos registrieren um der Konversation beizutreten.

18 Apr 2008 22:44 #7961 von Thommy O.
Thommy O. antwortete auf Re: Kolumbien
Ich glaube wir sind uns einig...

@simao:
Venezuela ist der Hammer, super interessant. Eine Freundin fährt ende des Monats hin, wenn du ein paar Tipps haben möchtest.

Ich lese gerade einen Artikel, wieviel parlamentario mit den Paras zu tun haben. fast 1/3. Komisch, dass das ans Licht kommt!
Die Paras, sind mittlerweile fast alles Drogenhändler, laut Bericht, O Globo, 18.04.2008 p 31, wers genau wissen will...
Dennoch stehen 70% der Kolumbianer hinter Uribe. Das ist meiner Meinung nach schon einen Hammerzahl!


So long,
Thomas

In Rio @ <a class="postlink" href="www.thommyo.com/RioBlog/">www.thommyo.com/RioBlog/

Bitte Anmelden oder Kostenlos registrieren um der Konversation beizutreten.

27 Apr 2008 14:49 #7993 von Thommy O.
Thommy O. antwortete auf Re: Kolumbien
Oi gente,

ich habe mir mal eine Monde Diplomatic (brasilianische Version) gekauft.

Gut recherchiert, und zu unserem Thema stellen die Journalisten die These auf, dass die USA, da diese Region viel Erdoel hat, diese Region zu destrukturieren. So soll es keine Verhandelung mit der FARC geben und der Angriff auf Ecutoriaschines Gebiet auch kalkuliert gewesen sein.
Mal schauen, ob die Staatsmänner hier das verhindern können!

So long,
Thomas

In Rio @ <a class="postlink" href="www.thommyo.com/RioBlog/">www.thommyo.com/RioBlog/

Bitte Anmelden oder Kostenlos registrieren um der Konversation beizutreten.

05 Mai 2008 12:27 #8037 von Simao
Simao antwortete auf Re: Kolumbien
Fakt ist ja, dass Uribe ein Handlanger der USA ist! Ich hab mal irgendwo gelesen, dass Uribe vor seiner Wahl zum Präsidenten bei den US-Behörden unter den 200 meistgesuchten Drogenhändlern in einer Liste geführt wurde! Kurz nach der Wahl wurde er von der Liste gestrichen!
Wie auch immer, Fakt ist auch, dass Uribe jegliche Verhandlungen mit der FARC ablehnt und die Versuche von ausländischen Staatsleuten mit der FARC zu verhandeln erfolgreich stört! Der Ehemann von Betancourt kritisiert Uribe für seine FARC-Politik seit langer Zeit aufs Schärfste und ist der Meinung das mit einer anderen Politik längst Lösungen gefunden worden wären. Als die Annäherung durch das Einmischen von Chavez so weit fortgeschritten waren wie noch nie und Betancourts Mann erstmals eine Chance gesehen hatte das etwas passiert, hat Uribe mit Hilfe der USA ein FARC-Lager in Ecuador angegriffen.
Ich denke all diese Dinge untermauern die These aus Thommys Monde diplomatic! Ich glaube auch das die USa versuchen die Region zu destabilisieren! Ich denke sogar das die Ölvorkommen dabei nur der 2.Grund sind! Die Gefahr die von der linken Allianz in Lateinameirka ausgeht wird immer größer! Früher hatten die USA es "nur" mit Kuba zu tun! Kuba war wirtschaftlich aber isoliert und abhängig und stellte keine ernstuznehmende Gefahr dar! Das hat sich durch Chavez geändert, welcher wirtschaftlich durch die Ölvorkomen auf eigenen Beinen steht! Und das Schlimmste für die USA ist mittlerweile der fast unaufhaltsame Links-Rutsch in LA! Die Gründung eines wirtschaftlichen Bündnisses (ALBA) und jetzt auch die Gründung einer Bank als Gegenpart zur Weltbank macht den Amis Sorgen... Ich denke das ist der Hauptgrund, weshalb die USa alles daransetzen um die Region zu destabilisieren! Zumindest sprechen alle Fakten dafür, außerdem wenn man sich die Geschichte in Lateinamerika so ansieht, haben die USA IMMER nach diesem Modell gehandelt! (der Sturz von Allende in Chile, die Ausbildung und Unterstützung von Contras in Nicaragua sowie von Exil-Kubanern in Kuba, die Ausbildung der Paramilitärs in Kolumbien etc. etc.)
Aber die Chancen sich von der US-Unterdrückung loszureissen standen noch nie so gut wie im Moment...

Bitte Anmelden oder Kostenlos registrieren um der Konversation beizutreten.

