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THEMA: Frage KFC Uerdingen

KFC Uerdingen 28 Feb 2019 22:32 #39630

Dass der KFC Uerdingen in der kommenden Saison seine Heimspiele nicht mehr in der Duisburger Schauinsland-Reisen-Arena austragen würde, hatte sich zuletzt bereits abgezeichnet. Nun ist klar: In der neuen Spielzeit weichen die Krefelder in die "Merkur Spiel-Arena" von Erstligist Fortuna Düsseldorf aus – das bestätigte der Verein gegenüber der "Rheinischen Post".


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KFC Uerdingen 05 Mär 2019 00:04 #39651

Stellungnahme

Bereits zum dritten Mal in der neuen Spielzeit finden wir uns an einem Montag im Stadion wieder. Seit ihrer Einführung finden bundesweit Proteste gegen Montagsspiele statt, welche neben englischen Wochen und Pokalspielen eine zusätzliche Belastung für den Stadionbesucher darstellen. Es handelt sich um einen Spieltag, der im Gegensatz zu den beiden Erstgenannten nicht wegen der Einhaltung terminlicher Gründe, sondern zu reinen Vermarktungszwecken existiert und genauso gut auch an einem Wochenende stattfinden könnte. Die Zuschauerzahlen an Montagen, im Vergleich zu Spielen am Wochenende, zeigen, dass viele Schlachtenbummler den Weg ins Stadion nicht finden, da ein Stadionbesuch unter der Woche nicht vereinbar mit ihrem Berufs- und Familienleben ist. Davon sind nicht nur wir als aktive Fans betroffen, die ihr Team bei jedem Spiel und jeder Gelegenheit unterstützen wollen, sondern alle KFC-Fans, die die Spiele einfach gerne im Stadion verfolgen möchten. Besonders bei Auswärtsspielen (bisher in Wiesbaden und Osnabrück) wird dies schwierig. Wir protestieren allerdings nicht nur auswärts für unsere Rechte, sondern auch daheim für die Rechte der Gästefans. Schließlich könnten wir am nächsten Spieltag wieder selbst davon betroffen sein, auswärts antreten zu müssen.

Über die Art des Protestes kann man sicherlich geteilter Meinung sein, so entschieden wir uns nach langen internen Diskussionen für die Art des „Pfeifkonzerts“. Dass dieser Protest für Aufsehen sorgt, war gewollt und hat so funktioniert wie wir uns das vorgestellt haben. Laut, kreativ und bisher nicht vereinsschädigend, so stellen die Trillerpfeifen doch keinen eigenen Punkt im Strafen-Katalog des DFB dar. Die bisherigen Proteste wurden immer angekündigt und vorab auf der UK-Homepage und der Facebookseite kommuniziert. Damit wollten wir nicht nur das Verständnis fördern, sondern auch ein Bewusstsein für die gesamte Problematik wecken.

Uns ist bewusst, dass wir momentan die erste Saison im Profifußball seit unzähligen Jahren genießen dürfen. Und natürlich ist es auch unser Anspruch, der Mannschaft in dieser Situation die bestmögliche Unterstützung zukommen zu lassen. Mit der Trillerpfeifen-Aktion in den ersten 15 Minuten haben wir einen – unserer Meinung nach – guten Kompromiss gefunden, sich den bundesweiten Protesten lautstark anzuschließen und gleichzeitig unserer Rolle als berühmter zwölfter Mann gerecht zu werden. Bei den beiden bisherigen Montags-Auswärtsspielen erfolgten außerdem Absprachen mit den Fanszenen von Osnabrück und Wiesbaden bezüglich des Stimmungsboykotts, sodass es keinen Nachteil für eine Seite gab. Ebenso wurde die Mannschaft vor den Auswärtsspielen entsprechend persönlich informiert und den mitgereisten Fans Gehörschutz zur Verfügung gestellt. Der KFC-Fanblock nahm diese Art des Protestes gut an, auch wenn das Pfeifkonzert sicherlich nicht bei jedem auf Gegenliebe stieß.

Bei allen bisherigen Protesten hing stets das “KFC-Fans gegen Montagsspiele”-Banner, welches bisher nie Probleme verursachte, nun allerdings den Ausgangspunkt für die Kontroverse um das Heimspiel gegen Münster darstellt. Obwohl das Banner zuvor in Absprache mit dem Sicherheitsdienst genehmigt wurde, ließ der Vorstand es überraschenderweise entfernen und zeigte damit, dass er sich gegen den allgemeinen Trend, auf die Fans zuzugehen und das Gespräch zu suchen, stellt.

