Rückblick auf das Strausberger Radsportwochenende 2012

Autor: Arne Mill     veröffentlicht am 26 September 2012    
 
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Rund um StrausbergObwohl noch ein Rennen im MOL-Cup aussteht und auch für einige Lizenzfahrer hier und dort noch ein paar Rennen anstehen, ist Strausberg eigentlich immer so etwas wie der Saisonabschluss. Der Spätsommer zeigt sich noch einmal von seiner besten Seite, bevor es schnurstracks in den ungemütlichen Herbst mit seinen nasskalten, windigen und immer kürzer werdenden Tagen geht. Ein bisschen etwas davon bekam man schon am Samstag zu spüren. Der Wind blies den Veranstaltern erst einmal das Zelt der Organisatoren weg und auch die Teilnehmer der Elite- und Jedermannrennen blieben von einem kurzen Schauer nicht verschont. Dazu ungemütliche 13 Grad Celsius.

Strausberg 2012Vor drei, vier Jahren noch zog das Wochenende zwischen 1.200 und 1.500 Sportler an und in der Lizenzklasse war es kaum möglich, am Renntag noch einen Startplatz zu bekommen. Viele reisten aus der gesamten Republik an, um noch einmal ein paar Pünktchen zu ergattern oder den Aufstieg in die nächst höhere Lizenzklasse klar zu machen. Doch seitdem die Rennen gerade in den Männerlizenzklassen nur noch als 7. – Rennen, das heißt offene Landesverbandsrennen, ausgeschrieben sind (für Aufstieg und Punkte nicht relevant), gehen die Teilnehmerzahlen stetig zurück. Am Samstag musste das Rennen der Männer Elite KT/ABC sogar mit dem Rennen der Senioren zusammengelegt werden. 

Das heißt jedoch nicht, dass das Niveau deswegen schlechter geworden ist. Ganz im Gegenteil. Mit dem LKT Team Brandenburg, dem Team Univega, KED Bianchi Team Berlin und Jenatec waren die stärksten Teams der Region vertreten. Nicht zu vergessen die beiden Deutschen Meister im Madison auf der Bahn Marcel Kalz und Robert Bengsch vom Rudy Project Racing Team Irschenberg. 

Strausberg 2012Yuriy Vasyliv vom LKT Team Brandenburg setzte sofort nach dem Start die erste Attacke und sicherte sich bei den ersten drei Wertungen die volle Punktzahl. Danach kontrollierte das LKT Team, angeführt von Robert Bartko, souverän das Rennen, so dass am Gesamtsieg des Cottbussers nicht mehr ernsthaft gerüttelt werden konnte. Platz zwei holte sich Marcel Kalz und dritter wurde Denis Sckarbath. Als die Jedermänner ins Rennen gingen, war die Rennstrecke immer noch nass, was dann doch leider zu dem einen oder anderen Sturz in einer der Kurven führte, dem auch die einzige Frau im Rennen, Luise Jungnickel in der 6. von 15 Runden zum Opfer fiel. Nach mehreren Einzelattacken setzte sich Mitte des Rennens eine fünfköpfige Spitzengruppe aus dem Feld ab, aus welcher der Cupmitfavorit Marek Bosniatzki vom Storck Cycling Team souverän den Sieg holte. Den Sprung aufs Podest schaffte auch Thomas Altmann vom Team Helle Mitte vor Carsten Bombach ebenfalls vom Storck Cycling Team.

Elite StrausbergDer Sonntag zeigte sich dann wie gewohnt von seiner allerbesten Seite. Zwar blies der frische Wind kräftig, den man spätestens am Ortsausgang von Prötzel in Richtung Bollersdorfer Kreisel deutlich zu spüren bekam, aber es blieb trocken und der blaue Himmel wechselte sich mit einem imposanten Wolkenspiel bei frischen neun bis zehn Grad Celsius ab. Man konnte weit über die leichten Wellen der Märkischen Schweiz schauen, die bei dem kräftigen Wind dem einen oder anderen Fahrer doch deutlich zu schaffen machten. 

Überschattet wurde das Renngeschehen durch einen schweren Sturz in der Elite KT/AB Klasse. Als ein Motorradfahrer sich quer stellen musste, um den entgegenkommenden Verkehr aufzuhalten, fuhren acht Fahrer mit über 50 km/h in das stehende Motorrad, wobei sich drei Fahrer so schwer verletzten, dass sie ins Krankenhaus gebracht werden mussten. Zum Glück werden alle wieder gesund und bald wieder im Rennsattel sitzen können. Wir wünschen allen an dieser Stelle eine gute Genesung!

