EuroEyes Cyclassics: Nach 10 Jahren wieder ein italienischer Sieg durch Elia Viviani

Autor: Bernd Mülle     veröffentlicht am 21 August 2017    
 
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Elia Viviani siegt in Hamburg
Foto: René Vigneron

Das war vielleicht ein Husarenstück des sympathischen Italieners Elia Viviani, der nicht nur auf der Straße, sondern auch als Bahnfahrer schon international für reichlich Furore gesorgt hat. Zuletzt nicht gerade glücklich in seinem Team, von dem er in diesem Jahr weder für den 100. Giro d’Italia noch für die Tour de France nominiert worden war, hat er nach Bekanntwerden seines Wechsels vom Team Sky zu Quick-Step Floors von jedem Druck befreit ein phantastisches Finale in Hamburg hingelegt und den Sieger von 2012, Arnaud Demare von FDJ sowie den Niederländer Dylan Groenewegen von LottoNL-Jumbo auf die Plätze verwiesen. Der letzte deutsche Sieger dieses Rennens war im Jahre 2015 Andre Greipel von Lotto Soudal, für den es diesmal „nur“ zum fünften Platz reichte.

Hamburg

Am Start standen 21 Teams mit jeweils acht Fahrern, darunter nahezu alle der weltbesten  Sprinter, die der gleichzeitig stattfindenden Vuelta in Spanien den Vorzug gaben. Die einzige schwierige Passage, der Waseberg, musste in diesem Jahr nur dreimal überquert werden und so waren die schnellen Leute und ehemaligen Sieger wie Caleb Ewan von Orica-Scott, Tyler Farrar und Edvald Boasson Hagen von Dimension Data oder auch Alexander Kristoff von Katusha-Alpecin neben Andre Greipel und Arnaud Demare ebenfalls angetreten, um einen weiteren Erfolg ihren Palmares hinzuzufügen. Zu den Topfavoriten zählte aber auch Marcel Kittel von Quick-Step Floors, der nach seinen fünf Etappensiegen bei der Tour de France nach verletzungsbedingter Pause einen weiteren Erfolg ins Auge fasste. „Ich fühle mich gut, mal sehen, was dabei herauskommt“, hatte sich der Modellathlet vor dem Rennen geäußert, aber am Ende reichte es für ihn nicht und er gab vorzeitig auf. Die Saison scheint für ihn gelaufen und die Vorfreude auf sein neues Team Katusha-Alpecin, wo er seinen Freund Tony Martin wieder trifft, dürfte jetzt überwiegen.

HH

Als der Waseberg zum ersten Mal nach 152 Kilometern passiert wurde, lagen mit dem Polen Kamil Malecki von CCC Sprandi Polkowice und dem Russen Nikolay Trusov von Gazprom-RusVelo noch zwei Fahrer in Führung, die auf ihrer langen Flucht bis zu acht Minuten Vorsprung herausgefahren hatten. Aber der Vorsprung schmolz dahin und 53 Kilometer vor dem Ziel wurden sie gestellt, bevor weitere Ausreißversuche folgten. Der zweite Anstieg zum Waseberg sah ein Trio mit etwa einer halben Minute in Führung, das aus dem Norweger Truls Korsaeth vom Astana Pro Team, dem Schweizer Silvan Dillier von BMC Racing und dem für das polnische Team CCC Sprandi Polkowice fahrenden Deutschen Jonas Koch bestand. Bei der dritten Überquerung des Wasebergs wurden auch sie wieder von den jagenden Verfolgern gestellt und von da an entwickelte sich ein sehr nervöses Rennen, das zu einem Fest für die schnellen Leute wurde. Es hatte zwar immer wieder mal geregnet, aber nicht so stark wie vorher erwartet und so durfte man ein heißes Finale auf der Mönckebergstraße erwarten. 

HH

Angeführt vom starken Italiener Sonny Colbrelli vom Bahrain Merida Pro Cycling Team bildete sich eine größere Führungsgruppe aus 21 Fahrern, u.a. mit Alexander Kristoff und Edvald Boasson Hagen, aber auch den Deutschen Andre Greipel und Jasha Sütterlin vom Movistar Team. Etwa sechs Kilometer vor dem Ziel erfolgt dann der Zusammenschluß mit dem restlichen Hauptfeld, so dass am Ende fast 70 Fahrer um den Sieg sprinten. Die harten Positionskämpfe begannen knapp zwei Kilometer vor dem Ziel und hier zeigte der schnelle Italiener Elia Viviani seinen unbedingten Siegeswillen und fuhr als Sieger über den Zielstrich.

So schnelle Leute wie Arnaud Demare und Dylan Groenewegen, aber auch die nächstplatzierten Alexander Kristoff und Andre Greipel hatten keine Chance gegen den fulminanten Spurt des Italieners, dem dieser Sieg nach seinen letzten, frustrierenden Wochen sichtlich gut tat. 

HH

Einen so starken Fahrer wie Elia Viviani, würde man gern einmal in Berlin beim Sechstagerennen sehen, zumal er auch dieses Metier wie kaum ein Zweiter beherrscht. Ob nun mit einem italienischen Partner wie etwa Simone Consonni vom UAE Team Emirates (immerhin 17. in Hamburg) oder vielleicht sogar mit seinem zukünftigen Teamkameraden Iljo Keisse aus Belgien, die Kenner des Bahnrennsports könnten da nur mit der Zunge schnalzen. 

Bericht: Bernd Mülle

Fotos: René Vigneron (rscp-photo.eu)

 

Inhalt der Neuigkeit:
Rennbericht
Radrennen-Art:
Straßenrennen
Name des Radrennens
Hamburg Vattenfall Cyclassics
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