08 Mai 2008 11:58 #8044 von kalleman
kalleman antwortete auf Re: Kolumbien
Da ist sicher was dran. Ich gehe da mit Simao einig. Aus meiner Sicht spielen da mehrere Elemente mit (wiederhole eigentlich im wesenlichen Simao):

a) da werden den amerikanischen Ölfirmen ihre Pfründe weggenommen. Das ging in der Geschichte noch nie gut aus. Bisher reagierte die amerikanische Regierung immer sehr aggressiv auf solche Bestrebungen. Zumindest in der Öffentlichkeit war aber die Reaktion der USA eher zahm. Da geht hintenrum sicher einiges mehr.

b) Die Kalten Krieger sitzen immer noch an der Macht und für die gilt immer noch die Maxime, alles Linke zu bekämpfen.

c) Und bei der Weltbank und Co geht es natürlich ganz klar um Machtverhältnisse. Dank der Weltbank, IWF kontrolliert die USA weite Teile der Welt und können ihre Denkweise durchsetzen. Absolut vorstellbar, dass sie zu allem bereit sind, um ihren Machteinfluss zu verteidigen.

Ein Blick in die Geschichte zeigt, dass "Thommys Theorie" durchaus denkbar ist und auch schon umgesetzt wurde. Früher stürzten sie jeweils durch einen militärischen Angriff die Machthaber und etablierten "ihre Leute". heute geht das auf diese Art und Weise nicht mehr so einfach. Es müssen neue Wege gesucht werden.

Eigenartig finde, ich, dass dieses Rechts-Links-Denken immer noch fortexistiert. Gibt es das überhaupt? Rechts? Links? ist nicht alles nach Interessenlage ausgerichtet?

Welche Ziele verfolgt Uribe? Ich finde, man muss seine Position etwas differenzierter betrachten. Naturlich geht es auch um Machterhalt der Politikerklasse. Wie wäre das in Deutschland, wenn Putin mit Gasprom-Millionen den Wahlkampf der Linkpartei finanzieren würde? Chavez finanziert aber alle Wahlkämpfe linker Parteien in Lateinamerika.

Dazu die Farc. Wenn vertritt sie? Das Volk schon lange nicht mehr. Sie ihre Ziele verraten. Sie lebt besteht Zwangsrekrutierten und Kindersoldaten, verdient ihr Geld mit Drogen und Geiseln. Wer hilft Kolumbien dabei, diese miesen Halunken zu besiegen? Chavez vielleicht? Ich würde mich da gerne zum Handlanger der USA machen, wenn ich dafür die Möglichkeit bekomme, sie zu besiegen.

Die Farc überlebt hauptsächlich deshalb, weil sie in Ecuador unbehelligt ist. Ich würde sie auch dort jagen, wenn es Ecuador nicht macht, damit endlich die Leiden der kolumbianischen Bevölkerung aufhört.

Bitte Anmelden oder Kostenlos registrieren um der Konversation beizutreten.

12 Mai 2008 13:29 #8052 von Thommy O.
Thommy O. antwortete auf Re: Kolumbien

kalleman schrieb:
Welche Ziele verfolgt Uribe? Ich finde, man muss seine Position etwas differenzierter betrachten. Naturlich geht es auch um Machterhalt der Politikerklasse. Wie wäre das in Deutschland, wenn Putin mit Gasprom-Millionen den Wahlkampf der Linkpartei finanzieren würde? Chavez finanziert aber alle Wahlkämpfe linker Parteien in Lateinamerika.

Dazu die Farc. Wenn vertritt sie? Das Volk schon lange nicht mehr. Sie ihre Ziele verraten. Sie lebt besteht Zwangsrekrutierten und Kindersoldaten, verdient ihr Geld mit Drogen und Geiseln. Wer hilft Kolumbien dabei, diese miesen Halunken zu besiegen? Chavez vielleicht? Ich würde mich da gerne zum Handlanger der USA machen, wenn ich dafür die Möglichkeit bekomme, sie zu besiegen.

Die Farc überlebt hauptsächlich deshalb, weil sie in Ecuador unbehelligt ist. Ich würde sie auch dort jagen, wenn es Ecuador nicht macht, damit endlich die Leiden der kolumbianischen Bevölkerung aufhört.


Fakt scheint, dass Uribe von der Bevoelkerung respektiert wird, ueber 70% zustimmung. Und die Kolumbianer wissen um die Beziehung und Interessen der USA.

Mir ist noch nicht klar, wie die Regierung mit den Paramilitaer umgehen moechte...

--Thomas

In Rio @ <a class="postlink" href="www.thommyo.com/RioBlog/">www.thommyo.com/RioBlog/

Bitte Anmelden oder Kostenlos registrieren um der Konversation beizutreten.