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Alexander Kristoff schafft den Hattrick - In Frankfurt überrascht Rick Zabel auf Platz zwei

Autor: Bernd Mülle     veröffentlicht am 04 Mai 2017    
 
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Zieleinlauf in Frankfurt am Main
Foto: Mario Stiehl

Nach 215,7 nahezu völlig verregneten Kilometern landete die Katusha Alpecin Mannschaft einen Doppelsieg im erstmals als WorldTour-Rennen ausgetragenen Klassiker „Rund um den Finanzplatz Eschborn-Frankfurt“. Das in diesem Jahr nach dem Aufstieg in die WorldTour besonders hochkarätige Starterfeld mit dem Weltmeister Peter Sagan von Bora-hansgrohe an der Spitze, sollte aber erneut eine Beute des Norwegers Alexander Kristoff werden, der nach 2014 und 2016 –im Jahre 2015 musste das Rennen wegen Terrorgefahr bekanntlich abgesagt werden- zum dritten Mal aufs oberste Siegpodest fuhr, dabei nahezu sensationellerweise flankiert von seinem jungen deutschen Teamkameraden Rick Zabel, der ihm mustergültig an der Alten Oper in Frankfurt den fulminanten Schlussspurt vorbereitet hatte und dabei selbst noch einen tollen zweiten Platz belegte.

Eschborn

„Der dritte Sieg war heute auf alle Fälle der kälteste Sieg“, äußerte sich der sympathische Norweger nach dem äußerst harten Rennen im strömenden Regen, „aber wir haben ein großes Rennen als Mannschaft gefahren und dabei hat Rick Zabel mich glänzend in Position gebracht“, hatte er bei der anschließenden Pressekonferenz lobende Worte für den jungen Deutschen übrig. Gegen diese hervorragende Teamarbeit blieb für John Degenkolb am Ende „nur“ der dritte Platz übrig, aber der Sieger von 2011 war dennoch nicht enttäuscht, denn er hatte sich nichts vorzuwerfen. Bei der Einfahrt in die Zielgerade sah es recht gut für ihn aus, als aber seinem Anfahrer Jasper Stuyven die Kette verrutschte, entstand sofort eine Lücke zu den vorn liegenden Katusha-Fahrern, die nicht mehr zu schließen war. Er war im übrigen begeistert von der Atmosphäre am Rande der Strecke und den vielen Zuschauern, die trotz anhaltenden Regens die Strecke säumten. 

 Eschborn

Zufrieden war auch Rick Zabel, der immer mehr in die Fußstapfen seines Vaters Erik tritt. „Ich habe mich stark gefühlt und kann mit der Rolle als letzter Anfahrer für Alexander Kristoff leben. Wenn er dann einmal nicht dabei ist, bin ich der Sprinter im Team und kann dann meine Chance nutzen“, gab er zu Protokoll. Sein großer Traum ist der Start in Düsseldorf bei der diesjährigen Tour de France, wofür er sich bei der Tour of California und der Tour de Suisse vorbereiten wird. Einen Fürsprecher dürfte er dabei in Alexander Kristoff haben, der nach einer Rennpause sich keineswegs als Favorit für Frankfurt gesehen hatte und durch die glänzende Unterstützung von Rick Zabel den Hattrick erst vollenden konnte.

Während der Weltmeister Peter Sagan 60 km vor dem Ziel erschöpft das Rennen aufgab, zeigten sich weitere deutsche Fahrer von ihrer besten Seite. Zunächst war es unter den 158 gestarteten Fahrern der junge Carl Soballa vom LKT Team Brandenburg, der für die Nationalmannschaft Deutschland an den Start ging. Er war in einer frühen, fünfköpfigen Spitzengruppe vertreten, wo er auf regennasser Straße sogar stürzte, aber den Anschluss schnell wiederherstellte. Nachdem weitere drei Fahrer zu dieser Gruppe aufschlossen, vergrößerte sich der Vorsprung zum Hauptfeld auf maximal zehn Minuten. Als Katusha Alpecin an der Spitze des Feldes u.a. mit Tony Martin und Nils Politt für Tempo sorgte, verringerte sich der Vorsprung der Führenden zusehends und auch einige, weitere Favoriten wie Andre Greipel von Lotto Soudal oder Marcel Kittel von Quick-Step Floors mussten dem Tempo Tribut zollen. Sie zählten ebenso wie Kittels Teamkamerad Fernando Gaviria aus Kolumbien, der Belgier Oliver Naesen von Ag2r La Mondiale, die Niederländer Sebastian Langeveld und Dylan van Baarle von Cannondale Drapac oder der Belgier Stijn Devolder von Verandas Willems-Crelan zu den prominenten Opfern dieses mörderischen Rennens, das nur 67 Fahrer beenden sollten. Für den sich glänzend in Szene setzenden Carl Soballa reichte es am Ende zu keiner Platzierung und auch von seinen Teamkameraden aus der Nationalmannschaft erreichte kein einziger Fahrer das Ziel.

eschborn 

Zu den Ausreißern zählten dann der stark fahrende Nils Politt und der zuletzt sich gut präsentierende Nico Denz von Ag2r La Mondiale, die 22 Sekunden Vorsprung herausfuhren, aber dennoch bald wieder von einer größeren Gruppe eingeholt wurden. Ganz zum Schluss, als die drei Finalrunden anstanden, hatten sich noch der Slowene Jan Tratnik von CCC Sprandi Polkowice und der Belgier Aime de Gendt von Sport Vlaanderen-Baloise abgesetzt, bevor auch sie wieder gestellt wurden und eine 16-köpfige Spitzengruppe in der letzten Runde das Rennen unter sich ausmachte. 

Insgesamt gab es in Frankfurt nicht weniger als 18 (!) Rennen, darunter auch das von John Degenkolb ins Leben gerufene DegeBambini-Laufradrennen sowie ein Inklusionsrennen, die sich trotz miserabler Wetterbedingungen großer Beliebtheit erfreuten. Am Ende konnten die Veranstalter ein positives Fazit ziehen, wobei durch die neue Geschäftsführung, die Amaury Sport Organisation (A.S.O.), gerade das Profirennen eine enorme Aufwertung erfahren hat. 

Text: Bernd Mülle    

Fotos: Mario Stiehl

Inhalt der Neuigkeit:
Rennbericht
Radrennen-Art:
Straßenrennen
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