Bis zu den Relegationsspielen gegen Mannheim gab es zwischen dem Vorstand und aktiven Fangruppen einen regen Austausch, der stets harmonisch ablief und von Kompromissbereitschaft beider Seiten geprägt war. Auch in dieser Saison gab es Gesprächsangebote unsererseits, die allerdings ignoriert oder ausgeschlagen wurden. Hier hätte man bereits einen Meinungsaustausch zu den Protesten führen und Missverständnisse vermeiden können. Während der Zeit in der 5. und 4. Liga signalisierte die Vereinsführung stets, dass ihr die Unterstützung der Fans wichtig und der Weg in den Profifußball nur gemeinsam zu bestreiten sei. Jetzt scheint dies allerdings nur noch eine untergeordnete Rolle zu spielen und monetäre Faktoren wie Sponsoren sowie Fernsehzuschauer scheinen in den Mittelpunkt gerückt zu sein. Finanziell auf kurze Sicht nicht messbare Dinge wie Faninteressen- und kultur sind völlig irrelevant geworden.
Und während man sich öffentlich über fehlenden Zuschauerzuspruch beschwert, unterbindet man ohne weitere Rücksprache einen Protest, der arbeitnehmerfreundliche Anstoßzeiten zum Ziel hat. Anstoßzeiten, die möglichst vielen Fans einen Stadionbesuch ermöglichen sollen. So sahen wir und viele andere Fangruppen uns in dieser Situation außer Stande zum Alltag überzugehen und so zu tun, als wäre nichts geschehen. Dass ein so harmloses Banner entfernt wird, gleicht einem Maulkorb dem eigenen Anhang gegenüber. Gemeinsam haben wir uns dazu entschlossen, unsere Zaunfahnen abzuhängen und den Support einzustellen bzw. gar nicht erst mit diesem zu beginnen. Dass einzelne Personen nach den abgemachten 15 Minuten weiterhin ihre Trillerpfeifen benutzten und KFC-Anhänger am Support behinderten, war nicht in unserem Interesse und ist der Tatsache geschuldet, dass der Protest zu keinem vernünftig organisierten Abschluss kam.

Es mag im Stadion Hausrecht gelten. Dennoch ist ein Stadion auch ein öffentlicher Raum, an dem die Zuschauer ihre Meinung nicht am Stadiontor abgeben. Ein Banner mit ähnlichem Inhalt hing die gesamte Spielzeit über im Block der Fans des SC Preußen Münster, welche sogar die vollen 90 Minuten mit einem Stimmungsboykott gegen ihre Anreise an einem Montag protestierten. Und klar: Wir und das “KFC-Fans gegen Montagsspiele”-Banner repräsentieren sicherlich nicht jeden einzelnen KFC-Fan. Aber so sehr man uns vorwirft nicht für alle Fans sprechen zu können, so wenig darf dies der Vorstand.
Dies gipfelt dann in einer offiziellen Stellungnahme seitens des Vereins ( kfc-uerdingen.de/artikel/2019-02-26-stat...es-kfc-zu-protesten/ ), der den Kern unserer Proteste nicht ansatzweise zu verstehen versucht. Mit dieser Stellungnahme wurde nicht der Dialog, sondern die Konfrontation mit den Fans gesucht. Mit eben jenen Fans, deren Unterstützung all die Jahre zuvor so wichtig schien. Und jenen Fans, denen man jetzt in dieser Stellungnahme gar das Fandasein abspricht. Es zeugt geradezu von einer maßlosen Respektlosigkeit, sich so herablassend gegenüber einem großen Teil der treuesten Fans zu äußern. Mit dieser Stellungnahme wird versucht, die Protestierenden von den restlichen Fans zu isolieren und sie als marginalisierte Minderheit darzustellen, um die Kritik als illegitim erscheinen zu lassen. Es wird über Personen geschrieben, die dem Verein auch in der sechsten Liga zu jedem Spiel gefolgt sind und mit der Spendendose auf der Hochstraße standen, um mal wieder die nächste Insolvenz abzuwenden. Die viel Zeit und Herzblut auch abseits der Spieltage in den Verein stecken und in der Vergangenheit versuchten, die Lücken zu stopfen, die der Verein jahrelang in der Vereinsstruktur hinterließ. So etwas in einer offiziellen Stellungnahme zu veröffentlichen, ist nicht nur unprofessionell und hochgradig peinlich, sondern treibt darüber hinaus auch einen Keil zwischen uns Fans, den man größtenteils überwunden glaubte. Zudem reiht sich diese Stellungnahme in ihrer Form in vorherige ein, die für eine professionelle Außendarstellung sicherlich alles andere als förderlich sind.

Auch wenn man es nie jedem Recht machen kann, so war und ist es stets der Anspruch der aktiven Fanszene, unser Team überall und bei jeder Gelegenheit zu unterstützen (auch unter der Woche), dabei auch die anderen Fans mitzureißen und einzubinden. Dazu gehört es aber auch, Zustände kritisch hinterfragen zu dürfen und gegebenenfalls seinen Unmut kund zu tun. Schließlich gelten die Proteste dem Wohl unserer blau-roten Familie. Und dass sich ein breiter Protest lohnt, sieht man an der Abschaffung der unpopulären Montagsspiele in der 1. und 2. Bundesliga.

Wir denken, dass unser Standpunkt hiermit klar erörtert worden ist und wir stehen der Vereinsführung gegenüber weiterhin für Gespräche offen, denn:
„Wichtig ist, dass wir zusammenhalten. Wir sind ein Verein, eine Gemeinschaft, und können nur zusammen gewinnen und unser Ziel erreichen.“


ultras-krefeld.net/neuigkeit/stellungnahme/

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