PolizeiEs hat sich eben leider doch gezeigt, dass man in Brandenburg kein Straßenrennen ohne Polizei-Führungsfahrzeug und Polizei-Begleitung durchführen kann. Die Akzeptanz für ein Radsportereignis ist leider bei vielen Autofahrern nicht vorhanden, denn man hat gesehen, dass sie den Aufforderungen der neutralen Führungsfahrzeuge nicht folge leisteten. Sicherlich ist auch die Situation des Veranstalters zu verstehen. Das Strausberger Radsportwochenende kostet den RSC Strausberg jedes Jahr um die 12.000 Euro. Anders als bei vielen anderen Großveranstaltungen kommt nicht der Steuerzahler dafür auf, wenn Polizeikräfte geordert werden. Nein, die Kosten muss der Veranstalter ganz allein übernehmen. Hinzu kommt noch, dass die Polizeikräfte zu diesem Einsatz auch freigestellt werden müssen, was nur möglich ist, wenn sie nicht bei anderen Veranstaltungen im Einsatz sind. Also alles zusammen ein großer bürokratischer, logistischer und auch finanzieller Aufwand.

MOL-Cup 2012Leider hat das hat in den vergangenen Jahren dazu geführt, dass kaum noch Straßenrennen in Deutschland stattfinden und die ganzen Klassiker am aussterben sind. Wenn dann Vereine versuchen, die Rennen trotzdem irgendwie durchzuführen und eine Menge Herzblut mit reinstecken, werden sie dafür noch bestraft, denn wenn etwas passiert, wie am vergangenen Sonntag, schneiden sie sich damit ins eigene Fleisch.

Zurück zum sportlichen Geschehen. Im KT/AB Rennen konnte sich in der zweiten Runde eine fünfköpfige Spitzengruppe absetzen, aus der Stefan Geabel vom Team Ur Krostitzer Univega vor Marcel Kalz Rudy Project Racing Team und Franz Schiewer vom LKT Team Brandenburg gewann. Im Rennen der Männer Elite C krachte es ebenfalls. Dieses Mal kurz vor dem Ziel am letzten Kreisel. Doch diesmal ging der Sturz auf die Kappe der Aktiven und blieb ohne schwer wiegende Folgen. Die Entscheidung fiel im Massensprint, das aktuelle Ergebnis liegt leider noch nicht vor.

JedermannrennenDie Jedermänner durften dann ab 13:20 Uhr bei doch schon wohliger Wärme eine Runde oder zwei Runden absolvieren. Das Rennen über zwei Runden (54 Kilometer) war auch das neunte Wertungsrennen im Storck Bicycle MOL – Cup. Auch hier kam es zu einem Sturz, in dem unter anderem der Cupmitfavorit Marek Bosniatzki verwickelt war und das Rennen vorzeitig beenden musste. Den Sprint, aus einer 70 Mann starken Gruppe, konnte Gunnar Ukenar vor Stefan Räth und Denny Schewe für sich entscheiden. Bei den Frauen siegte Lydia Wegemund vor Cornelia Brückner und Tina Heizmann. Dank der knapp 200 Starter im Cup-Rennen und 50 Aktiven im Jedermannrennen über eine Runde kam im Start-Zielbereich doch noch eine recht gute Stimmung auf und die Veranstalter konnten insgesamt über 800 Teilnehmer in allen Klassen verbuchen. Auch einen prominenten Gast konnte man zwischendurch am Grillstand erspähen. Jens Voigt beäugte das Renngeschehen diesmal vom Streckenrand aus. Und das hatte einen guten Grund: Sein Sprössling war im Rennen der Jüngsten unterwegs.

Fotos: Marco Bertram, Arne Mill

> zu den turus-Fotostrecken: Rund um Strausberg 2012

 

Video aus Strausberg:

  

Inhalt der Neuigkeit:
Rennbericht
Radrennen-Art:
  • Elite-Rennen
  • Jedermannrennen
  • Nachwuchsrennen
  • Straßenrennen
Name des Radrennens
  • Rund um Strausberg
  • Storck MOL Cup
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