Amalie Dideriksen auch auf der Bahn eine Klasse für sich: Sieg bei den Six Day Berlin

Autor: Bernd Mülle     veröffentlicht am 25 Januar 2017    
 
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Sieg im abschließenden Derny-Lauf in Berlin
Foto: Arne Mill

Am 24. Mai 1996 in Kastrup/Dänemark geboren ist die 20-jährige Dänin schon jetzt im internationalen Frauenradsport eine feste Größe. Imponierend dabei ist die Tatsache, dass sie sowohl auf der Straße als auch auf der Bahn trotz ihrer Jugend schon große Erfolge vorzuweisen hat. Wir ergriffen am Rande des Frauen-Omniums die Gelegenheit, mit der sympathischen Weltmeisterin ein paar Worte zu wechseln und bekamen dabei den Eindruck, dass der jungen Dänin keinesfalls die bisherigen Erfolge zu Kopf gestiegen sind, denn sie trat eher bescheiden und äußerst sympathisch auf.

Dideriksen

Bevor sie im letzten Jahr ihren bisher größten Erfolg als Straßenweltmeisterin in Doha/Katar feiern konnte und dabei die erfahrene Niederländerin Kirsten Wild auf Platz zwei verwies, hatte sie als Juniorin schon drei Weltmeistertitel errungen. Ihrem Sieg auf der Straße im Jahre 2013 folgte ein Jahr danach die erfolgreiche Titelverteidigung und dazu noch der Titel im Scratchrennen auf der Bahn. Seit dem Jahre 2011 errang sie schon im Jugendalter mehrere nationale Titel auf Bahn und Straße, um dann auch noch 2015 Europameisterin der U 23 im Omnium und der Einerverfolgung zu werden. Seit dieser Zeit fährt sie auch für das starke niederländische Frauenteam Boels-Dolmans, wo so prominente Fahrerinnen wie Elizabeth Deignan (vormals Armitstead) und Anna van der Breggen ihre Teamkameradinnen sind. 

Dideriksen

Sie fährt auch deshalb zweigleisig, weil sie den Radsport einfach liebt und sich nichts anderes derzeit vorstellen kann. Seit etwa 12 Jahren ist sie dabei, nachdem sie vorher Schwimmen und Gymnastik betrieben hatte. „Radsport ist auch mein Hobby, für das ich alles unterordne“, gesteht die Dänin, die 2016 mit dem überraschenden Gewinn der Straßenweltmeisterschaft ein absolutes Ausrufezeichen setzte. Dazu kam noch bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro ein guter fünfter Platz im Omnium, eine Disziplin, die sie auf der Bahn am meisten liebt, zumal sie auch olympisch ist. Eine Goldmedaille im Omnium bei den nächsten Olympischen Spielen dürfte insbesondere nach den hier in Berlin gezeigten Leistungen für sie keine Utopie bleiben. Nach den drei Abenden in Berlin, wo neben einem von ihr souverän gewonnenen Dernyrennen vor allem Punkterennen, Scratch und Ausscheidungsfahren zur Austragung kamen, gewann sie den Wettbewerb mit 28 Punkten vor der Topfavoritin Katie Archibald aus Großbritannien und unterstrich dabei ihre enorme Vielseitigkeit. 

Dideriksen

„Es macht viel Spaß hier zu fahren, zumal etliche dänische Fans in der Halle sind, die uns begeistert anfeuern“, sagte Amalie Dideriksen, die bei großen Rundfahrten in ihrem Team Helferdienste leisten wird und auf der Straße erstmals Ende Februar beim Omloop Het Nieuwsblad am Start steht. Dass sie auch sonst in ihrem Team einmal auf Sieg fahren kann, hat sie schon 2015 bewiesen, als sie Etappensiegerin bei der Lotto Belgium Tour war. 

Auf ihre Zukunft angesprochen wird sie in diesem Jahr noch das Gymnasium zum Abschluss bringen, um später einmal auf der Universität studieren zu können. Von der jungen Dänin sind noch etliche Highlights zu erwarten, zumal die Zukunft erst noch vor sich hat. Eine Topathletin, die immer ansprechbar ist und dabei sehr freundlich herüberkommt. Die Berliner Radsportfans haben vielleicht die Möglichkeit, sich noch einmal in diesem Jahr im Velodrom von der Klasse der Dänin überzeugen zu können. „Es wäre schön, wenn ich im Oktober hier bei den Bahn-Europameisterschaften dabei sein kann, aber sicher ist es noch nicht“, gab Amalie Dideriksen abschließend zu Protokoll.

Text: Bernd Mülle

Fotos: Arne Mill

> zur turus-Fotostrecke: Six Day Berlin 2017

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